1) Beirut - A Candle's Fire
"Schwelgerischer Pop in Folk-Tradition mit der tollsten Instrumentierung der Welt - noch strahlender als zuletzt", schreibt Intro über das neue Album von Beirut 'The Rip Tide', das am 26. August erschienen ist. Mehr Infos zu der Band von Zach Condon findet ihr in den Playlists vom 5. September und 16. Juni.
2) CANT - The Edge
Neben seiner Haupttätigkeit als Bassist und Produzent von Grizzly Bear machte Chris Taylor in den letzten Jahren zunehmend auch als Produzent auf sich aufmerksam: Für die letzten Alben von TV on the Radio, Twin Shadow, Miles Benjamin Anthony Robinson, Dirty Projectors oder auch The Morning Benders war der in Seattle geborene Multiinstrumentalist verantwortlich. Nun war er es ein wenig leid, ständig Kompromisse eingehen zu müssen, und gründete sein Soloprojekt CANT, um endlich einmal ohne Wenn und Aber seine eigenen Ideen umsetzen zu können. Als Unterstützung holte er einzig und allein den befreundeten Twin Shadow ins Boot. 'Dreams come true' ist am 9. September erschienen und "so prall ideenschwanger, dass man es beinahe als Compilation missverstehen könnte", meint Spex.
3) Blood Orange - Champagne Coast
4) Blood Orange - Are you sure you're really busy
Devonté Hynes ist ein Tausendsassa: Gerade volljährig, spielte er von 2004 bis 2006 in der Londoner Dancepunk-Kombo Test Icicles. Nach deren Auflösung gab sich Hynes das Pseudonym Lightspeed Champion, versuchte sich in Indie-Folk und begann nebenbei Songs für namhafte Acts wie Florence and the Machine oder The Chemical Brothers zu schreiben. Nun folgte sein Debütalbum als Blood Orange, das den Titel 'Coastal Grooves' (VÖ: 26.08.) trägt. "Monotonie bedeutet Langeweile", urteilt motor.de. "Das weiß auch Devonté Hynes und erfindet sich mal wieder neu. Als Blood Orange erinnert er an die verruchte Seite der Achtziger Jahre und bringt zwischen Glamour und Obszönität auch Chris Isaak, David Bowie und Billy Idol an einen Tisch." Etwas cheesy, trotzdem ganz große Klasse!!!
5) M83 - Midnight City
Dieses Saxofon!!! 'Midnight City' ist die erste Single vom sechsten Album der französischen Elektrodreampopper M83, das den Titel 'Hurry up, we're dreaming' (VÖ: 14.10.) tragen wird. "Overall, it's pop - and very epic", sagt Anthony Gonzales, der hinter M83 steckt, über das neue Doppelalbum. "Anyone who loved M83 before, they'll love this album even more." Und Liebhaber von M83 gibt es viele: Als Support von Stadionrockern wie The Killers und Kings of Leon oder auch von Depeche Mode haben sich M83 international eine große Fangemeinde erspielt. Die musikalischen Einflüsse von Gonzales - der M83 vor über zehn Jahren mit Nicolas Fromageau im südfranzösischen Antibes gegründet hat, seit 2005 M83 aber alleine betreibt und mittlerweile in Los Angeles ansässig ist - liegen zu großen Teilen in den 80ern: Cocteau Twins, New Order, Talk Talk, Spacemen 3, Psychedelic Furs oder auch Tears for Fears und Vangelis. Als seine wichtigste Inspiration benennt er jedoch den französischen Elektronikpionier Jean Michel Jarre (der übrigens am 1. November in der TUI Arena auftreten wird).
6) Dear Reader - Man (Idealistic Animals)
Mit ihrem zuckersüßen Debütalbum 'Replace why with funny' verzauberten Dear Reader aus dem fernen Johannesburg vor zwei Jahren die Indie-Gemeinde. Seitdem hat sich einiges getan: Frontfrau Cheryln MacNeil zog nach Berlin, ließ Bandpartner Darryl Torr in Südafrika zurück und machte alleine weiter. Von ihrer veränderten Lebenssituation handelt auch das neue (Solo)Album. Bei den Songtiteln handelt es sich (fast) ausschließlich um Tiere: Kamele, Elefanten Wale, Affen, Bären - alles dabei. Und Männer. "Tiere, Zweifel, Pop - alles vereint. Dramatischer Indie-Pop zum Liebhaben", meint Intro.
7) Handsome Furs - Talking Hotel Arbat Blues
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Am kommenden Donnerstag spielen die Handsome Furs im Café Glocksee. Aus dem Glocksee-Newsletter:
"Das Ehepaar Dan Boeckner und Alexei Perry sind die wahren Weltreisenden des Electro-Pop, die schon in Myanmar oder der hintersten Provinz Chinas unter repressivsten Bedingungen Konzerte in Sachen künstlerischer Freiheit gegeben haben. Folglich passt ihr Equipment auch in die Satteltasche eines Kamels, ganz im Gegensatz zu Dans anderer Band, den nicht minder großartigen WOLF PARADE. Doch anders als WOLF PARADE haben sich die HANDSOME FURS dem (durchaus Gitarren enthaltenden) Electro-Pop verschrieben, der bei ihnen ähnlich wie bei FAD GADGET in die Muskeln fahrende Hymnen voller Energie ergibt."
Weitere Konzerttipps im September:
- The Great Park, Dienstag 20. September im Béi Chéz Heinz
- Locas in Love, Donnerstag 22.September im Mephisto
- Hauschka (feat. Múm-Drummer Samuli Kosminen), Freitag 30. September, Ballhof eins
8) Tarwater - Sato Sato
Die Berliner Bernd Jestram und Ronald Lippok begannen ihre musikalische Laufbahn bereits im Punk-Underground der DDR. 1995 gründeten die beiden zusammen Tarwater, und ähnlich wie ihre krautrockenden Vorbilder aus den 70ern erspielten sich Tarwater zwar international ein gutes Renommée, blieben aber in Deutschland doch eher unbekannt, so ist zumindest mein Eindruck. Hierzulande sind die beiden eher noch bekannt als Komponisten von Filmmusik. Schade eigentlich. "Nennt es weder Indietronics noch Krautrock", schreibt der Musikexpress über das neue Album 'Inside the Ships' (VÖ: 09.09.). "Lippok und Jestram positionieren sich mit konsequenten Grenzübertritten direkt neben The Notwist an der Spitze intelligenter deutscher Musik." Neben dem Deutsch-Amerikanische-Freundschaft-Song 'Sato Sato' (von DAFs 1981er Album 'Alles ist gut') befindet sich auf dem Album auch ein John-Lennon-Cover. Und beide Tarwater-Adaptionen, da lehne ich mich jetzt mal ein bisschen aus dem Fenster, sind besser als die Originale...
9) To Rococo Rot - Cars
Neben Tarwater gründete Lippok 1995 eine weitere Band: To Rococo Rot - zusammen mit seinem Bruder Robert Lippok sowie Kreidler-Aussteiger Stefan Schneider. Der Bandname ist im Übrigen ein so genanntes Palindrom: Er kann sowohl vorwärts als auch rückwärts gelesen werden. 'Cars' stammt vom einflussreichen 1999er Album 'The Amateur View', mit dem To Rococo Rot laut Pitchfork ein neues deutsches Subgenre von Ambient/Electronica prägten: "The artists blend analog effects with warm, electronic drones and mechanic percussion for a sound that's unmistakably digital, yet 100% human." Pitchfork taufte dieses neue Subgenre Squirm - zu deutsch: Verdrehung. Vielleicht auch in Anspielung auf To Rococo Rots verdrehten Bandnamen!?
10) Deptford Goth - No Man
Ein wenig irreführend ist der Name dieses Projekts. Daniel Woolhouse alias Deptford Goth kommt zwar aus Peckham, sein Projekt hat er jedoch nach Deptford benannt - einem anderen, benachbarten Südlondoner Stadtteil. Seine Musik ist auch nicht wirklich Goth(ic) wie der Name impliziert, trotzdem aber irgendwie dunkel und mysteriös. Und vor allem gut!! Seine erste Veröffentlichtung, die 'Youth II EP', ist für Oktober angekündigt.
11) St. Vincent - Year of the Tiger
St. Vincent ist nicht nur eine Insel in der Karibik, sondern auch das Pseudonym der gebürtigen Texanerin Annie Clark. Und die fast 29-Jährige ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Sie war Mitglied der Hippietruppe The Polyphonic Spree, unterstützte Sufjan Stevens auf Tour und steuerte zusammen mit Bon Iver einen Song zum Soundtrack des Films 'The Twilight Saga - New Moon' (dt: 'New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde') bei. Als Support von namhaften Bands wie Arcade Fire, Death Cab for Cutie oder Grizzly Bear wurde sie zudem einem größeren Publikum bekannt. Nun veröffentlichte Clark alias St. Vincent mit 'Strange Mercy' (VÖ: 09.09.) ihr drittes Soloalbum. Das einflussreiche Pitchfork überschlägt sich fast vor Begeisterung (und vergibt mit einer 9.0-Bewertung das begehrte 'Best New Music'-Prädikat) und nennt in der Rezension vielfältige Referenzen wie David Bowie, Talking Heads, Kate Bush, D'Angelo oder Peter Gabriel - was den Facettenreichtum des Albums unterstreicht. Auch der geschätzte Musikblog auftouren.de ist begeistert: "In Zeiten halbgarer Songskizzen, selbstzufriedener Schwammigkeit und gemütlicher Nostalgie ist es gerade dieser Reichtum an klinisch klar umrissenen Facetten und Spannungsfeldern, der St. Vincents drittes Werk zu so einem beunruhigendem Meisterstück macht. Emotional und innerlich zerrissen, doppelbödig und intelligent. 'Strange Mercy' mag dabei von Nervosität durchzogen sein, aber es ist immer eine erhabene Nervosität."
12) Kurt Vile - Blackberry Song
Bis 2008 war Kurt Vile Mitglied beim aktuellen Album-des-Monats-Titelträger The War on Drugs (siehe auch unten). Vile kam kurz darauf bei Matador Records unter und veröffentlichte dort 2009 'Childish Prodigy', auf dem der Blackberry Song zu finden ist. Nachdem im März das großartige 'Smoke Ringe for my Halo' erschien, folgt nun im November eine EP namens 'So outta Reach'. Einen Song davon kann man sich bei Pitchfork kostenlos herunterladen.
13) The War on Drugs - Baby Missiles
14) The War on Drugs - It's your destiny
'Slave Ambient' (VÖ: 26.08.) ist das Album des Monats beim Gelben Tango.
"Der Wind in den Haaren, die Sonne auf der Haut, das Tempo nicht zu hoch, Tankstellen, Wälder, kleine Städtchen und Leuchtreklamen ziehen an dir vorüber, du fährst immer dem grauen Band hinterher, der Weg ist das Ziel. Wahrhaftig versetzen The War On Drugs dich auf die Straße, und zwar ganz entschieden irgendwo in den USA, egal ob du schon mal da warst oder nicht. Da ist Bruce Springsteen. Da ist Bob Dylan. Tom Petty... Das ist dieser Sound, bei dem man unterwegs ist, egal wo man ihn hört, dieser Sound, den man nicht nur mit den Ohren wahrnehmen, sondern auch fühlen und riechen kann und der verdammt nochmal nach Freiheit schmeckt. Wer will schon ankommen? Mit diesem einfach immer weiter: Das muss das wahre Leben sein!"
...steht geschrieben auf der Webseite des Reeperbahn-Festivals, auf dem The War on Drugs am kommenden Freitag einen von nur drei Gigs in Deutschland spielen werden.
Nächste Sendung am 3. Oktober um 23 Uhr
Jeden 3. Mittwoch im Monat von 21 bis 23 Uhr auf radio leinehertz 106.5 »»» Nächste Sendung: --- »» Live-Stream auf www.leinehertz.de »
Montag, 19. September 2011
PLAYLIST VOM 19. SEPTEMBER
Labels:
Beirut,
Blood Orange,
CANT,
DAF,
Dear Reader,
Deptford Goth,
Grizzly Bear,
Handsome Furs,
Hauschka,
Kurt Vile,
Locas in Love,
M83,
St. Vincent,
Tarwater,
The War on Drugs,
To Rococo Rot,
Twin Shadow
Donnerstag, 15. September 2011
Ganz viel spannende neue Musik...
...wird dieser Tage veröffentlicht - und hier in Hannover erwarten uns im September noch so einige tolle Konzerte. Einen kleinen Überblick darüber bekommt ihr kommenden Montag beim Gelben Tango. Das wird ein bunter Mix aus Blutorangen in Moskauer Hotelzimmern, tierischen Songs über die menschliche Seele, chinesischen Kalendern auf karibischen Inseln und ja, auch schicksalshaften Drogenkriegen in Philadelphia, eigentlich ja die "City of Brotherly Love". Und um die Geheimnistuerei nicht zu übertreiben und auch mal etwas konkreter zu werden: Ein fantastisches Cover eines dreißig Jahre alten DAF-Songs ist auch dabei...
Montag, 5. September 2011
PLAYLIST VOM 5. SEPTEMBER
1) Beach Fossils - What a Pleasure
Merkt euch diese Band!!! Leider sind die Veröffentlichungen der Beach Fossils in Deutschland bislang etwas untergegangen, aber in der »Indie»Metropole New York ist die Band um Sänger/Gitarrist Dustin Payseur der letzte Schrei. Bei dem Song 'Out in the Way', ebenfalls zu finden auf der tollen 'What a Pleasure EP' (VÖ: 22.07.), ist übrigens Jack Tatum von Wild Nothing mit am Werk.
2) Pavement - Range Life
3) Stephen Malkmus & the Jicks - Stick figures in love
"Out on tour with the Smashing Pumpkins / Nature kids they don't have no function / I don't understand what they mean / and I could really give a fuck", singt Pavement-Frontmann Stephen Malkmus in 'Range Life'. Was die sensiblen Smashing Pumpkins als grobe Provokation empfanden und prompt Veto einlegten gegen einen Pavement-Auftritt beim Lollapalooza-Festival 1994, auf dem die Smashing Pumpkins Headliner waren. Auch die kalifornischen Hardrocker der Stone Temple Pilots bekamen in 'Range Life' ihr Fett weg: "The Stone Temple Pilots / they're elegant bachelors / they're foxy to me, are they foxy to you." Auch wenn Malkmus beteuert(e), diese Zeilen nicht beleidigend gemeint zu haben: Subtil ironische Texte sind seit jeher sein Markenzeichen. Und ein Grund dafür, dass Pavement (die letztes Jahr auf großer 'Reunion Tour' waren) zu einer der wichtigsten Indierockbands der 90er Jahre wurden. Bei Konzerten ersetzte Malkmus in 'Range Life' übrigens die Smashing Pumpkins und Stone Temple Pilots ab und zu durch andere Bands wie die Spice Girls oder Counting Crows. Der Song stammt vom 1994er Album 'Crooked Rain, Crooked Rain'. Die Single von jenem Album lief übrigens einst als Video beim MTV-Blödelduo Beavis & Butt-Head. Deren Urteil: "Buttwipe music" (die Übersetzung spar ich mir ;)
Das letzte Pavement-Album erschien 1999, seitdem hat Malkmus zusammen mit The Jicks fünf weitere Platten aufgenommen, zuletzt das von Beck produzierte 'Mirror Traffic' (VÖ: 19.08.), das laut Rolling Stone mit jedem Stück die Richtung wechselt: "Von psychedelischem Blues zu den späten Beatles, von Pavement zum in einem Slacker-Diss versteckten Classic Rock, von den Zombies zu Bob Dylan. Anstrengend ist das nie. (...) Stephen Malkmus & The Jicks lieben ihre musikalische Vergangenheit, sie wollen sie aber immer wieder neu erfinden."
4) Beirut - Santa Fe
5) Beirut - The Rip Tide
Zu Beirut, der Band von Mastermind Zach Condon, müsse man eigentlich nichts mehr sagen, schreibt Intro. Längst gehöre der von der Presse einst als Wunderkind gefeierte Musiker zu den Indie-Lieblingen, der alle vereine - so wie auch Belle & Sebastian im Indie-Pop oder Michael Jackson und die Beatles im Mainstream-Pop. Demzufolge gäbe es auf 'The Rip Tide' (VÖ: 26.08.) auch nur wenig Überraschungen: "Beirut machen das, was sie am besten können: schwelgerischen Pop in Folk-Tradition mit der tollsten Instrumentierung der Welt. (...) Ein bisschen moderner und aufwendiger im Sound ist das Album, ein bisschen mehr Pop als zuletzt - gleichzeitig aber auch intimer. Außerdem ist es, obwohl im Winter aufgenommen, sehr sonnig geworden und strahlt eine Wärme aus, der unmöglich zu entkommen ist." Weitere Infos zu Beirut findet ihr in der Playlist vom 16. Juni.
