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Donnerstag, 3. November 2011
Am Montag hören wir uns wieder...
Wenn ihr wissen wollt, was euch erwartet, schaut doch einfach regelmäßig auf der Facebookseite des Gelben Tango vorbei - dafür müsst ihr übrigens kein Mitglied bei Facebook sein: http://www.facebook.com/gelbertango106.5
Montag, 17. Oktober 2011
PLAYLIST VOM 17. OKTOBER
1) Neon Indian - Halogen (I could be a shadow)
Seit seinem fantastischen 2009er Debütalbum PSYCHIC CHASMS zählt der in Mexiko geborene Alan Palomo alias Neon Indian zu den angesagtesten Chillwave-Produzenten. Am 7. Oktober folgte sein Zweitwerk ERA EXTRAÑA. "Era Extraña spielt an einem anderen, dunkleren Ort, Palomo produziert eine elektronische, von fetten Bässen flankierte, von Synthesizer- und C64-Sounds dramatisierte 'Stimmungsmusik', die das Kunststück fertig bringt, im selben Moment glamourös und brüchig zu klingen", schreibt der Musikexpress. Als spiele eine Band des Jahres 2018 ein paar Hits des Jahres 1988. "Und niemand hat es bemerkt."
2) Dan Mangan - How darwinian
3) Dan Mangan - Leaves, Trees, Forest
Da hatte das Cafe Glocksee mal wieder einen richtig guten Riecher, als es vor ziemlich genau zwei Jahren Dan Mangan zum Ruby Tuesday holte. Nur mit Gitarre und seinem rauen Timbre begeisterte der Kanadier damals das Publikum - seine Band hatte er aus Kostengründen im heimischen Vancouver lassen müssen. Mittlerweile macht sich der 28-Jährige mehr und mehr einen Namen. Sein neues Album OH FORTUNE (VÖ: 30.09.) ist eine der besten Folkplatten des Jahres. "In the crowded male singer-songwriter genre, he brings something different. a quirky, witty, observational style coupled with a slow-burning, emotional intensity", schwärmt auch The Guardian.
4) Feist - A Commotion
Nagelprobe bestanden: Nach ihrem ebenso plötzlichen wie doch auch überraschenden Aufstieg zum internationalen Popstar - Ohrwürmern wie '1234' sei Dank -, wusste wohl selbst Feist nicht so genau, wohin die Reise führen wird. Für METALS (VÖ: 30.09.) ließ sich die 35-jährige Kanadierin deshalb viel Zeit, vier Jahre um genau zu sein, was der Platte im positiven Sinne anzuhören ist. Eine würdige, erwachsene Ruhe verströme METALS, vermerkt auch Intro: "Die Stücke changieren zwischen vollkommen reduziert und sacht orchestriert, und es sind mit 'Graveyard' und 'The Circle Married The Line' wieder mindestens zwei ohne Umschweife als solche zu erkennende Hits dabei. Trotzdem verwundert an METALS vor allem seine zauberhafte Intimität. Es ist ein großes, würdiges Songwriter-Album, das den kritischen Augen der Öffentlichkeit ohne Frage standhalten wird. Die sinnlich-seriöse Güte dieser Musik wird Feist auch noch größer werdende Bühnen meistern lassen."
5) Broken Social Scene - Our faces split the coast in half
Leslie Feist war früher festes Mitglied bei Broken Social Scene - sofern man bei dem Torontoer Indie-Kollektiv überhaupt von "festen Mitgliedern" sprechen kann. 1999 gegründet von Kevin Drew und Brendan Canning, ist die BSS-Besetzung ständig am Wechseln, mit einem halben Dutzend bis an die zwanzig Mitwirkende. Viele Mitglieder spielen parallel in anderen (mehr oder weniger) bekannten Bands wie Do Make Say Think, Apostle of Hustle, Stars, Metric, The Weakerthans oder Land of Talk beziehungsweise haben wie Feist oder Jason Collett "nebenbei" solo Karriere gemacht.
6) Slow Club - Two Cousins
Der Slow Club aus der Arctic-Monkey-Heimat Sheffield besteht aus Charles Watson und Rebecca Taylor. Auf ihrem neuen Album PARADISE, erschienen am 16. September bei dem Londoner Label Moshi Moshi, hat sich das Duo vom zuckersüßen Twee-Pop verabschiedet - eine Schublade, die der Slow Club ohnehin hasste. Schon gleich der großartige Opener (und Vorabsingle) 'Two Cousins' macht den Richtungswechsel deutlich: "Wie eine Liebeshochzeit zwischen Flaming-Lips-Pop und Polyphonic-Spree-Pomp", resümiert motor.de. Der Rest der Platte rausche dann (im positivsten Sinne der Bezeichnung "rauschen") an einem vorbei. "Die Indie-Pop Meditation über das Leben und den Tod lädt ein zu einer Reise ins persönliche Alles und Nichts. (...) [Man] wird während des Hörens das Gefühl nicht los, dass eine Kirchengruppe mit einer starken Folk-Vorliebe die totale Entschleunigung geübt hat. Manche stimmlichen Hickser erinnern an Kate Bush auf starken Tranquilizern; manche Backgroundchöre an die entspannte Zwillingsband von den Futureheads, 'Horses Jumping' erinnert an ein (sicher niemals stattgefundenes) Zusammentreffen von Paul Heaton und einem betrunken-melancholischen Leonard Cohen."
7) Luke Roberts - Just do it Blues
Am 11. November wird auf Thrill Jockey Records BIG BELLS AND DIME SONGS erscheinen, das Debütalbum des New Yorker Songwriters Luke Roberts. Ursprünglich stammt Roberts aus der Country-Hochburg Nashville, und das hört man seiner Musik auch an. Eine Mischung aus Südstaatenfolk und "Sadcore", eine unter anderem von den Red House Painters geprägte Musikrichtung mit reduzierten, oftmals düster-melancholischen und um sich selbst kreisenden Melodien. Aber hört am Besten selbst:
8) Future Islands - Where I found you
Das Album des Monats Oktober beim Gelben Tango: ON THE WATER von den Future Islands, seit letztem Freitag im Handel erhältlich.
Die mittlerweile in Baltimore ansässige Band lernte sich während des Kunststudiums an der East Carolina University kennen. Aus ersten Gehversuchen mit einer anderen Band gingen 2006 die Future Islands hervor. Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums wurde das renommierte Chicagoer Indie-Label Thrill Jockey (zu deren bekanntesten Bands Tortoise, The Sea and Cake oder auch das Düsseldorfer Elektronik-Duo Mouse on Mars zählen) auf Future Islands aufmerksam. Das letztes Jahr erschienene zweite Album IN EVENING AIR, welches das Trio in einem Wohnzimmer aufgenommen hatte, wurde dadurch einem größeren Publikum zugänglich und wusste durchweg zu begeistern. "Drawing from a few different traditions while making them their own, Future Islands prove here to be a well-versed group of wild, woolly storytellers", schrieb zum Beispiel Pitchfork damals.
9) Zola Jesus - Hikkikomori
Genauso silbergrau, blechern, spiralförmig und trostlos wie ihr hochgelobtes Debütalbum klinge CONATUS, das am 30. September veröffentlichte zweite Album der 22-jährigen Nika Roza Danilova alias Zola Jesus, schreibt Spiegel Online. Und resümiert trotzdem: "Feel good record of the year!" Mit ihrer düsteren, elektonisch verspielten Musik werfe Zola Jesus Schatten, die so dunkel seien wie das russische Herz, das Danilova, deren Großeltern aus Russland nach Wisconsin emigriert waren, immer nachgesagt werde, so Intro. Zweifellos eine der faszinierendsten Platten des Jahres!!
Zola Jesus hat übrigens auch beim neuen M83-Album mitgewirkt, das heute von Pitchfork eine überragende 9.1-Wertung bekommen hat und ihr beim nächsten Gelben Tango am 7. November vorgestellt bekommt.