6) Future Islands - Balance
Der Song 'Balance' stammt vom neuen Album der Gelber-Tango-Lieblinge Future Islands, das den Titel 'On the Water' tragen und am 14. Oktober 2011 bei Thrill Jockey erscheinen wird. Selbstverständlich im Oktober zu hören beim Gelben Tango. Und von dem Song gibt's auch schon ein offizielles Video:
7) Other Lives - Tamer Animals
"Eingängig, ohne anbiedernd zu sein, verspielt, aber nie überladen und solide, ohne langweilig zu sein", steht in der aktuellen September-Ausgabe von Unclesally*s Magazine über 'Tamer Animals', das neueste Werk der Other Lives aus Oklahoma (VÖ: 26.08.). Diese Mischung aus "Winnetou-Soundtrack und Fleet Foxes" sei manchmal mehr, als man zu hoffen gewagt habe.
8) Peter Broderick - Not at home
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Am Mittwoch 15. September tritt Peter Broderick bei Feinkost Lampe auf. Aus dem poetisch angehauchten Feinkost-Newsletter:
"Wenn er nicht gerade als Inspirationsquelle für Nils Frahm in einem Flügel liegt oder mit der dänischen Band Efterklang durch die Weltgeschichte tourt, dann komponiert Peter Broderick Klangkostbarkeiten auf Klavier, Gitarre, Geige und vielen anderen akustischen Instrumentalkörpern. Minimalistische Arrangements, in denen sich zwischen den einzelnen Noten ganze Welten öffnen. Und seit Kurzem schreibt er auch Lieder, was ein Glück ist für die Bewohner des Liedlandes. Denn selten füllten so feinsinnige, berührende Melodiegeschichten den Himmel von Liedland. Jeder Song ein Moment berührten Innehaltens. Jedes Stück eine aquarellene Landschaft, die man nicht mehr verlassen mag."
9) Grizzly Bear - Shift (Alternate Version)
Die Grizzlybären aus dem New Yorker Szenestadtteil Brooklyn sind eine einflussreichsten und wichtigsten Indie-Bands der letzten Jahre. Die drei bisherigen Studioalben gelten allesamt als Meisterwerke. Bassist Chris Taylor hat sich darüberhinaus einen Ruf als Produzent gemacht. So war er verantwortlich für Alben von TV on the Radio, Twin Shadow, Miles Benjamin Anthony Robinson oder auch den Dirty Projectors. Am kommenden Freitag erscheint zudem das Debütalbum seines Soloprojekts CANT - zu hören beim nächsten Gelben Tango. Der Song 'Shift' stammt vom 2006er Grizzly-Bear-Debütalbum 'Horn of Plenty', die gespielte Version ist hingegen auf der 'Friend EP' zu finden und fand nun Verwendung im Soundtrack zu dem wunderbaren Kinofilm 'Blue Valentine', ein Beziehungsdrama mit Ryan Gosling und Michelle Williams, das seit 4. August in den deutschen Kinos läuft.
10) Apparat - Black Water
Das neue Album 'The Devil's Walk' von Apparat erscheint erst am 23. September, die aktuelle Intro macht einem aber schon den Mund wässrig: "The Devil's Walk setzt die Segel, um die Küste des heimischen Electrofrickellands weit hinter sich zu lassen und Kurs auf Befreiung zu nehmen: von Beats, Dance-Diktat, Computerfixiertheit und all dem Kram. Für dieses Abenteuer hat (Sascha) Ring mit Mute ein neues Label gefunden, und er hat eine neue vierköpfige Band gegründet, in der er, zumindest auf der Bühne, einfach nur mehr Sänger und Gitarrist sein muss. Seine Thom-Yorke'schen Heulerfrequenzen setzt er, der erst vor ein paar Jährchen zum ersten Mal vor ein Mikrofon genötigt wurde, auf fast allen Stücken ein, als einzige Gastsängerin lädt er Soap & Skin für ein Stück zum großen Gänsehautgipfel. Da schaudert's einen fast noch schöner als beim leisen Romantiker-Rezitieren."
11)The War on Drugs - Brothers
12) The War on Drugs - Your Love is calling my name
Das Album des Monats September beim Gelben Tango: 'Slave Ambient' (VÖ: 26.08.) von The War on Drugs!!!
Hier nochmal das byte.fm-Zitat aus der Sendung zum Nachlesen:
"The War On Drugs haben die Gabe, Country mit Elektronik, Blues und Stadionrock zu mischen, all das auf eine so unprätentiöse Weise, dass 'Slave Ambient' beim ersten Hören fast wie ein langer Song klingt. Aber wie ein langer guter Song. Dabei wird ganz unangestrengt mit dem Begriff Americana gespielt, das es fast schon frech erscheint, wie dieser in die Gegenwart transportiert wird. Das erinnert an mancher Stelle mehr an Tom Petty, dann glaubt man Bruce Springsteen zu hören, aber auch Bob Dylan und My Bloody Valentine schauen kurz vorbei. (Adam) Granduciels Stimme zieht den Hörer dabei so in seinen Bann, dass man am Ende des Albums einfach nur 'Repeat' drücken kann."
Die komplette Rezension findet ihr hier.
Weitere Songs vom Album des Monats hört ihr in der nächsten Sendung am 19. September.
13) Balam Acab - Expect
'Wander/Wonder' (VÖ: 26.08.) von Balam Acab ist die neueste Veröffentlichung auf Tri Angle Records - von dem ihr in den letzten Wochen schon andere Künstler wie How to dress well, Clams Casino und Holy Other hören konntet. Hinter Balam Acab steckt der 20-jährige New Yorker Soundtüftler Alex Koone, dessen Musik in rätselhafte Schubladen wie Witch House, Swrewgaze oder Post-Dubstep gesteckt wird, jedoch eigentlich in keine Schublade passt. "Es geht um die Idee der Schönheit im Unperfekten, getaucht in eine Atmosphäre des Unwirklichen", schreibt auftouren.de. "Seit letztem Jahr nennt man das bekanntermaßen Witch House, wobei 'Wander/Wonder' mehr in den dunklen Untiefen zu zerfließen scheint, nicht so monumental und intensiv wie Salem daherkommt oder so humpelnd und r’n’b-mäßig wie (...) How To Dress Well."
Nächste Sendung am 19. September um 23 Uhr.
Merkt euch diese Band!!! Leider sind die Veröffentlichungen der Beach Fossils in Deutschland bislang etwas untergegangen, aber in der »Indie»Metropole New York ist die Band um Sänger/Gitarrist Dustin Payseur der letzte Schrei. Bei dem Song 'Out in the Way', ebenfalls zu finden auf der tollen 'What a Pleasure EP' (VÖ: 22.07.), ist übrigens Jack Tatum von Wild Nothing mit am Werk.
2) Pavement - Range Life
3) Stephen Malkmus & the Jicks - Stick figures in love
"Out on tour with the Smashing Pumpkins / Nature kids they don't have no function / I don't understand what they mean / and I could really give a fuck", singt Pavement-Frontmann Stephen Malkmus in 'Range Life'. Was die sensiblen Smashing Pumpkins als grobe Provokation empfanden und prompt Veto einlegten gegen einen Pavement-Auftritt beim Lollapalooza-Festival 1994, auf dem die Smashing Pumpkins Headliner waren. Auch die kalifornischen Hardrocker der Stone Temple Pilots bekamen in 'Range Life' ihr Fett weg: "The Stone Temple Pilots / they're elegant bachelors / they're foxy to me, are they foxy to you." Auch wenn Malkmus beteuert(e), diese Zeilen nicht beleidigend gemeint zu haben: Subtil ironische Texte sind seit jeher sein Markenzeichen. Und ein Grund dafür, dass Pavement (die letztes Jahr auf großer 'Reunion Tour' waren) zu einer der wichtigsten Indierockbands der 90er Jahre wurden. Bei Konzerten ersetzte Malkmus in 'Range Life' übrigens die Smashing Pumpkins und Stone Temple Pilots ab und zu durch andere Bands wie die Spice Girls oder Counting Crows. Der Song stammt vom 1994er Album 'Crooked Rain, Crooked Rain'. Die Single von jenem Album lief übrigens einst als Video beim MTV-Blödelduo Beavis & Butt-Head. Deren Urteil: "Buttwipe music" (die Übersetzung spar ich mir ;)
Das letzte Pavement-Album erschien 1999, seitdem hat Malkmus zusammen mit The Jicks fünf weitere Platten aufgenommen, zuletzt das von Beck produzierte 'Mirror Traffic' (VÖ: 19.08.), das laut Rolling Stone mit jedem Stück die Richtung wechselt: "Von psychedelischem Blues zu den späten Beatles, von Pavement zum in einem Slacker-Diss versteckten Classic Rock, von den Zombies zu Bob Dylan. Anstrengend ist das nie. (...) Stephen Malkmus & The Jicks lieben ihre musikalische Vergangenheit, sie wollen sie aber immer wieder neu erfinden."
4) Beirut - Santa Fe
5) Beirut - The Rip Tide
Zu Beirut, der Band von Mastermind Zach Condon, müsse man eigentlich nichts mehr sagen, schreibt Intro. Längst gehöre der von der Presse einst als Wunderkind gefeierte Musiker zu den Indie-Lieblingen, der alle vereine - so wie auch Belle & Sebastian im Indie-Pop oder Michael Jackson und die Beatles im Mainstream-Pop. Demzufolge gäbe es auf 'The Rip Tide' (VÖ: 26.08.) auch nur wenig Überraschungen: "Beirut machen das, was sie am besten können: schwelgerischen Pop in Folk-Tradition mit der tollsten Instrumentierung der Welt. (...) Ein bisschen moderner und aufwendiger im Sound ist das Album, ein bisschen mehr Pop als zuletzt - gleichzeitig aber auch intimer. Außerdem ist es, obwohl im Winter aufgenommen, sehr sonnig geworden und strahlt eine Wärme aus, der unmöglich zu entkommen ist." Weitere Infos zu Beirut findet ihr in der Playlist vom 16. Juni.
6) Future Islands - Balance
Der Song 'Balance' stammt vom neuen Album der Gelber-Tango-Lieblinge Future Islands, das den Titel 'On the Water' tragen und am 14. Oktober 2011 bei Thrill Jockey erscheinen wird. Selbstverständlich im Oktober zu hören beim Gelben Tango. Und von dem Song gibt's auch schon ein offizielles Video:
7) Other Lives - Tamer Animals
"Eingängig, ohne anbiedernd zu sein, verspielt, aber nie überladen und solide, ohne langweilig zu sein", steht in der aktuellen September-Ausgabe von Unclesally*s Magazine über 'Tamer Animals', das neueste Werk der Other Lives aus Oklahoma (VÖ: 26.08.). Diese Mischung aus "Winnetou-Soundtrack und Fleet Foxes" sei manchmal mehr, als man zu hoffen gewagt habe.
8) Peter Broderick - Not at home
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Am Mittwoch 15. September tritt Peter Broderick bei Feinkost Lampe auf. Aus dem poetisch angehauchten Feinkost-Newsletter:
"Wenn er nicht gerade als Inspirationsquelle für Nils Frahm in einem Flügel liegt oder mit der dänischen Band Efterklang durch die Weltgeschichte tourt, dann komponiert Peter Broderick Klangkostbarkeiten auf Klavier, Gitarre, Geige und vielen anderen akustischen Instrumentalkörpern. Minimalistische Arrangements, in denen sich zwischen den einzelnen Noten ganze Welten öffnen. Und seit Kurzem schreibt er auch Lieder, was ein Glück ist für die Bewohner des Liedlandes. Denn selten füllten so feinsinnige, berührende Melodiegeschichten den Himmel von Liedland. Jeder Song ein Moment berührten Innehaltens. Jedes Stück eine aquarellene Landschaft, die man nicht mehr verlassen mag."
9) Grizzly Bear - Shift (Alternate Version)
Die Grizzlybären aus dem New Yorker Szenestadtteil Brooklyn sind eine einflussreichsten und wichtigsten Indie-Bands der letzten Jahre. Die drei bisherigen Studioalben gelten allesamt als Meisterwerke. Bassist Chris Taylor hat sich darüberhinaus einen Ruf als Produzent gemacht. So war er verantwortlich für Alben von TV on the Radio, Twin Shadow, Miles Benjamin Anthony Robinson oder auch den Dirty Projectors. Am kommenden Freitag erscheint zudem das Debütalbum seines Soloprojekts CANT - zu hören beim nächsten Gelben Tango. Der Song 'Shift' stammt vom 2006er Grizzly-Bear-Debütalbum 'Horn of Plenty', die gespielte Version ist hingegen auf der 'Friend EP' zu finden und fand nun Verwendung im Soundtrack zu dem wunderbaren Kinofilm 'Blue Valentine', ein Beziehungsdrama mit Ryan Gosling und Michelle Williams, das seit 4. August in den deutschen Kinos läuft.
10) Apparat - Black Water
Das neue Album 'The Devil's Walk' von Apparat erscheint erst am 23. September, die aktuelle Intro macht einem aber schon den Mund wässrig: "The Devil's Walk setzt die Segel, um die Küste des heimischen Electrofrickellands weit hinter sich zu lassen und Kurs auf Befreiung zu nehmen: von Beats, Dance-Diktat, Computerfixiertheit und all dem Kram. Für dieses Abenteuer hat (Sascha) Ring mit Mute ein neues Label gefunden, und er hat eine neue vierköpfige Band gegründet, in der er, zumindest auf der Bühne, einfach nur mehr Sänger und Gitarrist sein muss. Seine Thom-Yorke'schen Heulerfrequenzen setzt er, der erst vor ein paar Jährchen zum ersten Mal vor ein Mikrofon genötigt wurde, auf fast allen Stücken ein, als einzige Gastsängerin lädt er Soap & Skin für ein Stück zum großen Gänsehautgipfel. Da schaudert's einen fast noch schöner als beim leisen Romantiker-Rezitieren."
11)The War on Drugs - Brothers
12) The War on Drugs - Your Love is calling my name
Das Album des Monats September beim Gelben Tango: 'Slave Ambient' (VÖ: 26.08.) von The War on Drugs!!!
Hier nochmal das byte.fm-Zitat aus der Sendung zum Nachlesen:
"The War On Drugs haben die Gabe, Country mit Elektronik, Blues und Stadionrock zu mischen, all das auf eine so unprätentiöse Weise, dass 'Slave Ambient' beim ersten Hören fast wie ein langer Song klingt. Aber wie ein langer guter Song. Dabei wird ganz unangestrengt mit dem Begriff Americana gespielt, das es fast schon frech erscheint, wie dieser in die Gegenwart transportiert wird. Das erinnert an mancher Stelle mehr an Tom Petty, dann glaubt man Bruce Springsteen zu hören, aber auch Bob Dylan und My Bloody Valentine schauen kurz vorbei. (Adam) Granduciels Stimme zieht den Hörer dabei so in seinen Bann, dass man am Ende des Albums einfach nur 'Repeat' drücken kann."
Die komplette Rezension findet ihr hier.
Weitere Songs vom Album des Monats hört ihr in der nächsten Sendung am 19. September.
13) Balam Acab - Expect
'Wander/Wonder' (VÖ: 26.08.) von Balam Acab ist die neueste Veröffentlichung auf Tri Angle Records - von dem ihr in den letzten Wochen schon andere Künstler wie How to dress well, Clams Casino und Holy Other hören konntet. Hinter Balam Acab steckt der 20-jährige New Yorker Soundtüftler Alex Koone, dessen Musik in rätselhafte Schubladen wie Witch House, Swrewgaze oder Post-Dubstep gesteckt wird, jedoch eigentlich in keine Schublade passt. "Es geht um die Idee der Schönheit im Unperfekten, getaucht in eine Atmosphäre des Unwirklichen", schreibt auftouren.de. "Seit letztem Jahr nennt man das bekanntermaßen Witch House, wobei 'Wander/Wonder' mehr in den dunklen Untiefen zu zerfließen scheint, nicht so monumental und intensiv wie Salem daherkommt oder so humpelnd und r’n’b-mäßig wie (...) How To Dress Well."
Nächste Sendung am 19. September um 23 Uhr.
Labels:
Apparat,
Balam Acab,
Beach Fossils,
Beirut,
CANT,
Future Islands,
Grizzly Bear,
How to dress well,
Other Lives,
Pavement,
Peter Broderick,
Stephen Malkmus and the Jicks,
The War on Drugs
Donnerstag, 1. September 2011
Das Sommerloch ist überstanden...
...und zur Zeit erscheinen wieder unglaublich viele aufregende Platten. Kommenden Montag beim Gelben Tango bekommt ihr einen Überblick/Vorgeschmack über/auf die schönsten Veröffentlichungen der letzten/nächsten Zeit - u.a. dabei sein werden die Balkanromantiker Beirut, das Kammerfolkquintett Other Lives und das Berliner Frickelgenie Apparat. Ganz zu schweigen vom großartigen neuen Album des Monats - eine berauschende Mischung aus Country, Elektronik, Blues und ja, Stadionrock. Abgerundet wird der Gelbe Tango »Indie» Nacht wie immer von einem Konzerttipp sowie ausgewählten »Indie»Klassikern. Darunter ein Song, der die großen Smashing Pumpkins einst zur Weißglut brachte. Los geht's Montag nach dem Heimspiel LeineHertz. Einschalten lohnt sich.
Labels:
Apparat,
Beirut,
Other Lives,
Smashing Pumpkins
Montag, 15. August 2011
PLAYLIST VOM 15. AUGUST
1) The Antlers - French Exit
Den Auftakt zu dieser kleinen New-York-Spezialsendung machen The Antlers aus dem Szenestadtteil Brooklyn. Auch wenn die Band von Peter Silberman eher die Gegenthese zum Brooklynschen Hipstertum ist. "Es ist, als schiebe man sich mit der Band durch das beklemmende Gefühl der Einsamkeit inmitten einer Metropole", schreibt Plattentests über das aktuelle Album 'Burst apart', das am 24. Juni erschienen ist.
2) Beach Fossils - Adversity
3) Beach Fossils - Golden Age
Ein treuer Hörer dieser Sendung war kürzlich in New York und berichtete, dass die Beach Fossils dort zur Zeit ein ganz heißer Feger seien. Seit Ende Juli sind die beiden bisherigen Veröffentlichungen der Beach Fossils über Cargo Records nun auch in Deutschland zu haben: Das unbetitelte Debütalbum, das in den USA bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde, sowie die 'What a Pleasure EP' aus dem Frühjahr 2011. Fazit: Der Hype ist berechtigt, toller 60s-Surfpop irgendwo zwischen Crystal Stilts und The Drums, um an dieser Stelle zwei weitere Brooklyner Bands als Referenz zu nennen. Danke Axel.
4) Twin Shadow - I can't wait
"Immer wieder Brooklyn: In Sachen koketter Pop- und großzügig sprudelnder Rockmusik ist der New Yorker Bezirk ein gottverdammtes Nest famoser Künstler", konstatierte Plattentests Ende letzten Jahres. "Neu im erlesenen Zirkel sind Twin Shadow, die mit ihrem 80s-infizierten Besserwisser-Electro sogar schon Produzenten-Grizzly Chris Taylor mit ins Boot holen konnten. Das Debüt-Album 'Forget' bietet zeit- und zügellosen Synthie-Pop, der weitsichtiger und raffinierter kaum sein könnte. Eine Tatsache, die zweifelsfrei die Vermutung stützt, dass irgendwo in Brooklyn ein obdachloser Hobby-Miraculix für ein paar Zigaretten und eine Handvoll Cents Nachwuchskünstler in einen Kessel mit Zaubertrank hüpfen lässt. Newcomer mit Hang zum Hokuspokus, völlig kitschfrei, aber mit einer schönen Retro-Patina. (...) Dieses Debütalbum ist mehr als nur die nächste schillernde Seifenblase, die einem als 'Big thing' angepriesen wird: Hier regieren Abstraktionswut, Tapferkeit, bewusst inszenierte und unbewusst zur Schau gestellte Coolness. Die große Qualität der Platte ist gerade ihre wehmütige Unentschlossenheit, das wilde Oszillieren zwischen Kopf-, Bauch- und Beinmusik. Oder - um es anders auszudrücken: Wem die kontroversen Hurts zu affektiert und aufgedunsen sind, der könnte hier seinen wohlverdienten 80er-Segen finden. It's such a wonderful life."
Kein Zweifel: 'Forget' war eine der überragenden Platten des Jahres 2010. Die jüngste Veröffentlichtung von Twin Shadow ist übrigens ein Remix des Songs 'Heart in your Heartbreak' seiner New Yorker Kollegen The Pains of being pure at Heart, mit denen er zusammen auf Tour war.
5) Austra - Alone, together
6) Owen Pallett - Hard to explain
"Im Indierock begannen die Nuller am 30. Juli 2001. An diesem Tag ließen die Strokes ihr erstes Album Is This It auf die Welt los", rekapitulierte der Musikexpress kürzlich anlässlich des neuesten Strokes-Albums. "Is This It war die Synthese aus 30 Jahren New Yorker Garagenbands - von The Velvet Underground über Suicide bis hin zu Television." The Strokes wurden damals zu den neuen Heilbringern des Gitarrenrock und darüberhinaus mit ihrem Retro-Kleidungsstil zum soziokulturellen Phänomen. Zehn Jahre ist das her, anlässlich des Jubiläums wurde nun das Is This It-Tributalbum 'Stroked' veröffentlicht, das man sich bei Stereogum kostenlos herunterladen kann. Zwei sehr tolle Coverversionen stammen von Austra sowie Owen Pallett. Weder Austra noch Pallett stammen im Übrigen aus New York, sondern aus der nicht minder bunten kanadischen »Indie»Szene. Das Debütalbum von Austra ('Feel it break', VÖ: 16.05.) ist übrigens sehr zu empfehlen - sowie alle Veröffentlichungen von Owen Palett/Final Fantasy, der ja bereits einige Male beim Gelben Tango zu hören war.
7) DM Stith - Braid of voices (brass version)
Über sein 2009 veröffentlichtes Debütalbum 'Heavy Ghost' sagte DM Stith einst, es sei wie das wahre Leben: Manchmal herausfordernd, manchmal verwirrend, aber letztendlich doch lohnenswert. "Alles ist und bleibt mysteriös auf Heavy ghost", schrieb auch Plattentests. "Nicht nur die Instrumentierung, sondern auch die Texte", wobei der New Yorker Multiinstrumentalist noch jenseitiger klinge als Thom Yorke. Und mit seinem Sirenengesang irgendwo zwischen Antony Hegarty, Tom Petty und Thom Yorke ist Stith nun auch auf dem aktuellen Album des Monats zu hören...
8) Son Lux - Rising
9) Son Lux - Let go
...und dieses Album des Monats August beim Gelben Tango heißt 'We are rising' und ist vergangenen Freitag erschienen.
Ein Album mit einer ungewöhnlichen Herangehensweise an das Songwriting, welches verschiedene Elemente von neuartiger Elektronik und klassichem Pop miteinander vermische, schreibt byte.fm auf seiner Webseite. Dies mache Son Lux einzigartig, wenn nicht sogar zu einem Exoten oder einem Kleinkind in einem Wald der musikalischen Vielfältigkeit. "Grenzenlos und faszinierend, wie es sonst nur ein Peter Gabriel vermochte, allerdings mit einfacheren Mitteln. An der Produktion dieses erhabenen Werkes beteiligt waren unter anderem auch DM Stith, Peter Silberman (The Antlers), Shara Worden (My Brightest Diamond) und Midlake. Diese stechen aber niemals hervor, sondern halten sich gewollt im Hintergrund, um das Atmen von 'We Are Rising' nicht zu blockieren."
10) Other Lives - Dark Horse
Eines der heimlichen Highlights auf dem Haldern Pop Festival am vergangenen Wochenende war das Kammerfolk-Quintett Other Lives aus Oklahoma. Ein bisschen Fleet-Foxes-Hippietum, noch ein bisschen mehr Lost in the Trees (eine großartige Band, die auch längst überfällig ist für einen Auftritt beim Gelben Tango). Dass Other-Lives-Drahtzieher Jesse Tabish zu High-School-Zeiten einst Sänger der populären Emopopper The All-America Rejects war, ist eigentlich kaum zu glauben. Zu den größten Fans von Other Lives zählen übrigens prominente Namen wie Radiohead-Mastermind Thom Yorke und Flaming-Lips-Chef Wayne Coyne. Sowie die Macher so einiger TV-Serien wie Grey's Anatomy, in denen Other Lives bereits zu hören waren. Das neue Album 'Tamer Animals' erscheint am 26. August.
11) The War on Drugs - Taking the Farm
"The War on Drugs make excellent road-trip music", schrieb Pitchfork über das vor drei Jahren erschienene Debütalbum, das die Psych-Rock-Band aus Philadelphia einst auch im Café Glocksee vorstellte. "As its title implies, the Philly quintet's debut, 'Wagonwheel Blues', is Americana reimagined as blacktop and yellow lines, rubber tires, and overpriced gasoline. The album urges you along the interstate, but never burdens you with the stigma of roots music or reached-for authenticity." Kurz: Eine wundervolle Mischung aus Dylan, Springsteen und den Waterboys - gefiltert "through the noise of early Yo La Tengo and Sonic Youth". Das neue Album 'Slave ambient' erscheint Ende August und könnt ihr in der nächsten Sendung am 5. September hören.
12) How to dress well - Suicide Dream 2 (orchestral version)
"Tom Krell war mal Brooklyn-Hipster und ist jetzt Philosophie-Student in Köln. Vor allen Dingen ist Tom Krell aber How To Dress Well", war auf der Webseite von byte.fm zu Beginn des Jahres zu lesen. "Was die Musik ausmacht, ist der matschige, diffushallige R'n'B-Sound (...) wie vom feuchten Grund eines Brunnen. Zum R'n'B gehört es heute, möglichst "glossy", möglichst glatt zu klingen. In Krells Brunnen reflektiert nichts ungebrochen, der Sound stößt sich an den vielen Samples, an der Übersteuerung und wird dumpf und steigt geheimnisvoll empor." Der 'Suicide Dream 2' stammt von der jüngst auf Tri Angle Records erschienenen 'Just Once EP' (VÖ: 12.07.).
13) EF - Ett
Sorry schonmal für den nun folgenden etwas reißerischen Satz, mir ist einfach kein besserer Aufhänger eingefallen: Als EF im April letzten Jahres in Hannover auftraten, war das Publikum im gut gefüllten Cafe Glocksee hellauf begeistert, einzig "Unser Star für Oslo" Lena Meyer-Landrut schien gelangweilt von den Jungs aus Göteborg. Vielleicht lag's am Abi- oder ESC-Stress - es sei ihr jedenfalls verziehen. "Live immer wieder ein Erlebnis, zwar in ständig wechselnder Besetzung, aber stets nicht nur für die eine oder andere Überraschung, sondern auch für wahre Übersongs gut", schreibt Plattentests in der Rezension des aktuellen, 2010 erschienenen Albums 'Mourning golden morning'. Der Song Ett stammt vom 2006er Album 'Give me beauty or give me death'.
Beim Bootboohook spielen EF am Freitag 19. August um 21:00 Uhr auf der Green Stage, besser bekannt als 60er-Jahre-Halle. Große Vorfreude!
14) Tomte - Eine sonnige Nacht
Den Auftakt zu dieser kleinen New-York-Spezialsendung machen The Antlers aus dem Szenestadtteil Brooklyn. Auch wenn die Band von Peter Silberman eher die Gegenthese zum Brooklynschen Hipstertum ist. "Es ist, als schiebe man sich mit der Band durch das beklemmende Gefühl der Einsamkeit inmitten einer Metropole", schreibt Plattentests über das aktuelle Album 'Burst apart', das am 24. Juni erschienen ist.
2) Beach Fossils - Adversity
3) Beach Fossils - Golden Age
Ein treuer Hörer dieser Sendung war kürzlich in New York und berichtete, dass die Beach Fossils dort zur Zeit ein ganz heißer Feger seien. Seit Ende Juli sind die beiden bisherigen Veröffentlichungen der Beach Fossils über Cargo Records nun auch in Deutschland zu haben: Das unbetitelte Debütalbum, das in den USA bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde, sowie die 'What a Pleasure EP' aus dem Frühjahr 2011. Fazit: Der Hype ist berechtigt, toller 60s-Surfpop irgendwo zwischen Crystal Stilts und The Drums, um an dieser Stelle zwei weitere Brooklyner Bands als Referenz zu nennen. Danke Axel.
4) Twin Shadow - I can't wait
"Immer wieder Brooklyn: In Sachen koketter Pop- und großzügig sprudelnder Rockmusik ist der New Yorker Bezirk ein gottverdammtes Nest famoser Künstler", konstatierte Plattentests Ende letzten Jahres. "Neu im erlesenen Zirkel sind Twin Shadow, die mit ihrem 80s-infizierten Besserwisser-Electro sogar schon Produzenten-Grizzly Chris Taylor mit ins Boot holen konnten. Das Debüt-Album 'Forget' bietet zeit- und zügellosen Synthie-Pop, der weitsichtiger und raffinierter kaum sein könnte. Eine Tatsache, die zweifelsfrei die Vermutung stützt, dass irgendwo in Brooklyn ein obdachloser Hobby-Miraculix für ein paar Zigaretten und eine Handvoll Cents Nachwuchskünstler in einen Kessel mit Zaubertrank hüpfen lässt. Newcomer mit Hang zum Hokuspokus, völlig kitschfrei, aber mit einer schönen Retro-Patina. (...) Dieses Debütalbum ist mehr als nur die nächste schillernde Seifenblase, die einem als 'Big thing' angepriesen wird: Hier regieren Abstraktionswut, Tapferkeit, bewusst inszenierte und unbewusst zur Schau gestellte Coolness. Die große Qualität der Platte ist gerade ihre wehmütige Unentschlossenheit, das wilde Oszillieren zwischen Kopf-, Bauch- und Beinmusik. Oder - um es anders auszudrücken: Wem die kontroversen Hurts zu affektiert und aufgedunsen sind, der könnte hier seinen wohlverdienten 80er-Segen finden. It's such a wonderful life."
Kein Zweifel: 'Forget' war eine der überragenden Platten des Jahres 2010. Die jüngste Veröffentlichtung von Twin Shadow ist übrigens ein Remix des Songs 'Heart in your Heartbreak' seiner New Yorker Kollegen The Pains of being pure at Heart, mit denen er zusammen auf Tour war.
5) Austra - Alone, together
6) Owen Pallett - Hard to explain
"Im Indierock begannen die Nuller am 30. Juli 2001. An diesem Tag ließen die Strokes ihr erstes Album Is This It auf die Welt los", rekapitulierte der Musikexpress kürzlich anlässlich des neuesten Strokes-Albums. "Is This It war die Synthese aus 30 Jahren New Yorker Garagenbands - von The Velvet Underground über Suicide bis hin zu Television." The Strokes wurden damals zu den neuen Heilbringern des Gitarrenrock und darüberhinaus mit ihrem Retro-Kleidungsstil zum soziokulturellen Phänomen. Zehn Jahre ist das her, anlässlich des Jubiläums wurde nun das Is This It-Tributalbum 'Stroked' veröffentlicht, das man sich bei Stereogum kostenlos herunterladen kann. Zwei sehr tolle Coverversionen stammen von Austra sowie Owen Pallett. Weder Austra noch Pallett stammen im Übrigen aus New York, sondern aus der nicht minder bunten kanadischen »Indie»Szene. Das Debütalbum von Austra ('Feel it break', VÖ: 16.05.) ist übrigens sehr zu empfehlen - sowie alle Veröffentlichungen von Owen Palett/Final Fantasy, der ja bereits einige Male beim Gelben Tango zu hören war.
7) DM Stith - Braid of voices (brass version)
Über sein 2009 veröffentlichtes Debütalbum 'Heavy Ghost' sagte DM Stith einst, es sei wie das wahre Leben: Manchmal herausfordernd, manchmal verwirrend, aber letztendlich doch lohnenswert. "Alles ist und bleibt mysteriös auf Heavy ghost", schrieb auch Plattentests. "Nicht nur die Instrumentierung, sondern auch die Texte", wobei der New Yorker Multiinstrumentalist noch jenseitiger klinge als Thom Yorke. Und mit seinem Sirenengesang irgendwo zwischen Antony Hegarty, Tom Petty und Thom Yorke ist Stith nun auch auf dem aktuellen Album des Monats zu hören...
8) Son Lux - Rising
9) Son Lux - Let go
...und dieses Album des Monats August beim Gelben Tango heißt 'We are rising' und ist vergangenen Freitag erschienen.
Ein Album mit einer ungewöhnlichen Herangehensweise an das Songwriting, welches verschiedene Elemente von neuartiger Elektronik und klassichem Pop miteinander vermische, schreibt byte.fm auf seiner Webseite. Dies mache Son Lux einzigartig, wenn nicht sogar zu einem Exoten oder einem Kleinkind in einem Wald der musikalischen Vielfältigkeit. "Grenzenlos und faszinierend, wie es sonst nur ein Peter Gabriel vermochte, allerdings mit einfacheren Mitteln. An der Produktion dieses erhabenen Werkes beteiligt waren unter anderem auch DM Stith, Peter Silberman (The Antlers), Shara Worden (My Brightest Diamond) und Midlake. Diese stechen aber niemals hervor, sondern halten sich gewollt im Hintergrund, um das Atmen von 'We Are Rising' nicht zu blockieren."