10) Siouxsie and the Banshees - Spellbound
Inmitten der aufblühenden Londoner Punkszene gründeten 1976 Sängerin Siouxsie Sioux und Bassist Steven Severin, die sich bei einem Konzert von Roxy Music kennengelernt hatten, Siouxsie and the Banshees (banshee = Todesfee). Schon bald mauserten die sich zu den "waghalsigsten und kompromisslosesten Abenteurern der Postpunk-Ära", wie einst The Times schrieb. Im November 1978 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum THE SCREAM. "The band sounds like some unique hybrid of the Velvet Underground mated with much of the ingenuity of Tago Mago-era Can, if any parallel can be drawn", schwärmte der einflussreiche NME vom speziellen Sound der Band, angesiedelt irgendwo zwischen New Wave und Gothic Rock, Pop und Avantgarde. 1996 löste sich die Band auf, die zeitweise sogar The-Cure-Frontmann Robert Smith als Mitglied gezählt hatte. In den nuller Jahren machte Siouxsie Sioux auf Solopfaden weiter.
Der Song 'Spellbound' stammt vom 1981er Album JUJU, das vierte Werk der Band und gleichzeitig eines ihrer kommerziell erfolgreichsten. Der Guardian bezeichnete 'Spellbound' einst als Popwunder ("pop marvel") und Johnny Marry von The Smiths adelte das Gitarrenspiel von John McGeoch: "It's so clever. He's got this really good picky thing going on which is very un-rock'n'roll and this actual tune he's playing is really quite mysterious."
11) Björk - Thunderbolt
An Björks neuem Album BIOPHILIA (VÖ: 07.10.) scheiden sich die Geister. Denn BIOPHILIA ist nicht bloß ein Album, sondern ein hochambitioniertes Multimediaprojekt, mit dem Björk - mal wieder - komplett neue Wege beschreitet: iPhone-Apps zu jedem Song, ein Film, Workshops, 3D-Animationen, Installationen und aufwendig inszenierte Liveshows gehören zum Biophilia-Gesamtkunstwerk. Einige unterstellen der Isländerin dabei Größenwahn, zu krampfhaft sei ihr Versuch Avantgarde sein zu wollen. Selbst ihre Tina-Turnerhafte künstliche Haarpracht wird zum Teil nicht ausgelassen, um sich über die mittlerweile 45-Jährige auszulassen. Die Musik sei bei dieser völligen Selbstinszenierung fast zwangsläufig zu kurz gekommen, ist oft als Resümee zu lesen. Der Gelbe Tango muss gestehen, einzig und allein das Album gehört zu haben und findet: Wer Björk mag, wird auch BIOPHILIA mögen.
12) Modeselektor & PVT - Green Light Go
Das Berliner Elektronik-Duo Modeselektor ziert das Cover des aktuellen Intro Magazins. "Tanz - Europa - Exzess" steht dort, in Anspielung auf das legendäre 1977er Kraftwerk-Album TRANS-EUROPA-EXPRESS. Dieser Kraftwerk-Vergleich stammt von keinem Geringeren als Radiohead-Frontmann Thom Yorke, ein großer Fan und zugleich Freund von Modeselektor. "Ich liebe Modeselektor, weil sie so tief in dieser Sache drin sind, aber immer wieder darüber hinaus gehen", erklärt Yorke seinen Vergleich. "So wie Kraftwerk zu Krautrockzeiten. Eine neue Modeselektor-Platte ist ein großes Ereignis für mich!" Nicht nur für Yorke: Im dritten Modeselektor-Album MONKEYTOWN (VÖ: 30.09.) ist wirklich alles drin. Von Dubstep über Elektrorock bis hin zu Radiohead-Musik - ja genau, denn auf zwei Songs wirkt Yorke selbst mit, und das klingt dann tatsächlich so wie Radiohead. Unter den vielen weiteren Gastmusikern sind zum Beispiel Miss Platnum, Sascha Ring alias Apparat oder auch das australische Math-Rock-Trio PVT, das bei 'Green Light Go' mitgewirkt hat.
Apropos Radiohead: Das am 7. Oktober erschienene Remix-Doppelalbum von The King of Limbs ist auch sehr empfehlenswert und enthält eine Modeselektor-Überarbeitung des Songs 'Good Evening Mrs Magpie' sowie Remixe u.a. von Four Tet, Caribou, SBTRKT und Jamie XX. Eine überraschend homogene und doch eigenständige Zusammenstellung von Bassmusik und (Post-)Dubstep.
13) Mogwai - How to be a Werewolf
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Die schottischen Postrock-Ikonen Mogwai spielen am Halloween-Montag, 31. Oktober im Capitol. Von der Webseite des Capitol: "Mogwai sind wieder unterwegs, um ihr siebtes Studioalbum HARDCORE WILL NEVER DIE, BUT YOU WILL zu präsentieren, das im Februar erschienen ist. Die Konzerte der Band gelten ob ihrer Intensität längst als legendär. Das stetige Mäandern zwischen atmosphärischen Flächen und krachigen Ausbrüchen beherrscht gerade live kaum eine Band so packend wie Mogwai."
Nächste Sendung am 7. November um 23 Uhr.
Seit seinem fantastischen 2009er Debütalbum PSYCHIC CHASMS zählt der in Mexiko geborene Alan Palomo alias Neon Indian zu den angesagtesten Chillwave-Produzenten. Am 7. Oktober folgte sein Zweitwerk ERA EXTRAÑA. "Era Extraña spielt an einem anderen, dunkleren Ort, Palomo produziert eine elektronische, von fetten Bässen flankierte, von Synthesizer- und C64-Sounds dramatisierte 'Stimmungsmusik', die das Kunststück fertig bringt, im selben Moment glamourös und brüchig zu klingen", schreibt der Musikexpress. Als spiele eine Band des Jahres 2018 ein paar Hits des Jahres 1988. "Und niemand hat es bemerkt."
2) Dan Mangan - How darwinian
3) Dan Mangan - Leaves, Trees, Forest
Da hatte das Cafe Glocksee mal wieder einen richtig guten Riecher, als es vor ziemlich genau zwei Jahren Dan Mangan zum Ruby Tuesday holte. Nur mit Gitarre und seinem rauen Timbre begeisterte der Kanadier damals das Publikum - seine Band hatte er aus Kostengründen im heimischen Vancouver lassen müssen. Mittlerweile macht sich der 28-Jährige mehr und mehr einen Namen. Sein neues Album OH FORTUNE (VÖ: 30.09.) ist eine der besten Folkplatten des Jahres. "In the crowded male singer-songwriter genre, he brings something different. a quirky, witty, observational style coupled with a slow-burning, emotional intensity", schwärmt auch The Guardian.
4) Feist - A Commotion
Nagelprobe bestanden: Nach ihrem ebenso plötzlichen wie doch auch überraschenden Aufstieg zum internationalen Popstar - Ohrwürmern wie '1234' sei Dank -, wusste wohl selbst Feist nicht so genau, wohin die Reise führen wird. Für METALS (VÖ: 30.09.) ließ sich die 35-jährige Kanadierin deshalb viel Zeit, vier Jahre um genau zu sein, was der Platte im positiven Sinne anzuhören ist. Eine würdige, erwachsene Ruhe verströme METALS, vermerkt auch Intro: "Die Stücke changieren zwischen vollkommen reduziert und sacht orchestriert, und es sind mit 'Graveyard' und 'The Circle Married The Line' wieder mindestens zwei ohne Umschweife als solche zu erkennende Hits dabei. Trotzdem verwundert an METALS vor allem seine zauberhafte Intimität. Es ist ein großes, würdiges Songwriter-Album, das den kritischen Augen der Öffentlichkeit ohne Frage standhalten wird. Die sinnlich-seriöse Güte dieser Musik wird Feist auch noch größer werdende Bühnen meistern lassen."
5) Broken Social Scene - Our faces split the coast in half
Leslie Feist war früher festes Mitglied bei Broken Social Scene - sofern man bei dem Torontoer Indie-Kollektiv überhaupt von "festen Mitgliedern" sprechen kann. 1999 gegründet von Kevin Drew und Brendan Canning, ist die BSS-Besetzung ständig am Wechseln, mit einem halben Dutzend bis an die zwanzig Mitwirkende. Viele Mitglieder spielen parallel in anderen (mehr oder weniger) bekannten Bands wie Do Make Say Think, Apostle of Hustle, Stars, Metric, The Weakerthans oder Land of Talk beziehungsweise haben wie Feist oder Jason Collett "nebenbei" solo Karriere gemacht.
6) Slow Club - Two Cousins
Der Slow Club aus der Arctic-Monkey-Heimat Sheffield besteht aus Charles Watson und Rebecca Taylor. Auf ihrem neuen Album PARADISE, erschienen am 16. September bei dem Londoner Label Moshi Moshi, hat sich das Duo vom zuckersüßen Twee-Pop verabschiedet - eine Schublade, die der Slow Club ohnehin hasste. Schon gleich der großartige Opener (und Vorabsingle) 'Two Cousins' macht den Richtungswechsel deutlich: "Wie eine Liebeshochzeit zwischen Flaming-Lips-Pop und Polyphonic-Spree-Pomp", resümiert motor.de. Der Rest der Platte rausche dann (im positivsten Sinne der Bezeichnung "rauschen") an einem vorbei. "Die Indie-Pop Meditation über das Leben und den Tod lädt ein zu einer Reise ins persönliche Alles und Nichts. (...) [Man] wird während des Hörens das Gefühl nicht los, dass eine Kirchengruppe mit einer starken Folk-Vorliebe die totale Entschleunigung geübt hat. Manche stimmlichen Hickser erinnern an Kate Bush auf starken Tranquilizern; manche Backgroundchöre an die entspannte Zwillingsband von den Futureheads, 'Horses Jumping' erinnert an ein (sicher niemals stattgefundenes) Zusammentreffen von Paul Heaton und einem betrunken-melancholischen Leonard Cohen."
7) Luke Roberts - Just do it Blues
Am 11. November wird auf Thrill Jockey Records BIG BELLS AND DIME SONGS erscheinen, das Debütalbum des New Yorker Songwriters Luke Roberts. Ursprünglich stammt Roberts aus der Country-Hochburg Nashville, und das hört man seiner Musik auch an. Eine Mischung aus Südstaatenfolk und "Sadcore", eine unter anderem von den Red House Painters geprägte Musikrichtung mit reduzierten, oftmals düster-melancholischen und um sich selbst kreisenden Melodien. Aber hört am Besten selbst:
8) Future Islands - Where I found you
Das Album des Monats Oktober beim Gelben Tango: ON THE WATER von den Future Islands, seit letztem Freitag im Handel erhältlich.
Die mittlerweile in Baltimore ansässige Band lernte sich während des Kunststudiums an der East Carolina University kennen. Aus ersten Gehversuchen mit einer anderen Band gingen 2006 die Future Islands hervor. Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums wurde das renommierte Chicagoer Indie-Label Thrill Jockey (zu deren bekanntesten Bands Tortoise, The Sea and Cake oder auch das Düsseldorfer Elektronik-Duo Mouse on Mars zählen) auf Future Islands aufmerksam. Das letztes Jahr erschienene zweite Album IN EVENING AIR, welches das Trio in einem Wohnzimmer aufgenommen hatte, wurde dadurch einem größeren Publikum zugänglich und wusste durchweg zu begeistern. "Drawing from a few different traditions while making them their own, Future Islands prove here to be a well-versed group of wild, woolly storytellers", schrieb zum Beispiel Pitchfork damals.
9) Zola Jesus - Hikkikomori
Genauso silbergrau, blechern, spiralförmig und trostlos wie ihr hochgelobtes Debütalbum klinge CONATUS, das am 30. September veröffentlichte zweite Album der 22-jährigen Nika Roza Danilova alias Zola Jesus, schreibt Spiegel Online. Und resümiert trotzdem: "Feel good record of the year!" Mit ihrer düsteren, elektonisch verspielten Musik werfe Zola Jesus Schatten, die so dunkel seien wie das russische Herz, das Danilova, deren Großeltern aus Russland nach Wisconsin emigriert waren, immer nachgesagt werde, so Intro. Zweifellos eine der faszinierendsten Platten des Jahres!!
Zola Jesus hat übrigens auch beim neuen M83-Album mitgewirkt, das heute von Pitchfork eine überragende 9.1-Wertung bekommen hat und ihr beim nächsten Gelben Tango am 7. November vorgestellt bekommt.
10) Siouxsie and the Banshees - Spellbound
Inmitten der aufblühenden Londoner Punkszene gründeten 1976 Sängerin Siouxsie Sioux und Bassist Steven Severin, die sich bei einem Konzert von Roxy Music kennengelernt hatten, Siouxsie and the Banshees (banshee = Todesfee). Schon bald mauserten die sich zu den "waghalsigsten und kompromisslosesten Abenteurern der Postpunk-Ära", wie einst The Times schrieb. Im November 1978 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum THE SCREAM. "The band sounds like some unique hybrid of the Velvet Underground mated with much of the ingenuity of Tago Mago-era Can, if any parallel can be drawn", schwärmte der einflussreiche NME vom speziellen Sound der Band, angesiedelt irgendwo zwischen New Wave und Gothic Rock, Pop und Avantgarde. 1996 löste sich die Band auf, die zeitweise sogar The-Cure-Frontmann Robert Smith als Mitglied gezählt hatte. In den nuller Jahren machte Siouxsie Sioux auf Solopfaden weiter.
Der Song 'Spellbound' stammt vom 1981er Album JUJU, das vierte Werk der Band und gleichzeitig eines ihrer kommerziell erfolgreichsten. Der Guardian bezeichnete 'Spellbound' einst als Popwunder ("pop marvel") und Johnny Marry von The Smiths adelte das Gitarrenspiel von John McGeoch: "It's so clever. He's got this really good picky thing going on which is very un-rock'n'roll and this actual tune he's playing is really quite mysterious."
11) Björk - Thunderbolt
An Björks neuem Album BIOPHILIA (VÖ: 07.10.) scheiden sich die Geister. Denn BIOPHILIA ist nicht bloß ein Album, sondern ein hochambitioniertes Multimediaprojekt, mit dem Björk - mal wieder - komplett neue Wege beschreitet: iPhone-Apps zu jedem Song, ein Film, Workshops, 3D-Animationen, Installationen und aufwendig inszenierte Liveshows gehören zum Biophilia-Gesamtkunstwerk. Einige unterstellen der Isländerin dabei Größenwahn, zu krampfhaft sei ihr Versuch Avantgarde sein zu wollen. Selbst ihre Tina-Turnerhafte künstliche Haarpracht wird zum Teil nicht ausgelassen, um sich über die mittlerweile 45-Jährige auszulassen. Die Musik sei bei dieser völligen Selbstinszenierung fast zwangsläufig zu kurz gekommen, ist oft als Resümee zu lesen. Der Gelbe Tango muss gestehen, einzig und allein das Album gehört zu haben und findet: Wer Björk mag, wird auch BIOPHILIA mögen.
12) Modeselektor & PVT - Green Light Go
Das Berliner Elektronik-Duo Modeselektor ziert das Cover des aktuellen Intro Magazins. "Tanz - Europa - Exzess" steht dort, in Anspielung auf das legendäre 1977er Kraftwerk-Album TRANS-EUROPA-EXPRESS. Dieser Kraftwerk-Vergleich stammt von keinem Geringeren als Radiohead-Frontmann Thom Yorke, ein großer Fan und zugleich Freund von Modeselektor. "Ich liebe Modeselektor, weil sie so tief in dieser Sache drin sind, aber immer wieder darüber hinaus gehen", erklärt Yorke seinen Vergleich. "So wie Kraftwerk zu Krautrockzeiten. Eine neue Modeselektor-Platte ist ein großes Ereignis für mich!" Nicht nur für Yorke: Im dritten Modeselektor-Album MONKEYTOWN (VÖ: 30.09.) ist wirklich alles drin. Von Dubstep über Elektrorock bis hin zu Radiohead-Musik - ja genau, denn auf zwei Songs wirkt Yorke selbst mit, und das klingt dann tatsächlich so wie Radiohead. Unter den vielen weiteren Gastmusikern sind zum Beispiel Miss Platnum, Sascha Ring alias Apparat oder auch das australische Math-Rock-Trio PVT, das bei 'Green Light Go' mitgewirkt hat.
Apropos Radiohead: Das am 7. Oktober erschienene Remix-Doppelalbum von The King of Limbs ist auch sehr empfehlenswert und enthält eine Modeselektor-Überarbeitung des Songs 'Good Evening Mrs Magpie' sowie Remixe u.a. von Four Tet, Caribou, SBTRKT und Jamie XX. Eine überraschend homogene und doch eigenständige Zusammenstellung von Bassmusik und (Post-)Dubstep.