10) Other Lives - Dark Horse
Eines der heimlichen Highlights auf dem Haldern Pop Festival am vergangenen Wochenende war das Kammerfolk-Quintett Other Lives aus Oklahoma. Ein bisschen Fleet-Foxes-Hippietum, noch ein bisschen mehr Lost in the Trees (eine großartige Band, die auch längst überfällig ist für einen Auftritt beim Gelben Tango). Dass Other-Lives-Drahtzieher Jesse Tabish zu High-School-Zeiten einst Sänger der populären Emopopper The All-America Rejects war, ist eigentlich kaum zu glauben. Zu den größten Fans von Other Lives zählen übrigens prominente Namen wie Radiohead-Mastermind Thom Yorke und Flaming-Lips-Chef Wayne Coyne. Sowie die Macher so einiger TV-Serien wie Grey's Anatomy, in denen Other Lives bereits zu hören waren. Das neue Album 'Tamer Animals' erscheint am 26. August.
11) The War on Drugs - Taking the Farm
"The War on Drugs make excellent road-trip music", schrieb Pitchfork über das vor drei Jahren erschienene Debütalbum, das die Psych-Rock-Band aus Philadelphia einst auch im Café Glocksee vorstellte. "As its title implies, the Philly quintet's debut, 'Wagonwheel Blues', is Americana reimagined as blacktop and yellow lines, rubber tires, and overpriced gasoline. The album urges you along the interstate, but never burdens you with the stigma of roots music or reached-for authenticity." Kurz: Eine wundervolle Mischung aus Dylan, Springsteen und den Waterboys - gefiltert "through the noise of early Yo La Tengo and Sonic Youth". Das neue Album 'Slave ambient' erscheint Ende August und könnt ihr in der nächsten Sendung am 5. September hören.
12) How to dress well - Suicide Dream 2 (orchestral version)
"Tom Krell war mal Brooklyn-Hipster und ist jetzt Philosophie-Student in Köln. Vor allen Dingen ist Tom Krell aber How To Dress Well", war auf der Webseite von byte.fm zu Beginn des Jahres zu lesen. "Was die Musik ausmacht, ist der matschige, diffushallige R'n'B-Sound (...) wie vom feuchten Grund eines Brunnen. Zum R'n'B gehört es heute, möglichst "glossy", möglichst glatt zu klingen. In Krells Brunnen reflektiert nichts ungebrochen, der Sound stößt sich an den vielen Samples, an der Übersteuerung und wird dumpf und steigt geheimnisvoll empor." Der 'Suicide Dream 2' stammt von der jüngst auf Tri Angle Records erschienenen 'Just Once EP' (VÖ: 12.07.).
13) EF - Ett
Sorry schonmal für den nun folgenden etwas reißerischen Satz, mir ist einfach kein besserer Aufhänger eingefallen: Als EF im April letzten Jahres in Hannover auftraten, war das Publikum im gut gefüllten Cafe Glocksee hellauf begeistert, einzig "Unser Star für Oslo" Lena Meyer-Landrut schien gelangweilt von den Jungs aus Göteborg. Vielleicht lag's am Abi- oder ESC-Stress - es sei ihr jedenfalls verziehen. "Live immer wieder ein Erlebnis, zwar in ständig wechselnder Besetzung, aber stets nicht nur für die eine oder andere Überraschung, sondern auch für wahre Übersongs gut", schreibt Plattentests in der Rezension des aktuellen, 2010 erschienenen Albums 'Mourning golden morning'. Der Song Ett stammt vom 2006er Album 'Give me beauty or give me death'.
Beim Bootboohook spielen EF am Freitag 19. August um 21:00 Uhr auf der Green Stage, besser bekannt als 60er-Jahre-Halle. Große Vorfreude!
14) Tomte - Eine sonnige Nacht
"Niemand weiß genau, was kommen wird, wenn der große Uhlo zum Solo-Schlag ausholt", ist auf der Bootboohook-Webseite zu lesen. "Es gibt keine Snippets, aktuellen Fotos oder Statusmeldungen und gerade Mal ein einziges verwackeltes Konzertvideo im Netz. Es heißt, er hat eine Band (nicht Tomte!), von Bläsern und Klavieren (Mehrzahl!) ist die Rede. Das Tuscheln schwillt an zum vielstimmigen Mutmaßungs-Chor. Und Thees selber? An der Bühnenkante mit riesigen Engelsflügeln wie Sufjan Stevens? Oder im Glitzeroverall kopfstehend auf einem der Klaviere wie der junge Elton John? Einzige Sicherheit: Er wird die Bühne und die umliegenden Grünflächen (am Ende wohl ganz Hannover) mit seiner ausufernden Seele füllen. Ein paar neue Zeilen hat er sich selbst schon vorausgeschickt: »Wenn es eine Lektion gibt, habe ich sie gelernt: Das Leben ist wie Feuer, es brennt und es wärmt, das Leben ist hart, aber das nehme ich in Kauf; zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf!« Willkommen zurück auf der Bühne, Herr Uhlmann!" Schöner hätte man es nicht schreiben können... Thees Uhlmann betritt Sonntag um 17:45 Uhr als vorletzter Act die BBH-Hauptbühne. Wir sehen uns!
Nächste Sendung am 5. September 23 Uhr
Labels:
Austra,
Beach Fossils,
Bootboohook,
DM Stith,
EF,
How to dress well,
Other Lives,
Owen Pallett,
Son Lux,
The Antlers,
The Strokes,
The War on Drugs,
Tomte,
Twin Shadow
Mittwoch, 10. August 2011
Eine musikalische Reise nach New York...
...erwartet euch nächsten Montag beim Gelben Tango. Anlass ist das 10-jährige Jubiläum der (zumindest popkulturell betrachtet) wichtigsten »Indie»platte der Nullerjahre: 'Is This It', das im Sommer 2001 veröffentlichte Debütalbum der New Yorker Vorzeige»indie»boys The Strokes. Während Casablancas & Co. im Big Apple langsam zum alten Eisen gehören, rücken unglaublich viele junge Bands nach. Einige dieser New Yorker Shooting Stars bekommt ihr Montag zu hören.
Außerdem im Programm wie immer viel Neues - darunter eine Band, die sogar Radiohead-Mastermind Thom Yorke ins Schwärmen bringt. Von »cheesy» 80er-Synthieklängen und orchestralem Darkwave über Kammermusik und Folk, Kunstpop mit HipHop-Beats bis hin zu Surfpop und klassischem Postrock. Sowie ein Countdown zum Bootboohook-Festival, das endlich wieder vor der Tür steht. Eine sonnige Nacht ist da garantiert.
Außerdem im Programm wie immer viel Neues - darunter eine Band, die sogar Radiohead-Mastermind Thom Yorke ins Schwärmen bringt. Von »cheesy» 80er-Synthieklängen und orchestralem Darkwave über Kammermusik und Folk, Kunstpop mit HipHop-Beats bis hin zu Surfpop und klassischem Postrock. Sowie ein Countdown zum Bootboohook-Festival, das endlich wieder vor der Tür steht. Eine sonnige Nacht ist da garantiert.
Montag, 1. August 2011
PLAYLIST VOM 1. AUGUST
1) WU LYF - L Y F
'Go tell Fire to the Mountain' von WU LYF war das Album des Monats Juli beim Gelben Tango - und ist ein heißer Anwärter aufs Album des Jahres. WU LYF - Love You Forever.
2) Gardens & Villa - Star Fire Power
Das Quintett aus Kalifornien macht sommerliche Musik irgendwo zwischen Beach Boys, Grizzly Bear und Chillwave. Der Bandname ergibt sich aus der Lage des Bandquartiers, das in der Villa Street steht - ganz offensichtlich eine Gegend mit schönen (Vor)gärten. Das Debütalbum ist am 8. Juli bei dem US-amerikanischen Indie-Label 'Secretly Canadian' erschienen, zu deren bekanntesten Künstlern Antony & the Johnsons, Yeasayer und The War on Drugs zählen. The War on Drugs bringen übrigens diesen Monat ein neues Album heraus, bald zu hören beim Gelben Tango.
3) Washed Out - Amor Fati
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle das neue Album von Memory Tapes vorstellen, aber der Chillwave-Sound von Washed Out ist einfach nicht zu toppen zur Zeit. Die Musik von Washed Out klinge neu und alt zugleich, schreibt Plattentests. Mit ihrem entspannten 80er-Jahre-Feeling erzeugten die Songs gute Laune und beweisten, dass es auch in einem größtenteils verregneten Sommer nur die richtige Musik brauche, um sich gut zu fühlen.
Bootboohook-Tipps:
4) Wire - Outdoor Miner (aus 'Chairs Missing', 1978) / Samstag 20. August / Hauptbühne / 15:30 Uhr
5) Wire - Bad Worn Thing (aus 'Red Barked Tree', 01/2011)
6) Timbre Timbre - Woman (aus 'Creep on, creepin' on, 04/2011) / Sonntag 21. August / Hauptbühne / 16:15 Uhr
7) Junip - Tide (aus 'Fields', 09/2010) / Freitag 19. August / Hauptbühne / 19:45 Uhr
8) Shabazz Palaces - Blastit... (Daytrotter Session)
Der zweite Gelbe Tango in Folge mit HipHop, unglaublich oder!? Aber nicht Standard-HipHop, sondern Indie-Post-HipHop oder so. Immer diese Schubladen. Die am 13. Juli aufgenommene Daytrotter Session von Shabazz Palaces kann man sich hier kostenlos herunterladen. Das Album 'Black up' ist am 1. Juli auf 'Sub Pop' erschienen.
9) Clams Casino - Drowning
Hinter Clams Casino steckt der 23-jährige New Yorker (HipHop-)Produzent Mike Volpe. Eine erste EP von Clams Casino ist am 24. Juni auf Tri Angle Records erschienen. "Ultimately the EP is tough to categorize, since it has a clear hip-hop undercurrent but feels more in line with mixed-genre experimental electronic work", schreibt Pitchfork. "But it's an impressive, colorful set of tunes that is arguably the best thing this label has put out, next to How to Dress Well's debut LP." Und das will schon was heißen bei diesem großartigen Label.
10) Son Lux - All the right things
11) Son Lux - Rebuild
Das Album des Monats August beim Gelben Tango: 'We are rising' von Son Lux, das am 12. August in Deutschland erscheint. "Der wahrscheinlich beste Songzyklus, den Sufjan Stevens nie veröffentlicht hat", schreibt der Musikexpress in seiner aktuellen Ausgabe. "Ein Geniestreich, der Stevens mindestens drei Jahre und 100 'Mitarbeiter' gekostet hätte." Ryan Lott alias Son Lux gelang dieser Geniestreich im Februar innerhalb von 28 Tagen.
12) Amanda Palmer - Polly (Nirvana Cover)
Wie die Zeit vergeht: Vor zwanzig Jahren haben Nirvana 'Nevermind' herausgebracht. Auf der Webseite vom Spin Magazine wurde nun ein Tributalbum mit dem Titel 'Newermind' veröffentlicht, das man sich kostenlos herunterladen kann. Indie-Künstler wie Titus Andronicus, EMA, The Vaselines, Telekinesis oder Surfer Blood haben sich dort an die alten Nirvana-Klassiker gewagt. Die beste Coverversion stammt jedoch von der ehemaligen Dresden-Dolls-Frontfrau Amanda Palmer.
13) Dresden Dolls - Sex changes
Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Dark Cabaret und Punk sowie tollen Live-Shows haben sich die Dresden Dolls eine große Anhängerschaft erspielt. Das aus Amanda Palmer und Brian Viglione bestehende Duo aus Boston hat insgesamt vier Alben veröffentlicht, das letzte im Jahr 2008. Seitdem befinden sich die Dresden Dolls in einer Schaffenspause, welche Palmer dazu nutzte, um zwei Soloalben herauszubringen. 'Sex changes' ist der Eröffnungstrack vom 2006 erschienenen Album 'Yes, Virginia...'.
14) Ja, Panik - The Evening Sun
Was für eine tolle Überraschung: Ja, Panik , deren aktuelles Album 'DMD KIU LIDT' das April-Album-des-Monats beim Gelben Tango war, spielen am Freitag 21. Oktober 2011 im Café Glocksee.
Nächste Sendung am Montag 15. August um 23 Uhr.
'Go tell Fire to the Mountain' von WU LYF war das Album des Monats Juli beim Gelben Tango - und ist ein heißer Anwärter aufs Album des Jahres. WU LYF - Love You Forever.
2) Gardens & Villa - Star Fire Power
Das Quintett aus Kalifornien macht sommerliche Musik irgendwo zwischen Beach Boys, Grizzly Bear und Chillwave. Der Bandname ergibt sich aus der Lage des Bandquartiers, das in der Villa Street steht - ganz offensichtlich eine Gegend mit schönen (Vor)gärten. Das Debütalbum ist am 8. Juli bei dem US-amerikanischen Indie-Label 'Secretly Canadian' erschienen, zu deren bekanntesten Künstlern Antony & the Johnsons, Yeasayer und The War on Drugs zählen. The War on Drugs bringen übrigens diesen Monat ein neues Album heraus, bald zu hören beim Gelben Tango.
3) Washed Out - Amor Fati
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle das neue Album von Memory Tapes vorstellen, aber der Chillwave-Sound von Washed Out ist einfach nicht zu toppen zur Zeit. Die Musik von Washed Out klinge neu und alt zugleich, schreibt Plattentests. Mit ihrem entspannten 80er-Jahre-Feeling erzeugten die Songs gute Laune und beweisten, dass es auch in einem größtenteils verregneten Sommer nur die richtige Musik brauche, um sich gut zu fühlen.
Bootboohook-Tipps:
4) Wire - Outdoor Miner (aus 'Chairs Missing', 1978) / Samstag 20. August / Hauptbühne / 15:30 Uhr
5) Wire - Bad Worn Thing (aus 'Red Barked Tree', 01/2011)
6) Timbre Timbre - Woman (aus 'Creep on, creepin' on, 04/2011) / Sonntag 21. August / Hauptbühne / 16:15 Uhr
7) Junip - Tide (aus 'Fields', 09/2010) / Freitag 19. August / Hauptbühne / 19:45 Uhr
8) Shabazz Palaces - Blastit... (Daytrotter Session)
Der zweite Gelbe Tango in Folge mit HipHop, unglaublich oder!? Aber nicht Standard-HipHop, sondern Indie-Post-HipHop oder so. Immer diese Schubladen. Die am 13. Juli aufgenommene Daytrotter Session von Shabazz Palaces kann man sich hier kostenlos herunterladen. Das Album 'Black up' ist am 1. Juli auf 'Sub Pop' erschienen.
9) Clams Casino - Drowning
Hinter Clams Casino steckt der 23-jährige New Yorker (HipHop-)Produzent Mike Volpe. Eine erste EP von Clams Casino ist am 24. Juni auf Tri Angle Records erschienen. "Ultimately the EP is tough to categorize, since it has a clear hip-hop undercurrent but feels more in line with mixed-genre experimental electronic work", schreibt Pitchfork. "But it's an impressive, colorful set of tunes that is arguably the best thing this label has put out, next to How to Dress Well's debut LP." Und das will schon was heißen bei diesem großartigen Label.
10) Son Lux - All the right things
11) Son Lux - Rebuild
Das Album des Monats August beim Gelben Tango: 'We are rising' von Son Lux, das am 12. August in Deutschland erscheint. "Der wahrscheinlich beste Songzyklus, den Sufjan Stevens nie veröffentlicht hat", schreibt der Musikexpress in seiner aktuellen Ausgabe. "Ein Geniestreich, der Stevens mindestens drei Jahre und 100 'Mitarbeiter' gekostet hätte." Ryan Lott alias Son Lux gelang dieser Geniestreich im Februar innerhalb von 28 Tagen.
12) Amanda Palmer - Polly (Nirvana Cover)
Wie die Zeit vergeht: Vor zwanzig Jahren haben Nirvana 'Nevermind' herausgebracht. Auf der Webseite vom Spin Magazine wurde nun ein Tributalbum mit dem Titel 'Newermind' veröffentlicht, das man sich kostenlos herunterladen kann. Indie-Künstler wie Titus Andronicus, EMA, The Vaselines, Telekinesis oder Surfer Blood haben sich dort an die alten Nirvana-Klassiker gewagt. Die beste Coverversion stammt jedoch von der ehemaligen Dresden-Dolls-Frontfrau Amanda Palmer.