13) Mogwai - How to be a Werewolf
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Die schottischen Postrock-Ikonen Mogwai spielen am Halloween-Montag, 31. Oktober im Capitol. Von der Webseite des Capitol: "Mogwai sind wieder unterwegs, um ihr siebtes Studioalbum HARDCORE WILL NEVER DIE, BUT YOU WILL zu präsentieren, das im Februar erschienen ist. Die Konzerte der Band gelten ob ihrer Intensität längst als legendär. Das stetige Mäandern zwischen atmosphärischen Flächen und krachigen Ausbrüchen beherrscht gerade live kaum eine Band so packend wie Mogwai."
Nächste Sendung am 7. November um 23 Uhr.
Labels:
Björk,
Broken Social Scene,
Dan Mangan,
Feist,
Future Islands,
Luke Roberts,
M83,
Modeselektor,
Mogwai,
Neon Indian,
PVT,
Radiohead,
Siouxsie and the Banshees,
Slow Club,
Thom Yorke,
Zola Jesus
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da...
...er bringt uns Spaß, hei hussassa! Und gute Musik: Montag 23 bis 24 Uhr beim Gelben Tango auf Radio LeineHertz 106einhalb. Herbststimmung lässt auch der wundervolle kanadische Songwriter Dan Mangan auf seinem meisterhaften neuen Album 'Oh Fortune' aufkommen: "There are leaves in the trees, there are trees in the forest." Ihr erfahrt, wie es klingt, wenn Antony & the Johnsons vor einem Piratenpublikum auftreten würden. Euch erwarten neonfarbene Chillwave-Indianer und nach Indianern benannte Postpunk-Todesfeen. Ein Club der Langsamkeit, der über zwei verlorene Cousins singt - und ein Berliner Elektronik-Duo, das Radiohead-Frontmann Thom Yorke für die neuen Kraftwerk hält. Ein kleiner Exkurs nach Kanada in die dortige Broken Social Scene und zum Album des Monats verschlägt es uns auf futuristische Inseln. Aber vor allem ganz viel Frauenpower: Feist, Björk und Zola Jesus haben neue Platten herausgebracht - eine besser als die andere!! Und gebt Acht vor den Werwölfen: Ein Konzerttipp für Halloween.
Labels:
Antony and the Johnsons,
Björk,
Broken Social Scene,
Dan Mangan,
Feist,
Future Islands,
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Neon Indian,
Radiohead,
Siouxsie and the Banshees,
Slow Club,
Zola Jesus
Montag, 3. Oktober 2011
PLAYLIST VOM 3. OKTOBER
1) The Rapture - Sail away
The Rapture sind zurück. 1998 gegründet, galt die Dance-Punk-Formation zu Beginn der nuller Jahre einst als "next big thing". Nach fünf Jahren Stille erschien im September ihr neues Album 'In the Grace of our Love' bei dem renommierten Dance-Label DFA Records. "Die Intention, Post-Punk mit einem Dancefloor-Groove zu verheiraten, wurde von der Band aus New York noch nie so konsequent umgesetzt wie auf diesem Album", schrieb der Musikexpress, der 'In the Grace of our Love' zum Album des Monats kürte.
2) Weekend - Hazel
Auch auf diese Band bin ich durch einen Hörer aufmerksam geworden. Mag auch daran liegen, dass deren Debütalbum hierzulande nicht regulär erschienen ist, sondern nur als Import zu haben ist. Weekend aus San Francisco machen Garagen-Lo-Fi-Noise, vergleichbar mit den großartigen Japandroids oder auch Yuck. Auf ihrer letzten Monat erschienenen Red EP (von der der Song Hazel stammt) haben sich Weekend musikalisch noch weiterentwickelt und präsentieren sich "more agile and nuanced than some previously thought, able to make noise one part of its attack instead of the primary focus", so Pitchfork.
3) Patti Smith - Free Money
Patti Smith, Jahrgang 1946, gehört zu den interessantesten Persönlichkeiten der Musikgeschichte. Die Rockpoetin gehörte im New York der 70er Jahre neben den Ramones und Television zu den Vorreitern der Punkbewegung. Ihr Debütalbum 'Horses' aus dem Jahr 1975 gilt noch immer als Meilenstein und verschaffte ihr den Ruf als 'Godmother of Punk'. Sehr erfolgreich war Smith auch als Künstlerin, Poetin und zuletzt auch Buchautorin. Für ihre Memoiren 'Just Kids' wurde Smith 2010 mit dem nationalen Buchpreis ausgezeichnet. Seit 2007 ist Smith in der Rock and Roll Hall of Fame. Letzten Monat wurde erstmals eine labelübergreifendes Best-of-Album von Smith veröffentlicht: 'Outside Society'.
4) Philip Boa & the Voodooclub - Pretty Bay
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Philipp Boa präsentiert zusammen mit seinem Voodooclub am Samstag 15. Oktober in der 60er-Jahre Halle der Faust seine legendären Alben Helios und Boaphenia. Von der Faust-Webseite:
Und obwohl es bei Boa mit und ohne Voodooclub im jährlichen bis zweijährlichen Veröffentlichungs-Rhythmus weiterging, wurde es schließlich still um ihn. Waren er und seine Band doch eher der avantgardistische Indie-Gegenentwurf der mittleren Achtziger bis beginnenden Neunziger. Folgerichtig also, dass die beiden Alben 'Helios' und 'Boaphenia' nun remastered und neu herausgebracht wurden - als musikalisch visionärer Gemarkungsstein einer echten Zeitenwende, vom unterkühlten Hedonismus der Achtzigerer hin zum Grunge der Neunziger. Klingt gut. Boa wäre es vermutlich egal."
Der Song 'Pretty Bay' stammt vom 1991 erschienenen 'Helios'.
5) Peter Wolf Crier - Cut a Hand
Das Freak-Folk-Duo Peter Wolf Crier präsentiert sich auf seinem zweiten Studioalbum 'Garden of Arms' (VÖ: 09.09.) viel experimentierfreudiger als bisher. "Insbesondere Brian Moens Perkussion zaubert so einige neue Facetten in den Bandsound, die Peter Pisano freudig mit schrummeligen Gitarrenlinien konterkariert", schreibt Plattentests. "Die beiden probieren noch so sehr an ihren eigenen Idee von Folk herum, dass ihr Zweitling ein interessantes, wenn auch nicht immer schlüssiges Experimentierfeld geworden ist. Was gar nicht schlimm ist."
6) Lanterns on the Lake - Tricks
Als 'Cinematic Indie' bezeichnen Lanterns on the Lake ihre Musik selbst - und das trifft es sehr gut. Mit Hilfe eines Sammelsuriums an Instrumenten - darunter Gitarren, Geige, Mandoline, Klavier, Synthesizer, Glockenspiel und Kalimba - zeichnet das Sextett aus Nordostengland wunderbare Klangbilder. Eine Mischung aus Sigur Rós, Mazzy Star und Seabear. Der wundervolle Auftritt in der St. Pauli Kirche war eines der Highlights beim diesjährigen Reeperbahn Festival.
7) Future Islands - Give us the Wind
8) Future Islands - Close to none
Das Album des Monats Oktober, ganz exklusiv beim Gelben Tango: On the Water von Future Islands, das am 14. Oktober erscheinen wird.
Nach ihrem furios-euphorischen Thrill-Jockey-Debüt 'In Evening Air' klingt die Band aus Baltimore auf ihrem neuesten Werk weitaus melancholischer - und doch wieder sehr hymnenhaft und erhaben. In dem Song ' The Great Fire' stimmt der charismatische Frontmann Samuel Herring an zu einem Duett mit Jenn Wasner von Wye Oak. Der Promotext verspricht jedenfalls nicht zuviel: "On the Water is a record that aims to both break your heart and heal your wounds."
9) Apparat - The soft Voices die
"Goodbye Apparat-Rave - Hello Apparat-Band!" schrieb Sascha Ring im April auf der Facebook-Seite seines Projekts Apparat. Über seine Entwicklung "weg aus der Technoecke" spricht Ring dieser Tage sehr oft. "Ich finde es einfach wahnsinnig uninteressant, einfach noch mal die gleiche Platte zu machen", erklärte Ring just im Deutschlandfunk. "Wer braucht denn das? Und warum gibt es Leute da draußen, die genau das von dir wollen? Dafür bin ich nicht Musiker geworden. Da kann ich gleich in ein Büro gehen und den gleichen Job over and over again machen."
Neuestes Ergebnis dieser steten Weiterentwicklung ist 'The Devil's Walk' (VÖ: 23.09.), das sich auf eine gesellschaftskritische Schrift des britischen Romantikers Percy Bysshe Shelley, Gatte der Frankenstein-Erfinderin Mary Shelley, bezieht. "Der von der Popkritik gerne überstrapazierte Begriff Wall of Sound macht in Bezug auf dieses Album tatsächlich Sinn, die vielen Flächen und Klänge sind jedoch so kunstvoll übereinander geschichtet, dass Atmosphäre und kein Brei entsteht", schreibt Intro. "Ambientpop könnte man fast dazu sagen."
10) Baby Dee - Safe inside the Day (live)
Ein wahrer Spießroutenlauf muss für Baby Dee, 1953 als Junge geboren, die Kindheit im tristen Cleveland gewesen sein. Im jungen Erwachsenenalter machte sie ihre Transsexualität öffentlich und trat im Vergnügungspark von Coney Islands als musizierendes Zwitterwesen auf. In den 90ern lernte sie den ebenfalls transidentischen Antony Hegarty kennen und spielte 1998 auf dessen Debütalbum Harfe. 2001 folgte ihr Solodebüt, nach ihrem zweiten Album kehrte sie in ihre Heimatstadt Cleveland zurück. Als ein Arbeitsunfall sie finanziell an den Ruin brachte und arbeitslos werden ließ, ermutigte kein Geringerer als Will Oldham alias Bonnie "Prince" Billy sie dazu, ihre musikalische Karriere fortzusetzen. 'Safe Inside the Day' erschien 2008 bei dem renommierten Indie-Label Drag City, bei dem neben Oldham unter anderem auch Bill Callahan, Joanna Newsom oder die Silver Jews veröffentlicht haben. Am 30. September ist das Live-Doppelalbum 'Baby Dee goes to Amsterdam Dam Dam' erschienen.
11) Wilco - One Sunday Morning (Song for Jane Smiley's Boyfriend)
Die Chicagoer Indie-Rock-Helden Wilco haben ihr neues Album 'The Whole Love' (VÖ 23.09.) auf ihrem neugegründeten eigenen Label dBpm Records veröffentlicht. Und diese neuen Rahmenbedingungen scheinen die Band um Frontmann Jeff Tweedy zu beflügeln. Gleich der Eröffnungstrack 'Art of Almost': Unterlegt von einem stoischen Krautrockrhythmus, endet er mit einem minutenlangem mäandernden Gitarrengeschrammel. Einer der besten Songs des Jahres!! Das gleiche gilt für den epischen 12-Minuten-Abschlusstrack 'One Sunday Morning'. Und dazwischen liegt ein unglaublich facettenreiches Album. Im Interview mit dem Musikexpress verrät Tweedy, dass er seine Strategie der stilistischen Verschiebungen und Bruchstellen für ein Gebot der Ehrlichkeit halte: "Die Kritiker lesen da immer so etwas abgehoben Künstlerisches rein. Dabei ist das doch ein ganz und gar menschlicher Wesenszug: Ich jedenfalls kenne nicht sehr viele Menschen, die nur eine Sache oder nur einen Stil mögen. In der Rockmusik herrschte lange die Idee vor. dass du dein Territorium markieren musst. Wenn du also eine Band magst, solltest du nicht auch die entgegengesetzte Musik mögen. Diese Denkweise hat mir nie gefallen. Warum soll ich nicht Neil Young mögen, auch wenn ich die Sex Pistols höre? Das kam mir schon als Kind idiotisch vor."
Danke Jeff, das sollte man sich einrahmen!!
Nächste Sendung am 17. Oktober um 23 Uhr.
The Rapture sind zurück. 1998 gegründet, galt die Dance-Punk-Formation zu Beginn der nuller Jahre einst als "next big thing". Nach fünf Jahren Stille erschien im September ihr neues Album 'In the Grace of our Love' bei dem renommierten Dance-Label DFA Records. "Die Intention, Post-Punk mit einem Dancefloor-Groove zu verheiraten, wurde von der Band aus New York noch nie so konsequent umgesetzt wie auf diesem Album", schrieb der Musikexpress, der 'In the Grace of our Love' zum Album des Monats kürte.
2) Weekend - Hazel
Auch auf diese Band bin ich durch einen Hörer aufmerksam geworden. Mag auch daran liegen, dass deren Debütalbum hierzulande nicht regulär erschienen ist, sondern nur als Import zu haben ist. Weekend aus San Francisco machen Garagen-Lo-Fi-Noise, vergleichbar mit den großartigen Japandroids oder auch Yuck. Auf ihrer letzten Monat erschienenen Red EP (von der der Song Hazel stammt) haben sich Weekend musikalisch noch weiterentwickelt und präsentieren sich "more agile and nuanced than some previously thought, able to make noise one part of its attack instead of the primary focus", so Pitchfork.
3) Patti Smith - Free Money
Patti Smith, Jahrgang 1946, gehört zu den interessantesten Persönlichkeiten der Musikgeschichte. Die Rockpoetin gehörte im New York der 70er Jahre neben den Ramones und Television zu den Vorreitern der Punkbewegung. Ihr Debütalbum 'Horses' aus dem Jahr 1975 gilt noch immer als Meilenstein und verschaffte ihr den Ruf als 'Godmother of Punk'. Sehr erfolgreich war Smith auch als Künstlerin, Poetin und zuletzt auch Buchautorin. Für ihre Memoiren 'Just Kids' wurde Smith 2010 mit dem nationalen Buchpreis ausgezeichnet. Seit 2007 ist Smith in der Rock and Roll Hall of Fame. Letzten Monat wurde erstmals eine labelübergreifendes Best-of-Album von Smith veröffentlicht: 'Outside Society'.
4) Philip Boa & the Voodooclub - Pretty Bay
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Philipp Boa präsentiert zusammen mit seinem Voodooclub am Samstag 15. Oktober in der 60er-Jahre Halle der Faust seine legendären Alben Helios und Boaphenia. Von der Faust-Webseite:
"Phillip Boa and the Voodooclub. Diesen Namen könnte man jetzt satte fünf Minuten stehen und wirken lassen. Denn was hat der musikalische Tausendsassa und 'Godfather Of German Indie' mit seinem Voodooclub in 26 Jahren Bandgeschichte nicht alles gemacht? Unvergessliche Alben mit ebenso unvergesslichen Hits pflastern den Weg der Band und ihres charismatischen Frontmannes, unendliche Höhen und Tiefen haben sie durchlebt. Doch Boa hat sich - von der Presse oft schon für toter als tot erklärt - stets kometenhaft freigekämpft und ein ums andere Mal neu erfunden.
Phillip Boa steht für eine Haltung, die, stets geprägt von einem aristokratischen Mittelfinger, für einen wahren Überzeugungstäter und musikalischen Indie-Visionär spricht. Und für einen absoluten Trend-Verweigerer, entzieht er sich doch seit Ende der 90er-Jahre stoisch den Massenmedien und ihren Formaten. (...)Und obwohl es bei Boa mit und ohne Voodooclub im jährlichen bis zweijährlichen Veröffentlichungs-Rhythmus weiterging, wurde es schließlich still um ihn. Waren er und seine Band doch eher der avantgardistische Indie-Gegenentwurf der mittleren Achtziger bis beginnenden Neunziger. Folgerichtig also, dass die beiden Alben 'Helios' und 'Boaphenia' nun remastered und neu herausgebracht wurden - als musikalisch visionärer Gemarkungsstein einer echten Zeitenwende, vom unterkühlten Hedonismus der Achtzigerer hin zum Grunge der Neunziger. Klingt gut. Boa wäre es vermutlich egal."
Der Song 'Pretty Bay' stammt vom 1991 erschienenen 'Helios'.