13) Dresden Dolls - Sex changes
Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Dark Cabaret und Punk sowie tollen Live-Shows haben sich die Dresden Dolls eine große Anhängerschaft erspielt. Das aus Amanda Palmer und Brian Viglione bestehende Duo aus Boston hat insgesamt vier Alben veröffentlicht, das letzte im Jahr 2008. Seitdem befinden sich die Dresden Dolls in einer Schaffenspause, welche Palmer dazu nutzte, um zwei Soloalben herauszubringen. 'Sex changes' ist der Eröffnungstrack vom 2006 erschienenen Album 'Yes, Virginia...'.
14) Ja, Panik - The Evening Sun
Was für eine tolle Überraschung: Ja, Panik , deren aktuelles Album 'DMD KIU LIDT' das April-Album-des-Monats beim Gelben Tango war, spielen am Freitag 21. Oktober 2011 im Café Glocksee.
Nächste Sendung am Montag 15. August um 23 Uhr.
Labels:
Amanda Palmer,
Bootboohook,
Clams Casino,
Dresden Dolls,
Gardens and Villa,
Ja Panik,
Junip,
Nirvana,
Shabazz Palaces,
Son Lux,
Sufjan Stevens,
Timber Timbre,
Washed Out,
Wire,
WU LYF
Donnerstag, 28. Juli 2011
Am Montag erwarten euch eine Bootboohook-Vorschau...
..sowie die heißesten »Indie»Newcomer für diesen leider nicht ganz so heißen Sommer. Von Chillwave, Glam und Heavy Pop über Post-HipHop und New R&B bis hin zu Kabarettpunk und Kunstpop ist wieder die ganze gelbe »Indie»Farbpalette dabei. Außerdem ein Tribut an Nirvanas Nevermind und ein Album des Monats, das selbst Sufjan Stevens neidisch machen dürfte.
Kommenden Montag von 23 bis 24 Uhr, wie immer nach dem 'Heimspiel LeineHertz'. Zum Live-Stream kommt ihr übrigens, wenn ihr rechts auf den LeineHertz-Button klickt.
Kommenden Montag von 23 bis 24 Uhr, wie immer nach dem 'Heimspiel LeineHertz'. Zum Live-Stream kommt ihr übrigens, wenn ihr rechts auf den LeineHertz-Button klickt.
Labels:
Bootboohook,
Nirvana,
Son Lux,
Sufjan Stevens
Montag, 18. Juli 2011
PLAYLIST VOM 18. JULI
1) Part Time - She's got the right
80er Jahre Filmmusik, Neonlichter und Nebelmaschinen - diese Assoziationen stehen im Pressetext über das Synthpop-Projekt Part Time. Hinter Part Time steckt David Speck aus San Francisco, der stimmlich an Ric Ocasek von der alten New-Wave-Band The Cars erinnert. Das Debütalbum von Part Time mit dem Titel 'What yould you say?' ist am 8. Juli auf dem Label 'Mexican Summer' erschienen.
2) Washed Out - Echoes
Bei 'Mexican Summer' war auch Ernest Greene alias Washed Out einst unter Vertrag. Mittlerweile ist dieser bei Sub Pop untergekommen, eines der weltweit namhaftesten Indie-Labels (mehr Infos zu Sub Pop s.u. bei Shabazz Palaces). Der 28-jährige Soundtüftler aus Atlanta gilt als Wegbereiter des Chillwave - ein Genre, das immer ein wenig belächelt worden ist, wohl auch aufgrund eines sehr verbreiteten Epigonentums, und seinen Zenit deshalb wohl bereits überschritten hat. Denn wer will schon Abklatsch hören?! Nur wenige Chillwave-Künstler wie Panda Bear, Toro Y Moi oder Neon Indian sind wirklich innovativ und geben Anlass zur Hoffnung. Und zu dieser fast elitären Riege zählt eben auch Washed Out, dessen sehnsüchtig erwartetes Debütalbum 'Within and Without' am 8. Juli erschienen ist und laut Pitchfork zu den wenigen Chillwave-Veröffentlichungen gehört, denen auf Albumlänge das Kunststück gelinge, "indie pop catchiness and fragile, narcotic groove" miteinander zu verbinden.
3) Arcade Fire & David Byrne - Speaking in tongues
Pünktlich zum Auftritt als Headliner beim Hurricane veröffentlichten Arcade Fire ihr mit einem Grammy ausgezeichneten 2010er Meisterwerk 'The Suburbs' noch einmal neu als Sonderedition mit dem von Spike Jonze gedrehten Kurzfilm 'Scenes from the Suburbs' sowie zwei brandneuen Songs. Man mag von solchen (Wieder)Vermarktungsaktionen halten was man will: Der Song 'Speaking in Tongues', für den Talking-Heads-Mastermind David Byrne an Bord geholt wurde, ist einfach mal wieder großartig. 'Speaking in Tongues' ist übrigens der Titel des fünften Talking-Heads-Albums aus dem Jahr 1983.
4) Talking Heads - Psycho Killer
Arcade Fire sind zur Zeit auf einem guten Weg, irgendwann in der Rock & Roll Hall of Fame verewigt zu werden. Die Talking Heads haben dieses Kunststück bereits vollbracht. Das 1974 in New York gegründete Quartett um David Byrne gilt als eine der abenteuerlichsten Bands der Rockgeschichte. Aus verschiedensten Elementen sei ein neuer Sound kreiert worden, der "sowohl visionär als auch leidenschaftlich" gewesen sei. Damit haben die Talking Heads immens viele Bands, vor allem aus dem »Indie»Bereich, maßgeblich beeinflusst. Radiohead zum Beispiel, kürzlich vom Musikexpress zur "wichtigsten Band der Welt" auserkoren, benannten sich einst nach dem 1986er Talking-Heads-Songs "Radio Head". Ihr letztes Album veröffentlichten die Talking Heads 1988, die offizielle Auflösung der Band folgte drei Jahre später. Tausendsassa Byrne ist dennoch nach wie vor stets präsent, als Solokünstler und Produzent oder durch verschiedene Kollaborationen wie zum Beispiel mit Fatboy Slim. Mit seinem alten Kollegen Brian Eno, mit dem er 1981 das von Musikerkritikern geliebte Album 'My Life in the Bush of Ghosts' aufgenommen hatte, ging Byrne 2008/2009 auf Welttourne. Vor einigen Jahren hatte Byrne zudem einen denkwürdigen Gastauftritt bei den Simpsons und schrieb in der Folge den Song 'Everybody hates Ned Flanders'.
5) Television - Venus
Noch vor den Talking Heads gründeten sich Television (bis 1973 nannten die sich noch The Neon Boys), ebenfalls in New York, in dessen Undergroundszene sich damals The Ramones, Patti Smith oder auch Blondie tummelten. Während die Ramones recht schlichte Songs spielten, machten Television durch komplexere Musik ('Art-Punk') auf sich aufmerksam. Das 1977 veröffentlichte Debütalbum 'Marquee Moon' listet Pitchfork als drittbestes Werk der 70er Jahre - gleich hinter David Bowies 'Low' und 'London Calling' von The Clash. "One of the all-time classic guitar albums", meint der Rolling Stone. 'Marquee Moon' zählt zu den wichtigsten Punk-Veröffentlichungen aller Zeiten, bekannte Bands wie Joy Division/New Order oder auch die Synthiepopper Depeche Mode sind von Television maßgeblich beeinflusst worden.
6) Future Islands - Before the Bridge
Ihre Musik bezeichnet die Band aus Baltimore als Post-Wave - eine sehr treffende Wortschöpfung (aus Post-Punk und New Wave) für den speziellen Sound der Future Islands. In der Rezension des 2010 auf 'Thrill Jockey' erschienenen Albums 'In Evening Air' umschrieb Plattentests die Musik mit sehnsüchtigen Synthmotiven, wohliger Melancholie und dem heiser-kratzigen Organ von Samuel T. Herring, das "die dunkle Intensität von Ian Curtis mit David Bowies Theatralik und dem sterilen Sexappeal von, ähem, Billy Idol" verbinde. Kurz: Ein Meisterwerk. Und der neue Song 'Before the Bridge', den es als kostenlosen Download im Internet gibt und morgen auf der gleichnamigen limitierten Vinyl-Single erscheint, lässt für die Future auf mehr hoffen ;)
7) Get Well Soon - My Door
Vom 19. bis zum 21. August findet auf dem Faust-Gelände das Bootboohook-Festival statt. Der Gelbe Tango stellt in dieser und den nächsten beiden Sendungen seine Highlights vor. Und dazu zählt auch Get Well Soon, das Bandprojekt des oberschwäbischen Multiinstrumentalisten Konstantin Gropper, der an der Mannheimer Popakademie studiert hat. "Seine Musik atmet in einem Zug Mahler, Morricone, Badalamenti, Alpenfolklore, Bowie und Radiohead ein," steht auf der Bootboohook-Webseite, "verwebt sie in kammersymphonische Kompositionen, getragen von Achtelgitarrenwänden und baut ein Dach aus der Philosophie des Abendlandes darüber." Gropper hat für viele verschiedene Filme die Musik komponiert, zum Beispiel für 'Same same but different' oder 'Palermo Shooting'. Der gespielte Song 'My Door' stammt vom Soundtrack des Films 'Der Entsorgte Vater' aus dem Jahr 2008.
8) Locas in Love - Es ist alles wirklich so schlimm wie es scheint
Locas in Love gehören zu den meist unterschätzten Bands Deutschland. Ein gutes Album nach dem anderen liefern die Kölner ab, zuletzt vor zweieinhalb Jahren das liebevolle weihnachtliche Konzeptalbum 'Winter'. Auf dem neuesten Album 'Lemming' (VÖ: 01.07.) begehen Locas in Love nun zum Teil einige neue Pfade. Das Ergebnis ist zwar immer noch Deutschpop vom Feinsten, doch liefert das Album auch kleine Ausflüge in Gefilde, die man von Locas in Love noch gar nicht kennt (Noise, Shoegaze, Krautrock). 'Lemming' habe die besten Liebeslieder, die besten Protestsongs, alles so leicht und gewitzt, als wäre das kleines Einmaleins, schreibt Intro. "Dazu Zitate, die viel besser als nur Zitatpop funktionieren, nämlich auf der vollen Klaviatur der Emotionen von zart bis hart. Sagen wir es einfach: das beste unprätentiöse deutschsprachige Indie-Pop-Album seit vielen Jahren." Der Seitenhieb in Richtung von Ja, Panik sei der Intro an dieser Stelle übrigens verziehen.
9) Bon Iver - Perth
Das bis dato beste Folk-Album des Jahres stammt aus der Feder von Justin Vernon alias Bon Iver. Trotz der vielen (Chart-)Erfolge und unzähligen Lobeshymnen sind beim sensiblen Songwriter Vernon - dessen Debütalbum einst dem Liebes- und Lebenskummer entsprang (immer diese armen Songwriter-Geschöpfe, hehe) - die Selbstzweifel geblieben. "Mich plagt immer noch das Gefühl, es rolle mir eine riesige Lawine entgegen", gestand er dem Musikexpress. "Zeitweise war ich mir sicher, sie würde zum Stillstand kommen und mir wieder die dringend nötige Zeit zum Luftholen geben. Aber dann war [Hip-Hop-Superstar] Kanye [West] am Telefon, das Gayngs-Album schlug ein - deshalb hatte ich nie wirklich das Gefühl, dem Wahnsinn wirklich zu entkommen. Im Gegenteil: Es scheint noch schlimmer zu werden. Irgendwie gewöhnt man sich zu einem gewissen Grad dran, aber der Selbstzweifel wird wohl nie ganz verschwinden." Und kürzlich hat dann auch noch Altmeister Neil Young angerufen - der arme Justin :-D
Das neue Album mit dem Titel 'Bon Iver' ist am 17. Juni erschienen und war bereits beim letzten Gelben Tango zu hören. Dort findet ihr auch weitere Infos zu Bon Iver.
10) Shabazz Palaces - The kings's new clothes were made by his own hands
Sorry Casper (der - so ganz am Rande erwähnt, und R-E-S-P-E-C-T dafür - mit seinem Emo-Indie-Hip-Pop-Album 'XOXO' diese Woche auf Platz 1 der Album-Charts einsteigen wird): An Shabazz Palaces ging kein Weg vorbei. Hinter Shabazz Palaces steckt im Wesentlichen Ishmael "Butterfly" Butler aus Seattle. Aus Seattle kommt auch das Label, das Butlers neuestes Album 'Black Up' (VÖ: 01.07.) veröffentlicht hat: Sub Pop, eines der wichtigsten alternativen Labels der letzten zwanzig Jahre (Nirvana und viele andere wichtige Grunge-Bands, The Shins, Foals, The Postal Servive, Fleet Foxes, Wolf Parade - um mal eben ein paar wichtige "Acts" zu nennen). Das Bemerkenswerte daran: Shabazz Palaces ist die allererste Hip-Hop-Veröffentlichung auf 1986 gegründeten Sub Pop. Und deshalb, wie man sich fast denken kann, eine ganz Besondere. "Ein bemerkenswertes HipHop-Modell für die Gegenwart: abstrakt, experimentell, verschroben, düster - trotzdem jazzy, warm und sogar ein wenig eingängig", schreibt motor.de sehr treffend. Und auch die Umschreibung auf der Sub-Pop-Webseite weiß zu gefallen: Wenn Beduinen statt Ziegen Beats hüten würden und in Seattle statt im Atlasgebirge wohnten, wäre dies ihr Album. Na dann. Anspieltipps: 'Are you… can you … were you? (Felt)' und 'Swerve… The reeping of all that is worthwhile (noir not withstanding)' - was für Songtitel...
11) SBTRKT - Trials of the Past
Spätestens seit James Blake im Frühjahr sein Debütalbum veröffentlich hat, ist "Post-Dubstep" in aller Munde - nur dass die betroffenenen Künstler wie Blake, Mount Kimbie oder Jamie Woon diese Genrebezeichnung nicht allzu sehr schätzen. "Nennen wir es Patchworkmusik, die sich aus den unterschiedlichsten Quellen speist: Trip- und HipHop, Ambient, Plinkerplonker und Dubstep", schrieb Musikexpress-Redakteur Albert Koch deshalb trotzig. Diese Beschreibung passt auch zu SBTRKT, der sich, wenn man die Vokale hinzufügt, Subtractone ausspricht. Das Ende Juni erschienene unbetitelte Album klingt wie eine Mischung aus Blake und dem R'n'B-lastigeren Jamie Woon - nur mit dem Unterschied, dass SBTRKT nicht selbst singt, sondern einige Gastsänger am Start hat. "SBTRKT is ultimately a colorful and highly enjoyable future-pop record", resümiert Pitchfork.
12) Holy Other - Feel something
Erst vor etwa einem Jahr, ist auf ZEIT Online zu lesen, begann Holy Other - ein schüchterner Solokünstler, von dem einzig der Vorname bekannt ist - mit dem Musizieren. In dieser kurzen Zeit hinterließ der junge Mann namens David aus Manchester genügend Eindruck, um bei dem angesagten 'Tri Angle Records' unterzukommen. Im Juni folgte nun seine erste Veröffentlichung: Die Maxi-Single 'With U', auf der der Song 'Feel something' zu finden ist. "Schlafzimmer-Pop", so bezeichnet Holy Other seine Musik selbst - denn sehr oft entstehe diese dort, im Bett, während er in der Dunkelheit sitze.
13) Tu Fawning - Just too much
Der Konzerttipp: Tu Fawning spielen am kommenden Samstag 23. Juli im Cafe Glocksee.
Die vier Multiinstrumentalisten um Joe Haege (31 Knots, Menomena) und Corrina Repp "bieten auf ihrem ersten Album 'Hearts On Hold' afrikanisches Tribal-Drumming, metallene Gamelan-Orchester-Musik, gnatschiges Indie-Gitarrenspiel, psychedelische Orgelei und spirituellen Chorgesang. Zusammen wird daraus ein düsteres Klangexperiment, das mit der Zeit hypnotische Kräfte annimmt", schreibt motor.de
Auch der Support Jæ klingt vielversprechend: Hinter Jæ steckt die junge Holländerin Jessica Sligter. "Mit einer atemberaubenden schönen, intensiven Stimme, deren Folk-Noir, pre-War Blues und Klassik-Collagem ganz ähnlich berückend sind wie die Joanna Newsoms", schreibt der Newsletter der Glocksee.
14) WU LYF - Summa's Bliss
15) WU LYF - Cave Song
Zum Abschluss der Sendung das Album des Monats Juli beim Gelben Tango: 'Go tell Fire to the Mountain' von WU LYF, der World Unite! Lucifer Youth Foundation. Aufgenommen wurde das Album übrigens in einer leer stehenden Kirche in Manchester, was ZEIT Online zu der etwas reißerischen Schlagzeile "Luzifers Jugendstiftung rockt vorm Altar" veranlasste. Luzifer stehe jedoch nicht für den Teufel, sondern für das Konzept einer Alternative, erklären WU LYF, dessen Sänger Ellery Roberts stimmlich zwischen Tom Waits und dem Klang oraler Magenentleerung eines stark Alkoholsüchtigen schwanke, wie im aktuellen Musikexpress zu lesen ist. Das ergäbe mit mächtigen Kirchenorgeln, einem Hauch Oasis-Attitüde und den quirligen Gitarren (..) einen sehr eigenwilligen Sound. "Wir streben die emotionelle Intensität des Postrock an, wollen aber mit weniger Zeitverschwendung gleich zum Höhepunkt kommen", erklärt Bassist Tom McClung.