5) Peter Wolf Crier - Cut a Hand
Das Freak-Folk-Duo Peter Wolf Crier präsentiert sich auf seinem zweiten Studioalbum 'Garden of Arms' (VÖ: 09.09.) viel experimentierfreudiger als bisher. "Insbesondere Brian Moens Perkussion zaubert so einige neue Facetten in den Bandsound, die Peter Pisano freudig mit schrummeligen Gitarrenlinien konterkariert", schreibt Plattentests. "Die beiden probieren noch so sehr an ihren eigenen Idee von Folk herum, dass ihr Zweitling ein interessantes, wenn auch nicht immer schlüssiges Experimentierfeld geworden ist. Was gar nicht schlimm ist."
6) Lanterns on the Lake - Tricks
Als 'Cinematic Indie' bezeichnen Lanterns on the Lake ihre Musik selbst - und das trifft es sehr gut. Mit Hilfe eines Sammelsuriums an Instrumenten - darunter Gitarren, Geige, Mandoline, Klavier, Synthesizer, Glockenspiel und Kalimba - zeichnet das Sextett aus Nordostengland wunderbare Klangbilder. Eine Mischung aus Sigur Rós, Mazzy Star und Seabear. Der wundervolle Auftritt in der St. Pauli Kirche war eines der Highlights beim diesjährigen Reeperbahn Festival.
7) Future Islands - Give us the Wind
8) Future Islands - Close to none
Das Album des Monats Oktober, ganz exklusiv beim Gelben Tango: On the Water von Future Islands, das am 14. Oktober erscheinen wird.
Nach ihrem furios-euphorischen Thrill-Jockey-Debüt 'In Evening Air' klingt die Band aus Baltimore auf ihrem neuesten Werk weitaus melancholischer - und doch wieder sehr hymnenhaft und erhaben. In dem Song ' The Great Fire' stimmt der charismatische Frontmann Samuel Herring an zu einem Duett mit Jenn Wasner von Wye Oak. Der Promotext verspricht jedenfalls nicht zuviel: "On the Water is a record that aims to both break your heart and heal your wounds."
9) Apparat - The soft Voices die
"Goodbye Apparat-Rave - Hello Apparat-Band!" schrieb Sascha Ring im April auf der Facebook-Seite seines Projekts Apparat. Über seine Entwicklung "weg aus der Technoecke" spricht Ring dieser Tage sehr oft. "Ich finde es einfach wahnsinnig uninteressant, einfach noch mal die gleiche Platte zu machen", erklärte Ring just im Deutschlandfunk. "Wer braucht denn das? Und warum gibt es Leute da draußen, die genau das von dir wollen? Dafür bin ich nicht Musiker geworden. Da kann ich gleich in ein Büro gehen und den gleichen Job over and over again machen."
Neuestes Ergebnis dieser steten Weiterentwicklung ist 'The Devil's Walk' (VÖ: 23.09.), das sich auf eine gesellschaftskritische Schrift des britischen Romantikers Percy Bysshe Shelley, Gatte der Frankenstein-Erfinderin Mary Shelley, bezieht. "Der von der Popkritik gerne überstrapazierte Begriff Wall of Sound macht in Bezug auf dieses Album tatsächlich Sinn, die vielen Flächen und Klänge sind jedoch so kunstvoll übereinander geschichtet, dass Atmosphäre und kein Brei entsteht", schreibt Intro. "Ambientpop könnte man fast dazu sagen."
10) Baby Dee - Safe inside the Day (live)
Ein wahrer Spießroutenlauf muss für Baby Dee, 1953 als Junge geboren, die Kindheit im tristen Cleveland gewesen sein. Im jungen Erwachsenenalter machte sie ihre Transsexualität öffentlich und trat im Vergnügungspark von Coney Islands als musizierendes Zwitterwesen auf. In den 90ern lernte sie den ebenfalls transidentischen Antony Hegarty kennen und spielte 1998 auf dessen Debütalbum Harfe. 2001 folgte ihr Solodebüt, nach ihrem zweiten Album kehrte sie in ihre Heimatstadt Cleveland zurück. Als ein Arbeitsunfall sie finanziell an den Ruin brachte und arbeitslos werden ließ, ermutigte kein Geringerer als Will Oldham alias Bonnie "Prince" Billy sie dazu, ihre musikalische Karriere fortzusetzen. 'Safe Inside the Day' erschien 2008 bei dem renommierten Indie-Label Drag City, bei dem neben Oldham unter anderem auch Bill Callahan, Joanna Newsom oder die Silver Jews veröffentlicht haben. Am 30. September ist das Live-Doppelalbum 'Baby Dee goes to Amsterdam Dam Dam' erschienen.
11) Wilco - One Sunday Morning (Song for Jane Smiley's Boyfriend)
Die Chicagoer Indie-Rock-Helden Wilco haben ihr neues Album 'The Whole Love' (VÖ 23.09.) auf ihrem neugegründeten eigenen Label dBpm Records veröffentlicht. Und diese neuen Rahmenbedingungen scheinen die Band um Frontmann Jeff Tweedy zu beflügeln. Gleich der Eröffnungstrack 'Art of Almost': Unterlegt von einem stoischen Krautrockrhythmus, endet er mit einem minutenlangem mäandernden Gitarrengeschrammel. Einer der besten Songs des Jahres!! Das gleiche gilt für den epischen 12-Minuten-Abschlusstrack 'One Sunday Morning'. Und dazwischen liegt ein unglaublich facettenreiches Album. Im Interview mit dem Musikexpress verrät Tweedy, dass er seine Strategie der stilistischen Verschiebungen und Bruchstellen für ein Gebot der Ehrlichkeit halte: "Die Kritiker lesen da immer so etwas abgehoben Künstlerisches rein. Dabei ist das doch ein ganz und gar menschlicher Wesenszug: Ich jedenfalls kenne nicht sehr viele Menschen, die nur eine Sache oder nur einen Stil mögen. In der Rockmusik herrschte lange die Idee vor. dass du dein Territorium markieren musst. Wenn du also eine Band magst, solltest du nicht auch die entgegengesetzte Musik mögen. Diese Denkweise hat mir nie gefallen. Warum soll ich nicht Neil Young mögen, auch wenn ich die Sex Pistols höre? Das kam mir schon als Kind idiotisch vor."
Danke Jeff, das sollte man sich einrahmen!!
Nächste Sendung am 17. Oktober um 23 Uhr.
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Donnerstag, 29. September 2011
Kein Einheitsbrei am Tag der Deutschen Einheit
Stattdessen erwarten euch kommenden Montag beim Gelben Tango so einige Schmankerl: Ganz exklusiv wird euch das fantastische neue Album der Future Islands vorgestellt, das am 14. Oktober auf Thrill Jockey Records erscheint. Außerdem neue Alben u.a. der Indie-Altmeister Wilco, des stets auf Weiterentwicklung bedachten Berliner Traumpop-Elektronikers Sascha Ring alias Apparat und der wundersamen Baby Dee. Endlich mit dabei auch die Grande Dame des Punk sowie die deutsche Indie-Ikone schlechthin (bald zu Gast in Hannover - den Konzerttipp nicht verpassen!). Ganz zu schweigen vom besten Abschlusstrack seit Langem: Montag von 23 bis 24 Uhr auf Radio Leinehertz 106einhalb.
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Montag, 19. September 2011
PLAYLIST VOM 19. SEPTEMBER
1) Beirut - A Candle's Fire
"Schwelgerischer Pop in Folk-Tradition mit der tollsten Instrumentierung der Welt - noch strahlender als zuletzt", schreibt Intro über das neue Album von Beirut 'The Rip Tide', das am 26. August erschienen ist. Mehr Infos zu der Band von Zach Condon findet ihr in den Playlists vom 5. September und 16. Juni.
2) CANT - The Edge
Neben seiner Haupttätigkeit als Bassist und Produzent von Grizzly Bear machte Chris Taylor in den letzten Jahren zunehmend auch als Produzent auf sich aufmerksam: Für die letzten Alben von TV on the Radio, Twin Shadow, Miles Benjamin Anthony Robinson, Dirty Projectors oder auch The Morning Benders war der in Seattle geborene Multiinstrumentalist verantwortlich. Nun war er es ein wenig leid, ständig Kompromisse eingehen zu müssen, und gründete sein Soloprojekt CANT, um endlich einmal ohne Wenn und Aber seine eigenen Ideen umsetzen zu können. Als Unterstützung holte er einzig und allein den befreundeten Twin Shadow ins Boot. 'Dreams come true' ist am 9. September erschienen und "so prall ideenschwanger, dass man es beinahe als Compilation missverstehen könnte", meint Spex.