Nächste Sendung am Montag 1. August um 23 Uhr.
80er Jahre Filmmusik, Neonlichter und Nebelmaschinen - diese Assoziationen stehen im Pressetext über das Synthpop-Projekt Part Time. Hinter Part Time steckt David Speck aus San Francisco, der stimmlich an Ric Ocasek von der alten New-Wave-Band The Cars erinnert. Das Debütalbum von Part Time mit dem Titel 'What yould you say?' ist am 8. Juli auf dem Label 'Mexican Summer' erschienen.
2) Washed Out - Echoes
Bei 'Mexican Summer' war auch Ernest Greene alias Washed Out einst unter Vertrag. Mittlerweile ist dieser bei Sub Pop untergekommen, eines der weltweit namhaftesten Indie-Labels (mehr Infos zu Sub Pop s.u. bei Shabazz Palaces). Der 28-jährige Soundtüftler aus Atlanta gilt als Wegbereiter des Chillwave - ein Genre, das immer ein wenig belächelt worden ist, wohl auch aufgrund eines sehr verbreiteten Epigonentums, und seinen Zenit deshalb wohl bereits überschritten hat. Denn wer will schon Abklatsch hören?! Nur wenige Chillwave-Künstler wie Panda Bear, Toro Y Moi oder Neon Indian sind wirklich innovativ und geben Anlass zur Hoffnung. Und zu dieser fast elitären Riege zählt eben auch Washed Out, dessen sehnsüchtig erwartetes Debütalbum 'Within and Without' am 8. Juli erschienen ist und laut Pitchfork zu den wenigen Chillwave-Veröffentlichungen gehört, denen auf Albumlänge das Kunststück gelinge, "indie pop catchiness and fragile, narcotic groove" miteinander zu verbinden.
3) Arcade Fire & David Byrne - Speaking in tongues
Pünktlich zum Auftritt als Headliner beim Hurricane veröffentlichten Arcade Fire ihr mit einem Grammy ausgezeichneten 2010er Meisterwerk 'The Suburbs' noch einmal neu als Sonderedition mit dem von Spike Jonze gedrehten Kurzfilm 'Scenes from the Suburbs' sowie zwei brandneuen Songs. Man mag von solchen (Wieder)Vermarktungsaktionen halten was man will: Der Song 'Speaking in Tongues', für den Talking-Heads-Mastermind David Byrne an Bord geholt wurde, ist einfach mal wieder großartig. 'Speaking in Tongues' ist übrigens der Titel des fünften Talking-Heads-Albums aus dem Jahr 1983.
4) Talking Heads - Psycho Killer
Arcade Fire sind zur Zeit auf einem guten Weg, irgendwann in der Rock & Roll Hall of Fame verewigt zu werden. Die Talking Heads haben dieses Kunststück bereits vollbracht. Das 1974 in New York gegründete Quartett um David Byrne gilt als eine der abenteuerlichsten Bands der Rockgeschichte. Aus verschiedensten Elementen sei ein neuer Sound kreiert worden, der "sowohl visionär als auch leidenschaftlich" gewesen sei. Damit haben die Talking Heads immens viele Bands, vor allem aus dem »Indie»Bereich, maßgeblich beeinflusst. Radiohead zum Beispiel, kürzlich vom Musikexpress zur "wichtigsten Band der Welt" auserkoren, benannten sich einst nach dem 1986er Talking-Heads-Songs "Radio Head". Ihr letztes Album veröffentlichten die Talking Heads 1988, die offizielle Auflösung der Band folgte drei Jahre später. Tausendsassa Byrne ist dennoch nach wie vor stets präsent, als Solokünstler und Produzent oder durch verschiedene Kollaborationen wie zum Beispiel mit Fatboy Slim. Mit seinem alten Kollegen Brian Eno, mit dem er 1981 das von Musikerkritikern geliebte Album 'My Life in the Bush of Ghosts' aufgenommen hatte, ging Byrne 2008/2009 auf Welttourne. Vor einigen Jahren hatte Byrne zudem einen denkwürdigen Gastauftritt bei den Simpsons und schrieb in der Folge den Song 'Everybody hates Ned Flanders'.
© Matt Groening / Twentieth Century Fox Film Corporation |
Noch vor den Talking Heads gründeten sich Television (bis 1973 nannten die sich noch The Neon Boys), ebenfalls in New York, in dessen Undergroundszene sich damals The Ramones, Patti Smith oder auch Blondie tummelten. Während die Ramones recht schlichte Songs spielten, machten Television durch komplexere Musik ('Art-Punk') auf sich aufmerksam. Das 1977 veröffentlichte Debütalbum 'Marquee Moon' listet Pitchfork als drittbestes Werk der 70er Jahre - gleich hinter David Bowies 'Low' und 'London Calling' von The Clash. "One of the all-time classic guitar albums", meint der Rolling Stone. 'Marquee Moon' zählt zu den wichtigsten Punk-Veröffentlichungen aller Zeiten, bekannte Bands wie Joy Division/New Order oder auch die Synthiepopper Depeche Mode sind von Television maßgeblich beeinflusst worden.
6) Future Islands - Before the Bridge
Ihre Musik bezeichnet die Band aus Baltimore als Post-Wave - eine sehr treffende Wortschöpfung (aus Post-Punk und New Wave) für den speziellen Sound der Future Islands. In der Rezension des 2010 auf 'Thrill Jockey' erschienenen Albums 'In Evening Air' umschrieb Plattentests die Musik mit sehnsüchtigen Synthmotiven, wohliger Melancholie und dem heiser-kratzigen Organ von Samuel T. Herring, das "die dunkle Intensität von Ian Curtis mit David Bowies Theatralik und dem sterilen Sexappeal von, ähem, Billy Idol" verbinde. Kurz: Ein Meisterwerk. Und der neue Song 'Before the Bridge', den es als kostenlosen Download im Internet gibt und morgen auf der gleichnamigen limitierten Vinyl-Single erscheint, lässt für die Future auf mehr hoffen ;)
7) Get Well Soon - My Door
Vom 19. bis zum 21. August findet auf dem Faust-Gelände das Bootboohook-Festival statt. Der Gelbe Tango stellt in dieser und den nächsten beiden Sendungen seine Highlights vor. Und dazu zählt auch Get Well Soon, das Bandprojekt des oberschwäbischen Multiinstrumentalisten Konstantin Gropper, der an der Mannheimer Popakademie studiert hat. "Seine Musik atmet in einem Zug Mahler, Morricone, Badalamenti, Alpenfolklore, Bowie und Radiohead ein," steht auf der Bootboohook-Webseite, "verwebt sie in kammersymphonische Kompositionen, getragen von Achtelgitarrenwänden und baut ein Dach aus der Philosophie des Abendlandes darüber." Gropper hat für viele verschiedene Filme die Musik komponiert, zum Beispiel für 'Same same but different' oder 'Palermo Shooting'. Der gespielte Song 'My Door' stammt vom Soundtrack des Films 'Der Entsorgte Vater' aus dem Jahr 2008.
8) Locas in Love - Es ist alles wirklich so schlimm wie es scheint
Locas in Love gehören zu den meist unterschätzten Bands Deutschland. Ein gutes Album nach dem anderen liefern die Kölner ab, zuletzt vor zweieinhalb Jahren das liebevolle weihnachtliche Konzeptalbum 'Winter'. Auf dem neuesten Album 'Lemming' (VÖ: 01.07.) begehen Locas in Love nun zum Teil einige neue Pfade. Das Ergebnis ist zwar immer noch Deutschpop vom Feinsten, doch liefert das Album auch kleine Ausflüge in Gefilde, die man von Locas in Love noch gar nicht kennt (Noise, Shoegaze, Krautrock). 'Lemming' habe die besten Liebeslieder, die besten Protestsongs, alles so leicht und gewitzt, als wäre das kleines Einmaleins, schreibt Intro. "Dazu Zitate, die viel besser als nur Zitatpop funktionieren, nämlich auf der vollen Klaviatur der Emotionen von zart bis hart. Sagen wir es einfach: das beste unprätentiöse deutschsprachige Indie-Pop-Album seit vielen Jahren." Der Seitenhieb in Richtung von Ja, Panik sei der Intro an dieser Stelle übrigens verziehen.
9) Bon Iver - Perth
Das bis dato beste Folk-Album des Jahres stammt aus der Feder von Justin Vernon alias Bon Iver. Trotz der vielen (Chart-)Erfolge und unzähligen Lobeshymnen sind beim sensiblen Songwriter Vernon - dessen Debütalbum einst dem Liebes- und Lebenskummer entsprang (immer diese armen Songwriter-Geschöpfe, hehe) - die Selbstzweifel geblieben. "Mich plagt immer noch das Gefühl, es rolle mir eine riesige Lawine entgegen", gestand er dem Musikexpress. "Zeitweise war ich mir sicher, sie würde zum Stillstand kommen und mir wieder die dringend nötige Zeit zum Luftholen geben. Aber dann war [Hip-Hop-Superstar] Kanye [West] am Telefon, das Gayngs-Album schlug ein - deshalb hatte ich nie wirklich das Gefühl, dem Wahnsinn wirklich zu entkommen. Im Gegenteil: Es scheint noch schlimmer zu werden. Irgendwie gewöhnt man sich zu einem gewissen Grad dran, aber der Selbstzweifel wird wohl nie ganz verschwinden." Und kürzlich hat dann auch noch Altmeister Neil Young angerufen - der arme Justin :-D
Das neue Album mit dem Titel 'Bon Iver' ist am 17. Juni erschienen und war bereits beim letzten Gelben Tango zu hören. Dort findet ihr auch weitere Infos zu Bon Iver.
10) Shabazz Palaces - The kings's new clothes were made by his own hands
Sorry Casper (der - so ganz am Rande erwähnt, und R-E-S-P-E-C-T dafür - mit seinem Emo-Indie-Hip-Pop-Album 'XOXO' diese Woche auf Platz 1 der Album-Charts einsteigen wird): An Shabazz Palaces ging kein Weg vorbei. Hinter Shabazz Palaces steckt im Wesentlichen Ishmael "Butterfly" Butler aus Seattle. Aus Seattle kommt auch das Label, das Butlers neuestes Album 'Black Up' (VÖ: 01.07.) veröffentlicht hat: Sub Pop, eines der wichtigsten alternativen Labels der letzten zwanzig Jahre (Nirvana und viele andere wichtige Grunge-Bands, The Shins, Foals, The Postal Servive, Fleet Foxes, Wolf Parade - um mal eben ein paar wichtige "Acts" zu nennen). Das Bemerkenswerte daran: Shabazz Palaces ist die allererste Hip-Hop-Veröffentlichung auf 1986 gegründeten Sub Pop. Und deshalb, wie man sich fast denken kann, eine ganz Besondere. "Ein bemerkenswertes HipHop-Modell für die Gegenwart: abstrakt, experimentell, verschroben, düster - trotzdem jazzy, warm und sogar ein wenig eingängig", schreibt motor.de sehr treffend. Und auch die Umschreibung auf der Sub-Pop-Webseite weiß zu gefallen: Wenn Beduinen statt Ziegen Beats hüten würden und in Seattle statt im Atlasgebirge wohnten, wäre dies ihr Album. Na dann. Anspieltipps: 'Are you… can you … were you? (Felt)' und 'Swerve… The reeping of all that is worthwhile (noir not withstanding)' - was für Songtitel...
11) SBTRKT - Trials of the Past
Spätestens seit James Blake im Frühjahr sein Debütalbum veröffentlich hat, ist "Post-Dubstep" in aller Munde - nur dass die betroffenenen Künstler wie Blake, Mount Kimbie oder Jamie Woon diese Genrebezeichnung nicht allzu sehr schätzen. "Nennen wir es Patchworkmusik, die sich aus den unterschiedlichsten Quellen speist: Trip- und HipHop, Ambient, Plinkerplonker und Dubstep", schrieb Musikexpress-Redakteur Albert Koch deshalb trotzig. Diese Beschreibung passt auch zu SBTRKT, der sich, wenn man die Vokale hinzufügt, Subtractone ausspricht. Das Ende Juni erschienene unbetitelte Album klingt wie eine Mischung aus Blake und dem R'n'B-lastigeren Jamie Woon - nur mit dem Unterschied, dass SBTRKT nicht selbst singt, sondern einige Gastsänger am Start hat. "SBTRKT is ultimately a colorful and highly enjoyable future-pop record", resümiert Pitchfork.
12) Holy Other - Feel something
Erst vor etwa einem Jahr, ist auf ZEIT Online zu lesen, begann Holy Other - ein schüchterner Solokünstler, von dem einzig der Vorname bekannt ist - mit dem Musizieren. In dieser kurzen Zeit hinterließ der junge Mann namens David aus Manchester genügend Eindruck, um bei dem angesagten 'Tri Angle Records' unterzukommen. Im Juni folgte nun seine erste Veröffentlichung: Die Maxi-Single 'With U', auf der der Song 'Feel something' zu finden ist. "Schlafzimmer-Pop", so bezeichnet Holy Other seine Musik selbst - denn sehr oft entstehe diese dort, im Bett, während er in der Dunkelheit sitze.
13) Tu Fawning - Just too much
Der Konzerttipp: Tu Fawning spielen am kommenden Samstag 23. Juli im Cafe Glocksee.
Die vier Multiinstrumentalisten um Joe Haege (31 Knots, Menomena) und Corrina Repp "bieten auf ihrem ersten Album 'Hearts On Hold' afrikanisches Tribal-Drumming, metallene Gamelan-Orchester-Musik, gnatschiges Indie-Gitarrenspiel, psychedelische Orgelei und spirituellen Chorgesang. Zusammen wird daraus ein düsteres Klangexperiment, das mit der Zeit hypnotische Kräfte annimmt", schreibt motor.de
Auch der Support Jæ klingt vielversprechend: Hinter Jæ steckt die junge Holländerin Jessica Sligter. "Mit einer atemberaubenden schönen, intensiven Stimme, deren Folk-Noir, pre-War Blues und Klassik-Collagem ganz ähnlich berückend sind wie die Joanna Newsoms", schreibt der Newsletter der Glocksee.
14) WU LYF - Summa's Bliss
15) WU LYF - Cave Song
Zum Abschluss der Sendung das Album des Monats Juli beim Gelben Tango: 'Go tell Fire to the Mountain' von WU LYF, der World Unite! Lucifer Youth Foundation. Aufgenommen wurde das Album übrigens in einer leer stehenden Kirche in Manchester, was ZEIT Online zu der etwas reißerischen Schlagzeile "Luzifers Jugendstiftung rockt vorm Altar" veranlasste. Luzifer stehe jedoch nicht für den Teufel, sondern für das Konzept einer Alternative, erklären WU LYF, dessen Sänger Ellery Roberts stimmlich zwischen Tom Waits und dem Klang oraler Magenentleerung eines stark Alkoholsüchtigen schwanke, wie im aktuellen Musikexpress zu lesen ist. Das ergäbe mit mächtigen Kirchenorgeln, einem Hauch Oasis-Attitüde und den quirligen Gitarren (..) einen sehr eigenwilligen Sound. "Wir streben die emotionelle Intensität des Postrock an, wollen aber mit weniger Zeitverschwendung gleich zum Höhepunkt kommen", erklärt Bassist Tom McClung.
Nächste Sendung am Montag 1. August um 23 Uhr.
Labels:
Arcade Fire,
Bon Iver,
Bootboohook,
David Byrne,
Future Islands,
Get Well Soon,
Holy Other,
Locas in Love,
Part Time,
SBTRKT,
Shabazz Palaces,
Sub Pop,
Talking Heads,
Television,
Tu Fawning,
Washed Out,
WU LYF
Freitag, 15. Juli 2011
Über »Indie»Tellerränder wird am Montag...
...beim Gelben Tango geschaut. Zwar erwarten euch viele gewohnte »Indie»Klänge zwischen Post-Wave, Heavy Pop, Barden-Folk, Art-Punk, Chillwave und Bedroom-Electronica. Ausnahmsweise aber auch mal eine Prise Dubstep sowie Hip Hop ohne Caspereien (sorry für das etwas platte Wortspiel, das man drehen und wenden kann und trotzdem nicht schlauer wird, ob Montag "das erste deutsche Internet-Pop-Phänomen" mit am Start sein wird - also lasst euch überraschen ;)
Wie immer hört ihr ganz viel Neues, darunter ein exklusiver neuer Song von Arcade Fire, für den eigens ein »Indie»Altmeister ins Boot geholt wurde. Und das nehmen wir zum Anlass für eine kleine Zeitreise in die New Yorker Undergroundszene des Jahres 1977...
Wie immer selbstverständlich auch mit dem Album des Monats, einem Konzerttipp sowie ersten Blick auf das wundervolle Bootboohook-Festival nächsten Monat. Einschalten (<--hier geht's zum Live-Stream) lohnt sich: Kommenden Montag 23 bis 24 Uhr, direkt im Anschluss an 'Das Heimspiel LeineHertz'.
Wie immer hört ihr ganz viel Neues, darunter ein exklusiver neuer Song von Arcade Fire, für den eigens ein »Indie»Altmeister ins Boot geholt wurde. Und das nehmen wir zum Anlass für eine kleine Zeitreise in die New Yorker Undergroundszene des Jahres 1977...
Wie immer selbstverständlich auch mit dem Album des Monats, einem Konzerttipp sowie ersten Blick auf das wundervolle Bootboohook-Festival nächsten Monat. Einschalten (<--hier geht's zum Live-Stream) lohnt sich: Kommenden Montag 23 bis 24 Uhr, direkt im Anschluss an 'Das Heimspiel LeineHertz'.
Labels:
Arcade Fire,
Bootboohook,
David Byrne,
Talking Heads,
Television
Montag, 4. Juli 2011
PLAYLIST VOM 4. JULI
1) When Saints go Machine - Parix
"Vier Jungs aus Kopenhagen finden, dass sie mit Ende zwanzig lange genug im Club waren," schreibt Intro über When Saints go Machine, "um nun Electropop im Zeichen einer neuen Innerlichkeit zu produzieren. So raffiniert und edel instrumentiert (...) ist Introspektion derzeit sonst kaum zu haben." Entgegen aktueller Tendenzen zu betonter Nachlässigkeit in Klang und Rhythmik strebe 'Konkylie' (VÖ: 03.06.) mit fast schon altmodischem Ehrgeiz gen Perfektion. Dieser Eindruck sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass die vier Kopenhagener queere Pop-Traditionen mit einer verblüffenden Schlüssigkeit auf die Schule der New Yorker "Minimal Music" anwendeten. Und das klingt so großartig, dass die Band um den Kapuzenmann mit der Kopfstimme (Sänger Nikolay Vonsild trägt oft einen Kapuzenpulli) heute bereits zum zweiten Mal beim Gelben Tango am Start ist. Mehr Informationen zu When Saints go Machine, zum Beispiel woher der Bandname stammt, findet ihr in der Playlist der letzten Sendung.
2) Bon Iver - Towers
3) Bon Iver - Michicant
Mit ihrem selbstbetitelten zweiten Album (VÖ: 17.06.) sind Bon Iver vergangene Woche - ja, man kann schon fast sagen sensationell - auf Platz 2 der US-amerikanischen Billboard-Charts eingestiegen. Zu verdanken ist dies wohl auch dem britischen Popsternchen Adele: Die outete sich jüngst auf ihrer Homepage als riesiger Bon-Iver-Fan, wodurch sich den Folkmusikern um Singer/Songwriter Justin Vernon eine völlig neue Zielgruppe aufgetan haben dürfte.
Wie ein PR-Märchen lese sich die Erfolgsgeschichte des Barden Justin Vernon, schreibt der KulturSPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. "Gepeinigt von Krankheit, vom Ende seiner Band und vom Finale einer großen Liebe verkriecht sich der junge, sensible und desillusionierte Amerikaner Justin Vernon für einige Wintermonate in einer Jagdhütte in den Tiefen der Wälder von Wisconsin, um seine Wunden zu lecken und sich mit sanfter Musik zu trösten, die er dort schreibt und einspielt. Zurück in der Zivilisation flippen alle, die seine behutsamen Folk-Klagelieder hören, vor Begeisterung aus. Als 'Bon Iver' (was französisch ausgesprochen 'Guter Winter' bedeutet) veröffentlicht er 2008 das Album 'For Emma, Forever Ago', das sich dank euphorischer Kritiken und Mundpropaganda mehr als eine Million Mal verkauft. Seitdem surren seine Lieder durch hippe US-TV-Serien, werden von Peter Gabriel nachgesungen und beeindruckten den HipHop-Großmeister Kanye West so sehr, dass er mit Vernon, 30, ins Studio ging. Um es kurz zu machen: Das zweite Bon-Iver-Album ist tatsächlich so toll wie das erste. Noch mehr Musik für einsame Waldlichtungen und Sonnenaufgänge im Sommer."
4) John Maus - Streetlight
"Barock-Disco oder doch Postpunk-Wahnwitz?", fragt sich Intro in der Rezension des neuen Albums von John Maus. "Alles jedenfalls vollgeeimert mit Pathos und Sozialkritik. Bach trifft Joy Division. Absolut monumental." Der 1980 geborene ehemalige Musikstudent Maus stammt aus dem Umfeld von Animal Collective und Ariel Pink's Haunted Graffiti. Maus gehört damit quasi zu jenen Musikern, die die Synthiewaveretrowelle diskursfähig gemacht haben. Und verschafft eben diesem Genre dringend benötigten Aufwind mit seinem neuen Solowerk ('We must become the pitiless Censors of ourselves', VÖ: 24.06.), das laut UNCUT Magazine 80er-Jahre-Gothic-Synth-Pop-Nostalgie verströmt, gleichzeitig aber zu schräg sei, um nur schlicht retro zu sein.
5) Two Gallants - Long Summer Day
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Two Gallants, das aus San Francisco stammende "Garage-Country-Folk-Punk-Duo", spielen am Dienstag 12. Juli im Cafe Glocksee.
Wie bereits in der Sendung angekündigt, wird dies kein kostenloser 'Ruby Tuesday' sein. Aber es lohnt sich definitiv, das haben Two Gallants bei ihrem letzten Auftritt in der Glocksee vor dreieinhalb Jahren unter Beweis gestellt. "Das wohl einzige Duo, das lediglich mittels Drums, Gitarre und Voice eine Energie und Ruppigkeit entwickeln kann wie sonst nur die White Stripes", schreibt die Glocksee in ihrer Ankündigung. Der Song 'Long Summer Day' stammt vom 2006 auf 'Saddle Creek Records' erschienenen Zweitwerk "What the toll tells".
6) Handsome Furs - (White City)
Die Handsome Furs bestehen aus Dan Boeckner, bekannt von seiner Hauptband Wolf Parade, und seiner Ehefrau Alexei Perry. Ein Ehepaar, das für den Rock 'n' Roll lebt - diesen Eindruck machen die beiden zumindest auf der Bühne. Davon kann sich in Hannover bald jeder selbst einen Eindruck machen, denn auch die Handsome Furs werden bald im Cafe Glocksee zu Gast sein, und zwar im September (der Gelbe Tango wird rechtzeitig noch einmal auf den Termin hinweisen). Dann werden sie ihr vor ein paar Tagen erschienenes drittes Album 'Sound Kapital' (VÖ: 01.07.) vorstellen. "Eine sehr dreckige und bisweilen trashige Variante des latent-aufgekratzten Indie-Rocks der Montreal-Szene", schreibt motor.de. Der Song (White City) stammt vom wie ich finde bislang besten Album 'Face Control' aus dem Jahr 2009.
7) Wolf Parade - Grounds for Divorce
Eine der liebsten Indie-Rock-Kapellen des Gelben Tango sind Wolf Parade aus dem kanadischen Montreal. Die Band um die beiden Sänger/Frontmänner Dan Boeckner und Spencer Krug veröffentlichte bislang drei Alben. Ebenso wie Boeckner (mit den Handsome Furs) betreibt auch Krug weitere Projekte neben Wolf Parade, zum Beispiel Sunset Rubdown, Frog Eyes oder ganz aktuell Moonface. Der von Krug geschriebene und gesungene Song 'Grounds for Divorce' stammt aus dem hochgelobten 2005er Debütalbum 'Apologies to the Queen Mary'.
8) Destroyer - Song for America
Beim ersten Hördurchgang wirkt 'Kaputt', das neunte Album von Destroyer (VÖ: 10.06.), mitunter etwas kitschig, doch der orchestral arrangierte Pop von Mastermind Daniel Bejar gehört zweifellos zu den besten Alben der ersten Jahreshälfte: Ein klassischer 'Grower', der erst nach mehreren Hördurchgängen sein riesiges Potenzial entfaltet. Und deshalb heute erneut beim Gelben Tango zu hören. Auch Pitchfork ist voll des Lobes und vergibt mit einer 8.8-Wertung das begehrte 'Best New Music'-Prädikat: "Kaputt feels wise. Like a mirror that actually points back at something better. Something you can jam and let wash over you, but also something you can use. It feels funny, tragic, artful, and ultimately true."
9) Brian Eno - Needles in the Camel's Eye
Anlässlich seines neuen tollen Albums 'Drums Between the Bells' (VÖ: 01.07.), das zusammen mit dem britischen Dichter Rick Holland entstand, gab es kürzlich auf byte.fm eine Brian-Eno-Sondersendung: "Brian Eno ist einer der größten Produzenten unserer Zeit und einer der ersten, die das Aufnahmestudio als Musikinstrument eingesetzt haben. Ambient-Musik ist seine Erfindung. Brian Eno war zunächst Teil von Roxy Music, hat mit Nico gearbeitet, mit John Cale, er hat U2 produziert und die Talking Heads und in jüngerer Zeit für Anna Calvi Klavier gespielt und der jungen englischen Musikerin durch seine Begeisterung (sie sei die größte Sensation seit Patti Smith) einen ordentlichen Publicity-Schub gegeben. (...) Die Liste der Künstler, die mit Eno gearbeitet haben, ist endlos. Die Liste derer, die sich auf ihn beziehen, noch viel länger." Die letzten Alben von Coldplay hat Eno übrigens auch produziert, ließe sich vielleicht noch ergänzen. Oder die Zusammenarbeit mit den deutschen Krautrockern Cluster.
Der Song 'Needles in the Camel's Eye' stammt von seinem 1974 erschienen Solodebüt 'Here come the warm Jets', das sich musikalisch noch stark an den Glam-/Kunstrock seiner Ex-Band Roxy Music orientierte, bevor Eno auf den folgenden Alben die elektronische Musik mehr und mehr für sich entdeckte. Ein paar weitere Infos zu Eno findet ihr in der Playlist vom 18. Februar
10) WU LYF - We Bros
11) WU LYF - Heavy Pop
Das Album des Monats Juli beim Gelben Tango: Go Tell Fire to the Mountain von WU LYF!!!!
WU LYF, das steht für 'World Unite! Lucifer Youth Foundation'. WU LYF machen hymnenhaften Indierock irgendwo zwischen Wolf Parade und Explosions in the Sky - zwar irgendwie eingängig, aber trotzdem mit enormen 'Growerqualitäten'. Schon vor knapp einem Jahr war im Blog der taz über WU LYF zu lesen: Believe the Hype.
"Das Zeitalter des Internets, das Ende der Rocknroll-Mythen. Das weltweite Netz, ein Totengräber der heimlich getuschelten Information, ein Legendenzerstörer. Und wenn man denkt, keine Band könnte mehr dem ewigen, endlos überhitzten MySpace-Hypemachine-Pitchfork-Build'emup-Knock'emdown-Kreislauf entkommen, sehen wir ein Foto einer handvoll vermummter Jünglinge, die sich WU LYF nennen, keine Nachnamen besitzen und mehr oder minder unaufspürbar scheinen. Deren MySpace mehr ein Musterbeispiel für Situationismus 2.0 darstellt als eine Musikhörundfankommunizier-Plattform ist. Die keinen Plattenvertrag unterzeichnen und keine Alben veröffentlichen. Die uns misstrauisch machen würden ob der perfekten Inszenierung ihrer selbst als Untergrundmythos. Die aber gleichzeitig die sensationellste Musik des neuen Jahres schreiben – eine so kaum zuvor gehörte Mixtur aus Pop und Underground, aus Hip-Hop-Vorlieben und Einmanngospelinszenierung. Die, kurz, Heavy Pop spielen." Auch ein Schreiberling vom einflussreichen New Musical Express (NME) war damals voll des Lobes: "I think WU LYF are the best band I’ve seen in 8 years, since… The Libertines. But they're not really very commercial - they're like a Godspeed You Black Emperor, or a Jesus & The Mary Chain… at the moment I can’t see them being a massive seller or an Arcade Fire type band. Well, maybe they will, but I’m not sure it’s what they want. In any case, their story is fascinating and I like the fact they’re not doing things the normal way."
Mittlerweile ist nun das lang erwartete Debütalbum von WU LYF erschienen - selbstverständlich ganz unabhängig auf dem eigenen Label 'LYF Recordings'. Mehr von dem Album des Monats Juli gibt's in der nächsten Sendung am 18. Juli.
12) The Antlers - Putting the dog to sleep
Nirgendwoher kommen soviele hippe Bands wie aus Brooklyn. The Antlers kommen zwar auch aus dem New Yorker Szenestadtteil, sind aber eher die Gegenthese zu der allgegenwärtigen Brooklynschen Hipness. Das vor zwei Jahren erschienene Album 'Hospice' war ein tieftrauriges Konzeptwerk übers Sterben. Und wenn man den Song 'Putting the dog to sleep' hört, könnte man denken, das Sterben sei auch auf dem neuen Album wieder ein zentrales Thema. Das Trio um den falsettsingenden Peter Silberman schlägt aber auch etwas ungewohnte optimistischere Klänge an und liefert mit 'Burst Apart' (VÖ: 24.06.) ein starkes Album, das es durchaus mit den hochgelobten letzten Werken von Bon Iver oder Beach House aufnehmen kann. "The Antlers gehören zu den derzeit besten Bands", bringt es Intro auf den Punkt.
13) The Doors - LA Woman
Gestern vor vierzig Jahren, am 3. Juli 1971, verstarb der legendäre Doors-Sänger Jim Morrison in der Badewanne seines Pariser Apartments. Im Alter von 27 Jahren, womit er sich in den etwas makaber so genannten "Klub 27" um Jimi Hendrix und Janis Joplin (später auch Kurt Cobain) einreihte. In der aktuellen Ausgabe des Musikexpress wird Morrison als "erster echter Rockstar" tituliert: "Er war Punk, bevor es Punk gab." Morrison war das Sexsymbol seiner Zeit und zugleich Ikone und Sprachrohr der damaligen Gegenkultur, "mit einem Bariton wie ein Bärenfell, rau, aber warm. Frauen wollten ihn, und Männer wollten sein wie er. Die dicken schwarzen, langen Haare, die weiße Haut, die blaugrauen Augen, die hohlen Wangen, die spöttischen Lippen. Diese sinnlichen, sarkastischen Texte, die sich so lasen und anhörten, wie James Dean aussah."
Im Frühjahr 1971 erfüllten The Doors mit der Veröffentlichtung ihres sechsten Studioalbums 'LA Woman' ihren Plattenvertrag mit 'Elektra Records', Morrison nahm sich daraufhin die folgenschwere Auszeit in Paris. Der Titeltrack von LA Woman beherbergt übrigens die unvergessene Zeile "Mr. Mojo risin'" - ein Anagramm seines eigenen Namens.
14) No Joy - Heedless
Das Album des Monats Juni beim Gelben Tango ist durch den Sendezeitwechsel sowie den Hype um WU LYF und Bon Iver ein wenig untergegangen. Schade eigentlich, denn 'Ghost Blonde' von dem kanadischen Duo No Joy ist ein ganz tolles Album vor allem für Indie-Nostalgiker. Als kleines Trostpflaster wird in der nächsten Sendung am 18. Juli ein weiteres Album von dem aufstrebenden Indie-Label 'Mexican Summer' vorgestellt , bei dem neben No Joy auch schon The Tallest Man on Earth, Kurt Vile, Best Coast oder auch Ariel Pink's Haunted Graffiti veröffentlicht haben.
Nächste Sendung am Montag 18. Juli um 23 Uhr.
"Vier Jungs aus Kopenhagen finden, dass sie mit Ende zwanzig lange genug im Club waren," schreibt Intro über When Saints go Machine, "um nun Electropop im Zeichen einer neuen Innerlichkeit zu produzieren. So raffiniert und edel instrumentiert (...) ist Introspektion derzeit sonst kaum zu haben." Entgegen aktueller Tendenzen zu betonter Nachlässigkeit in Klang und Rhythmik strebe 'Konkylie' (VÖ: 03.06.) mit fast schon altmodischem Ehrgeiz gen Perfektion. Dieser Eindruck sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass die vier Kopenhagener queere Pop-Traditionen mit einer verblüffenden Schlüssigkeit auf die Schule der New Yorker "Minimal Music" anwendeten. Und das klingt so großartig, dass die Band um den Kapuzenmann mit der Kopfstimme (Sänger Nikolay Vonsild trägt oft einen Kapuzenpulli) heute bereits zum zweiten Mal beim Gelben Tango am Start ist. Mehr Informationen zu When Saints go Machine, zum Beispiel woher der Bandname stammt, findet ihr in der Playlist der letzten Sendung.