3) Blood Orange - Champagne Coast
4) Blood Orange - Are you sure you're really busy
Devonté Hynes ist ein Tausendsassa: Gerade volljährig, spielte er von 2004 bis 2006 in der Londoner Dancepunk-Kombo Test Icicles. Nach deren Auflösung gab sich Hynes das Pseudonym Lightspeed Champion, versuchte sich in Indie-Folk und begann nebenbei Songs für namhafte Acts wie Florence and the Machine oder The Chemical Brothers zu schreiben. Nun folgte sein Debütalbum als Blood Orange, das den Titel 'Coastal Grooves' (VÖ: 26.08.) trägt. "Monotonie bedeutet Langeweile", urteilt motor.de. "Das weiß auch Devonté Hynes und erfindet sich mal wieder neu. Als Blood Orange erinnert er an die verruchte Seite der Achtziger Jahre und bringt zwischen Glamour und Obszönität auch Chris Isaak, David Bowie und Billy Idol an einen Tisch." Etwas cheesy, trotzdem ganz große Klasse!!!
5) M83 - Midnight City
Dieses Saxofon!!! 'Midnight City' ist die erste Single vom sechsten Album der französischen Elektrodreampopper M83, das den Titel 'Hurry up, we're dreaming' (VÖ: 14.10.) tragen wird. "Overall, it's pop - and very epic", sagt Anthony Gonzales, der hinter M83 steckt, über das neue Doppelalbum. "Anyone who loved M83 before, they'll love this album even more." Und Liebhaber von M83 gibt es viele: Als Support von Stadionrockern wie The Killers und Kings of Leon oder auch von Depeche Mode haben sich M83 international eine große Fangemeinde erspielt. Die musikalischen Einflüsse von Gonzales - der M83 vor über zehn Jahren mit Nicolas Fromageau im südfranzösischen Antibes gegründet hat, seit 2005 M83 aber alleine betreibt und mittlerweile in Los Angeles ansässig ist - liegen zu großen Teilen in den 80ern: Cocteau Twins, New Order, Talk Talk, Spacemen 3, Psychedelic Furs oder auch Tears for Fears und Vangelis. Als seine wichtigste Inspiration benennt er jedoch den französischen Elektronikpionier Jean Michel Jarre (der übrigens am 1. November in der TUI Arena auftreten wird).
6) Dear Reader - Man (Idealistic Animals)
Mit ihrem zuckersüßen Debütalbum 'Replace why with funny' verzauberten Dear Reader aus dem fernen Johannesburg vor zwei Jahren die Indie-Gemeinde. Seitdem hat sich einiges getan: Frontfrau Cheryln MacNeil zog nach Berlin, ließ Bandpartner Darryl Torr in Südafrika zurück und machte alleine weiter. Von ihrer veränderten Lebenssituation handelt auch das neue (Solo)Album. Bei den Songtiteln handelt es sich (fast) ausschließlich um Tiere: Kamele, Elefanten Wale, Affen, Bären - alles dabei. Und Männer. "Tiere, Zweifel, Pop - alles vereint. Dramatischer Indie-Pop zum Liebhaben", meint Intro.
7) Handsome Furs - Talking Hotel Arbat Blues
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Am kommenden Donnerstag spielen die Handsome Furs im Café Glocksee. Aus dem Glocksee-Newsletter:
"Das Ehepaar Dan Boeckner und Alexei Perry sind die wahren Weltreisenden des Electro-Pop, die schon in Myanmar oder der hintersten Provinz Chinas unter repressivsten Bedingungen Konzerte in Sachen künstlerischer Freiheit gegeben haben. Folglich passt ihr Equipment auch in die Satteltasche eines Kamels, ganz im Gegensatz zu Dans anderer Band, den nicht minder großartigen WOLF PARADE. Doch anders als WOLF PARADE haben sich die HANDSOME FURS dem (durchaus Gitarren enthaltenden) Electro-Pop verschrieben, der bei ihnen ähnlich wie bei FAD GADGET in die Muskeln fahrende Hymnen voller Energie ergibt."
Weitere Konzerttipps im September:
- The Great Park, Dienstag 20. September im Béi Chéz Heinz
- Locas in Love, Donnerstag 22.September im Mephisto
- Hauschka (feat. Múm-Drummer Samuli Kosminen), Freitag 30. September, Ballhof eins
8) Tarwater - Sato Sato
Die Berliner Bernd Jestram und Ronald Lippok begannen ihre musikalische Laufbahn bereits im Punk-Underground der DDR. 1995 gründeten die beiden zusammen Tarwater, und ähnlich wie ihre krautrockenden Vorbilder aus den 70ern erspielten sich Tarwater zwar international ein gutes Renommée, blieben aber in Deutschland doch eher unbekannt, so ist zumindest mein Eindruck. Hierzulande sind die beiden eher noch bekannt als Komponisten von Filmmusik. Schade eigentlich. "Nennt es weder Indietronics noch Krautrock", schreibt der Musikexpress über das neue Album 'Inside the Ships' (VÖ: 09.09.). "Lippok und Jestram positionieren sich mit konsequenten Grenzübertritten direkt neben The Notwist an der Spitze intelligenter deutscher Musik." Neben dem Deutsch-Amerikanische-Freundschaft-Song 'Sato Sato' (von DAFs 1981er Album 'Alles ist gut') befindet sich auf dem Album auch ein John-Lennon-Cover. Und beide Tarwater-Adaptionen, da lehne ich mich jetzt mal ein bisschen aus dem Fenster, sind besser als die Originale...
9) To Rococo Rot - Cars
Neben Tarwater gründete Lippok 1995 eine weitere Band: To Rococo Rot - zusammen mit seinem Bruder Robert Lippok sowie Kreidler-Aussteiger Stefan Schneider. Der Bandname ist im Übrigen ein so genanntes Palindrom: Er kann sowohl vorwärts als auch rückwärts gelesen werden. 'Cars' stammt vom einflussreichen 1999er Album 'The Amateur View', mit dem To Rococo Rot laut Pitchfork ein neues deutsches Subgenre von Ambient/Electronica prägten: "The artists blend analog effects with warm, electronic drones and mechanic percussion for a sound that's unmistakably digital, yet 100% human." Pitchfork taufte dieses neue Subgenre Squirm - zu deutsch: Verdrehung. Vielleicht auch in Anspielung auf To Rococo Rots verdrehten Bandnamen!?
10) Deptford Goth - No Man
Ein wenig irreführend ist der Name dieses Projekts. Daniel Woolhouse alias Deptford Goth kommt zwar aus Peckham, sein Projekt hat er jedoch nach Deptford benannt - einem anderen, benachbarten Südlondoner Stadtteil. Seine Musik ist auch nicht wirklich Goth(ic) wie der Name impliziert, trotzdem aber irgendwie dunkel und mysteriös. Und vor allem gut!! Seine erste Veröffentlichtung, die 'Youth II EP', ist für Oktober angekündigt.
11) St. Vincent - Year of the Tiger
St. Vincent ist nicht nur eine Insel in der Karibik, sondern auch das Pseudonym der gebürtigen Texanerin Annie Clark. Und die fast 29-Jährige ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Sie war Mitglied der Hippietruppe The Polyphonic Spree, unterstützte Sufjan Stevens auf Tour und steuerte zusammen mit Bon Iver einen Song zum Soundtrack des Films 'The Twilight Saga - New Moon' (dt: 'New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde') bei. Als Support von namhaften Bands wie Arcade Fire, Death Cab for Cutie oder Grizzly Bear wurde sie zudem einem größeren Publikum bekannt. Nun veröffentlichte Clark alias St. Vincent mit 'Strange Mercy' (VÖ: 09.09.) ihr drittes Soloalbum. Das einflussreiche Pitchfork überschlägt sich fast vor Begeisterung (und vergibt mit einer 9.0-Bewertung das begehrte 'Best New Music'-Prädikat) und nennt in der Rezension vielfältige Referenzen wie David Bowie, Talking Heads, Kate Bush, D'Angelo oder Peter Gabriel - was den Facettenreichtum des Albums unterstreicht. Auch der geschätzte Musikblog auftouren.de ist begeistert: "In Zeiten halbgarer Songskizzen, selbstzufriedener Schwammigkeit und gemütlicher Nostalgie ist es gerade dieser Reichtum an klinisch klar umrissenen Facetten und Spannungsfeldern, der St. Vincents drittes Werk zu so einem beunruhigendem Meisterstück macht. Emotional und innerlich zerrissen, doppelbödig und intelligent. 'Strange Mercy' mag dabei von Nervosität durchzogen sein, aber es ist immer eine erhabene Nervosität."