2) Bon Iver - Towers
3) Bon Iver - Michicant
Mit ihrem selbstbetitelten zweiten Album (VÖ: 17.06.) sind Bon Iver vergangene Woche - ja, man kann schon fast sagen sensationell - auf Platz 2 der US-amerikanischen Billboard-Charts eingestiegen. Zu verdanken ist dies wohl auch dem britischen Popsternchen Adele: Die outete sich jüngst auf ihrer Homepage als riesiger Bon-Iver-Fan, wodurch sich den Folkmusikern um Singer/Songwriter Justin Vernon eine völlig neue Zielgruppe aufgetan haben dürfte.
Wie ein PR-Märchen lese sich die Erfolgsgeschichte des Barden Justin Vernon, schreibt der KulturSPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. "Gepeinigt von Krankheit, vom Ende seiner Band und vom Finale einer großen Liebe verkriecht sich der junge, sensible und desillusionierte Amerikaner Justin Vernon für einige Wintermonate in einer Jagdhütte in den Tiefen der Wälder von Wisconsin, um seine Wunden zu lecken und sich mit sanfter Musik zu trösten, die er dort schreibt und einspielt. Zurück in der Zivilisation flippen alle, die seine behutsamen Folk-Klagelieder hören, vor Begeisterung aus. Als 'Bon Iver' (was französisch ausgesprochen 'Guter Winter' bedeutet) veröffentlicht er 2008 das Album 'For Emma, Forever Ago', das sich dank euphorischer Kritiken und Mundpropaganda mehr als eine Million Mal verkauft. Seitdem surren seine Lieder durch hippe US-TV-Serien, werden von Peter Gabriel nachgesungen und beeindruckten den HipHop-Großmeister Kanye West so sehr, dass er mit Vernon, 30, ins Studio ging. Um es kurz zu machen: Das zweite Bon-Iver-Album ist tatsächlich so toll wie das erste. Noch mehr Musik für einsame Waldlichtungen und Sonnenaufgänge im Sommer."
4) John Maus - Streetlight
"Barock-Disco oder doch Postpunk-Wahnwitz?", fragt sich Intro in der Rezension des neuen Albums von John Maus. "Alles jedenfalls vollgeeimert mit Pathos und Sozialkritik. Bach trifft Joy Division. Absolut monumental." Der 1980 geborene ehemalige Musikstudent Maus stammt aus dem Umfeld von Animal Collective und Ariel Pink's Haunted Graffiti. Maus gehört damit quasi zu jenen Musikern, die die Synthiewaveretrowelle diskursfähig gemacht haben. Und verschafft eben diesem Genre dringend benötigten Aufwind mit seinem neuen Solowerk ('We must become the pitiless Censors of ourselves', VÖ: 24.06.), das laut UNCUT Magazine 80er-Jahre-Gothic-Synth-Pop-Nostalgie verströmt, gleichzeitig aber zu schräg sei, um nur schlicht retro zu sein.
5) Two Gallants - Long Summer Day
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Two Gallants, das aus San Francisco stammende "Garage-Country-Folk-Punk-Duo", spielen am Dienstag 12. Juli im Cafe Glocksee.
Wie bereits in der Sendung angekündigt, wird dies kein kostenloser 'Ruby Tuesday' sein. Aber es lohnt sich definitiv, das haben Two Gallants bei ihrem letzten Auftritt in der Glocksee vor dreieinhalb Jahren unter Beweis gestellt. "Das wohl einzige Duo, das lediglich mittels Drums, Gitarre und Voice eine Energie und Ruppigkeit entwickeln kann wie sonst nur die White Stripes", schreibt die Glocksee in ihrer Ankündigung. Der Song 'Long Summer Day' stammt vom 2006 auf 'Saddle Creek Records' erschienenen Zweitwerk "What the toll tells".
6) Handsome Furs - (White City)
Die Handsome Furs bestehen aus Dan Boeckner, bekannt von seiner Hauptband Wolf Parade, und seiner Ehefrau Alexei Perry. Ein Ehepaar, das für den Rock 'n' Roll lebt - diesen Eindruck machen die beiden zumindest auf der Bühne. Davon kann sich in Hannover bald jeder selbst einen Eindruck machen, denn auch die Handsome Furs werden bald im Cafe Glocksee zu Gast sein, und zwar im September (der Gelbe Tango wird rechtzeitig noch einmal auf den Termin hinweisen). Dann werden sie ihr vor ein paar Tagen erschienenes drittes Album 'Sound Kapital' (VÖ: 01.07.) vorstellen. "Eine sehr dreckige und bisweilen trashige Variante des latent-aufgekratzten Indie-Rocks der Montreal-Szene", schreibt motor.de. Der Song (White City) stammt vom wie ich finde bislang besten Album 'Face Control' aus dem Jahr 2009.
7) Wolf Parade - Grounds for Divorce
Eine der liebsten Indie-Rock-Kapellen des Gelben Tango sind Wolf Parade aus dem kanadischen Montreal. Die Band um die beiden Sänger/Frontmänner Dan Boeckner und Spencer Krug veröffentlichte bislang drei Alben. Ebenso wie Boeckner (mit den Handsome Furs) betreibt auch Krug weitere Projekte neben Wolf Parade, zum Beispiel Sunset Rubdown, Frog Eyes oder ganz aktuell Moonface. Der von Krug geschriebene und gesungene Song 'Grounds for Divorce' stammt aus dem hochgelobten 2005er Debütalbum 'Apologies to the Queen Mary'.
8) Destroyer - Song for America
Beim ersten Hördurchgang wirkt 'Kaputt', das neunte Album von Destroyer (VÖ: 10.06.), mitunter etwas kitschig, doch der orchestral arrangierte Pop von Mastermind Daniel Bejar gehört zweifellos zu den besten Alben der ersten Jahreshälfte: Ein klassischer 'Grower', der erst nach mehreren Hördurchgängen sein riesiges Potenzial entfaltet. Und deshalb heute erneut beim Gelben Tango zu hören. Auch Pitchfork ist voll des Lobes und vergibt mit einer 8.8-Wertung das begehrte 'Best New Music'-Prädikat: "Kaputt feels wise. Like a mirror that actually points back at something better. Something you can jam and let wash over you, but also something you can use. It feels funny, tragic, artful, and ultimately true."
9) Brian Eno - Needles in the Camel's Eye
Anlässlich seines neuen tollen Albums 'Drums Between the Bells' (VÖ: 01.07.), das zusammen mit dem britischen Dichter Rick Holland entstand, gab es kürzlich auf byte.fm eine Brian-Eno-Sondersendung: "Brian Eno ist einer der größten Produzenten unserer Zeit und einer der ersten, die das Aufnahmestudio als Musikinstrument eingesetzt haben. Ambient-Musik ist seine Erfindung. Brian Eno war zunächst Teil von Roxy Music, hat mit Nico gearbeitet, mit John Cale, er hat U2 produziert und die Talking Heads und in jüngerer Zeit für Anna Calvi Klavier gespielt und der jungen englischen Musikerin durch seine Begeisterung (sie sei die größte Sensation seit Patti Smith) einen ordentlichen Publicity-Schub gegeben. (...) Die Liste der Künstler, die mit Eno gearbeitet haben, ist endlos. Die Liste derer, die sich auf ihn beziehen, noch viel länger." Die letzten Alben von Coldplay hat Eno übrigens auch produziert, ließe sich vielleicht noch ergänzen. Oder die Zusammenarbeit mit den deutschen Krautrockern Cluster.
Der Song 'Needles in the Camel's Eye' stammt von seinem 1974 erschienen Solodebüt 'Here come the warm Jets', das sich musikalisch noch stark an den Glam-/Kunstrock seiner Ex-Band Roxy Music orientierte, bevor Eno auf den folgenden Alben die elektronische Musik mehr und mehr für sich entdeckte. Ein paar weitere Infos zu Eno findet ihr in der Playlist vom 18. Februar
10) WU LYF - We Bros
11) WU LYF - Heavy Pop
Das Album des Monats Juli beim Gelben Tango: Go Tell Fire to the Mountain von WU LYF!!!!
WU LYF, das steht für 'World Unite! Lucifer Youth Foundation'. WU LYF machen hymnenhaften Indierock irgendwo zwischen Wolf Parade und Explosions in the Sky - zwar irgendwie eingängig, aber trotzdem mit enormen 'Growerqualitäten'. Schon vor knapp einem Jahr war im Blog der taz über WU LYF zu lesen: Believe the Hype.
"Das Zeitalter des Internets, das Ende der Rocknroll-Mythen. Das weltweite Netz, ein Totengräber der heimlich getuschelten Information, ein Legendenzerstörer. Und wenn man denkt, keine Band könnte mehr dem ewigen, endlos überhitzten MySpace-Hypemachine-Pitchfork-Build'emup-Knock'emdown-Kreislauf entkommen, sehen wir ein Foto einer handvoll vermummter Jünglinge, die sich WU LYF nennen, keine Nachnamen besitzen und mehr oder minder unaufspürbar scheinen. Deren MySpace mehr ein Musterbeispiel für Situationismus 2.0 darstellt als eine Musikhörundfankommunizier-Plattform ist. Die keinen Plattenvertrag unterzeichnen und keine Alben veröffentlichen. Die uns misstrauisch machen würden ob der perfekten Inszenierung ihrer selbst als Untergrundmythos. Die aber gleichzeitig die sensationellste Musik des neuen Jahres schreiben – eine so kaum zuvor gehörte Mixtur aus Pop und Underground, aus Hip-Hop-Vorlieben und Einmanngospelinszenierung. Die, kurz, Heavy Pop spielen." Auch ein Schreiberling vom einflussreichen New Musical Express (NME) war damals voll des Lobes: "I think WU LYF are the best band I’ve seen in 8 years, since… The Libertines. But they're not really very commercial - they're like a Godspeed You Black Emperor, or a Jesus & The Mary Chain… at the moment I can’t see them being a massive seller or an Arcade Fire type band. Well, maybe they will, but I’m not sure it’s what they want. In any case, their story is fascinating and I like the fact they’re not doing things the normal way."
Mittlerweile ist nun das lang erwartete Debütalbum von WU LYF erschienen - selbstverständlich ganz unabhängig auf dem eigenen Label 'LYF Recordings'. Mehr von dem Album des Monats Juli gibt's in der nächsten Sendung am 18. Juli.
12) The Antlers - Putting the dog to sleep
Nirgendwoher kommen soviele hippe Bands wie aus Brooklyn. The Antlers kommen zwar auch aus dem New Yorker Szenestadtteil, sind aber eher die Gegenthese zu der allgegenwärtigen Brooklynschen Hipness. Das vor zwei Jahren erschienene Album 'Hospice' war ein tieftrauriges Konzeptwerk übers Sterben. Und wenn man den Song 'Putting the dog to sleep' hört, könnte man denken, das Sterben sei auch auf dem neuen Album wieder ein zentrales Thema. Das Trio um den falsettsingenden Peter Silberman schlägt aber auch etwas ungewohnte optimistischere Klänge an und liefert mit 'Burst Apart' (VÖ: 24.06.) ein starkes Album, das es durchaus mit den hochgelobten letzten Werken von Bon Iver oder Beach House aufnehmen kann. "The Antlers gehören zu den derzeit besten Bands", bringt es Intro auf den Punkt.
13) The Doors - LA Woman
Gestern vor vierzig Jahren, am 3. Juli 1971, verstarb der legendäre Doors-Sänger Jim Morrison in der Badewanne seines Pariser Apartments. Im Alter von 27 Jahren, womit er sich in den etwas makaber so genannten "Klub 27" um Jimi Hendrix und Janis Joplin (später auch Kurt Cobain) einreihte. In der aktuellen Ausgabe des Musikexpress wird Morrison als "erster echter Rockstar" tituliert: "Er war Punk, bevor es Punk gab." Morrison war das Sexsymbol seiner Zeit und zugleich Ikone und Sprachrohr der damaligen Gegenkultur, "mit einem Bariton wie ein Bärenfell, rau, aber warm. Frauen wollten ihn, und Männer wollten sein wie er. Die dicken schwarzen, langen Haare, die weiße Haut, die blaugrauen Augen, die hohlen Wangen, die spöttischen Lippen. Diese sinnlichen, sarkastischen Texte, die sich so lasen und anhörten, wie James Dean aussah."
Im Frühjahr 1971 erfüllten The Doors mit der Veröffentlichtung ihres sechsten Studioalbums 'LA Woman' ihren Plattenvertrag mit 'Elektra Records', Morrison nahm sich daraufhin die folgenschwere Auszeit in Paris. Der Titeltrack von LA Woman beherbergt übrigens die unvergessene Zeile "Mr. Mojo risin'" - ein Anagramm seines eigenen Namens.
14) No Joy - Heedless
Das Album des Monats Juni beim Gelben Tango ist durch den Sendezeitwechsel sowie den Hype um WU LYF und Bon Iver ein wenig untergegangen. Schade eigentlich, denn 'Ghost Blonde' von dem kanadischen Duo No Joy ist ein ganz tolles Album vor allem für Indie-Nostalgiker. Als kleines Trostpflaster wird in der nächsten Sendung am 18. Juli ein weiteres Album von dem aufstrebenden Indie-Label 'Mexican Summer' vorgestellt , bei dem neben No Joy auch schon The Tallest Man on Earth, Kurt Vile, Best Coast oder auch Ariel Pink's Haunted Graffiti veröffentlicht haben.
Nächste Sendung am Montag 18. Juli um 23 Uhr.
Labels:
Bon Iver,
Brian Eno,
Destroyer,
Handsome Furs,
Jim Morrison,
John Maus,
No Joy,
Roxy Music,
The Antlers,
The Doors,
Two Gallants,
When Saints go Machine,
Wolf Parade,
WU LYF
Freitag, 1. Juli 2011
Die erste Montagssendung steht vor der Tür...
Zur Feier des Tages gibt's für euch Montag eine hübsche gelbe Tango-Parade mit einer Ju-L(i)YF-Album-des-Monats-WU-ndertüte, die WU-chtig und WU-ndersam zugleich ist. Zu den weiteren Protagonisten zählen ein Kopenhagener Kapuzenmann mit Kopfstimme, ein klappriges geknechtetes Kamel, knackige Kalifornierinnen und (nicht nur) kaputte Kanadier. Und Brian Peter George St. John le Baptiste de la Salle Eno, der seit vierzig Jahren - ausdauernd wie kein anderer - auf allen möglichen Hochzeiten tanzt.
Mit Songs über lange Sommertage und Straßenlaternen. Über Geschwister und Geschiedene. Rücksichtslose Spaßbremsen. Und Haustiere. Maus und Wolf. Leben und Sterben. Mit einem Nachruf auf Jim Morrison, der vor vierzig Jahren in Paris verstorben ist - R.I.P. - Mr. Mojo Risin'. Im Konzerttipp erwartet euch ein grandioses "Garage-Country-Folk-Punk-Duo", das im Winter 2007 schonmal in Hannover zu Gast war. Und wo wir gerade vom Winter reden (auch wenn da noch keiner dran denken mag): Bon (H)Iver!
Lange Rede, kurzer Sinn: Gelber Tango »Indie» Nacht - wie immer mit handverlesener Musik - kommenden Montag von 23 bis 24 Uhr auf Radio LeineHertz 106einhalb. Dann werden diese teils kryptischen Zeilen auch etwas mehr Sinn ergeben (-:
Mit Songs über lange Sommertage und Straßenlaternen. Über Geschwister und Geschiedene. Rücksichtslose Spaßbremsen. Und Haustiere. Maus und Wolf. Leben und Sterben. Mit einem Nachruf auf Jim Morrison, der vor vierzig Jahren in Paris verstorben ist - R.I.P. - Mr. Mojo Risin'. Im Konzerttipp erwartet euch ein grandioses "Garage-Country-Folk-Punk-Duo", das im Winter 2007 schonmal in Hannover zu Gast war. Und wo wir gerade vom Winter reden (auch wenn da noch keiner dran denken mag): Bon (H)Iver!
Lange Rede, kurzer Sinn: Gelber Tango »Indie» Nacht - wie immer mit handverlesener Musik - kommenden Montag von 23 bis 24 Uhr auf Radio LeineHertz 106einhalb. Dann werden diese teils kryptischen Zeilen auch etwas mehr Sinn ergeben (-:
Abonnieren
Posts (Atom)