12) Kurt Vile - Blackberry Song
Bis 2008 war Kurt Vile Mitglied beim aktuellen Album-des-Monats-Titelträger The War on Drugs (siehe auch unten). Vile kam kurz darauf bei Matador Records unter und veröffentlichte dort 2009 'Childish Prodigy', auf dem der Blackberry Song zu finden ist. Nachdem im März das großartige 'Smoke Ringe for my Halo' erschien, folgt nun im November eine EP namens 'So outta Reach'. Einen Song davon kann man sich bei Pitchfork kostenlos herunterladen.
13) The War on Drugs - Baby Missiles
14) The War on Drugs - It's your destiny
'Slave Ambient' (VÖ: 26.08.) ist das Album des Monats beim Gelben Tango.
"Der Wind in den Haaren, die Sonne auf der Haut, das Tempo nicht zu hoch, Tankstellen, Wälder, kleine Städtchen und Leuchtreklamen ziehen an dir vorüber, du fährst immer dem grauen Band hinterher, der Weg ist das Ziel. Wahrhaftig versetzen The War On Drugs dich auf die Straße, und zwar ganz entschieden irgendwo in den USA, egal ob du schon mal da warst oder nicht. Da ist Bruce Springsteen. Da ist Bob Dylan. Tom Petty... Das ist dieser Sound, bei dem man unterwegs ist, egal wo man ihn hört, dieser Sound, den man nicht nur mit den Ohren wahrnehmen, sondern auch fühlen und riechen kann und der verdammt nochmal nach Freiheit schmeckt. Wer will schon ankommen? Mit diesem einfach immer weiter: Das muss das wahre Leben sein!"
...steht geschrieben auf der Webseite des Reeperbahn-Festivals, auf dem The War on Drugs am kommenden Freitag einen von nur drei Gigs in Deutschland spielen werden.
Nächste Sendung am 3. Oktober um 23 Uhr
"Schwelgerischer Pop in Folk-Tradition mit der tollsten Instrumentierung der Welt - noch strahlender als zuletzt", schreibt Intro über das neue Album von Beirut 'The Rip Tide', das am 26. August erschienen ist. Mehr Infos zu der Band von Zach Condon findet ihr in den Playlists vom 5. September und 16. Juni.
2) CANT - The Edge
Neben seiner Haupttätigkeit als Bassist und Produzent von Grizzly Bear machte Chris Taylor in den letzten Jahren zunehmend auch als Produzent auf sich aufmerksam: Für die letzten Alben von TV on the Radio, Twin Shadow, Miles Benjamin Anthony Robinson, Dirty Projectors oder auch The Morning Benders war der in Seattle geborene Multiinstrumentalist verantwortlich. Nun war er es ein wenig leid, ständig Kompromisse eingehen zu müssen, und gründete sein Soloprojekt CANT, um endlich einmal ohne Wenn und Aber seine eigenen Ideen umsetzen zu können. Als Unterstützung holte er einzig und allein den befreundeten Twin Shadow ins Boot. 'Dreams come true' ist am 9. September erschienen und "so prall ideenschwanger, dass man es beinahe als Compilation missverstehen könnte", meint Spex.
3) Blood Orange - Champagne Coast
4) Blood Orange - Are you sure you're really busy
Devonté Hynes ist ein Tausendsassa: Gerade volljährig, spielte er von 2004 bis 2006 in der Londoner Dancepunk-Kombo Test Icicles. Nach deren Auflösung gab sich Hynes das Pseudonym Lightspeed Champion, versuchte sich in Indie-Folk und begann nebenbei Songs für namhafte Acts wie Florence and the Machine oder The Chemical Brothers zu schreiben. Nun folgte sein Debütalbum als Blood Orange, das den Titel 'Coastal Grooves' (VÖ: 26.08.) trägt. "Monotonie bedeutet Langeweile", urteilt motor.de. "Das weiß auch Devonté Hynes und erfindet sich mal wieder neu. Als Blood Orange erinnert er an die verruchte Seite der Achtziger Jahre und bringt zwischen Glamour und Obszönität auch Chris Isaak, David Bowie und Billy Idol an einen Tisch." Etwas cheesy, trotzdem ganz große Klasse!!!
5) M83 - Midnight City
Dieses Saxofon!!! 'Midnight City' ist die erste Single vom sechsten Album der französischen Elektrodreampopper M83, das den Titel 'Hurry up, we're dreaming' (VÖ: 14.10.) tragen wird. "Overall, it's pop - and very epic", sagt Anthony Gonzales, der hinter M83 steckt, über das neue Doppelalbum. "Anyone who loved M83 before, they'll love this album even more." Und Liebhaber von M83 gibt es viele: Als Support von Stadionrockern wie The Killers und Kings of Leon oder auch von Depeche Mode haben sich M83 international eine große Fangemeinde erspielt. Die musikalischen Einflüsse von Gonzales - der M83 vor über zehn Jahren mit Nicolas Fromageau im südfranzösischen Antibes gegründet hat, seit 2005 M83 aber alleine betreibt und mittlerweile in Los Angeles ansässig ist - liegen zu großen Teilen in den 80ern: Cocteau Twins, New Order, Talk Talk, Spacemen 3, Psychedelic Furs oder auch Tears for Fears und Vangelis. Als seine wichtigste Inspiration benennt er jedoch den französischen Elektronikpionier Jean Michel Jarre (der übrigens am 1. November in der TUI Arena auftreten wird).
6) Dear Reader - Man (Idealistic Animals)
Mit ihrem zuckersüßen Debütalbum 'Replace why with funny' verzauberten Dear Reader aus dem fernen Johannesburg vor zwei Jahren die Indie-Gemeinde. Seitdem hat sich einiges getan: Frontfrau Cheryln MacNeil zog nach Berlin, ließ Bandpartner Darryl Torr in Südafrika zurück und machte alleine weiter. Von ihrer veränderten Lebenssituation handelt auch das neue (Solo)Album. Bei den Songtiteln handelt es sich (fast) ausschließlich um Tiere: Kamele, Elefanten Wale, Affen, Bären - alles dabei. Und Männer. "Tiere, Zweifel, Pop - alles vereint. Dramatischer Indie-Pop zum Liebhaben", meint Intro.
7) Handsome Furs - Talking Hotel Arbat Blues
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Am kommenden Donnerstag spielen die Handsome Furs im Café Glocksee. Aus dem Glocksee-Newsletter:
"Das Ehepaar Dan Boeckner und Alexei Perry sind die wahren Weltreisenden des Electro-Pop, die schon in Myanmar oder der hintersten Provinz Chinas unter repressivsten Bedingungen Konzerte in Sachen künstlerischer Freiheit gegeben haben. Folglich passt ihr Equipment auch in die Satteltasche eines Kamels, ganz im Gegensatz zu Dans anderer Band, den nicht minder großartigen WOLF PARADE. Doch anders als WOLF PARADE haben sich die HANDSOME FURS dem (durchaus Gitarren enthaltenden) Electro-Pop verschrieben, der bei ihnen ähnlich wie bei FAD GADGET in die Muskeln fahrende Hymnen voller Energie ergibt."
Weitere Konzerttipps im September:
- The Great Park, Dienstag 20. September im Béi Chéz Heinz
- Locas in Love, Donnerstag 22.September im Mephisto
- Hauschka (feat. Múm-Drummer Samuli Kosminen), Freitag 30. September, Ballhof eins
8) Tarwater - Sato Sato
Die Berliner Bernd Jestram und Ronald Lippok begannen ihre musikalische Laufbahn bereits im Punk-Underground der DDR. 1995 gründeten die beiden zusammen Tarwater, und ähnlich wie ihre krautrockenden Vorbilder aus den 70ern erspielten sich Tarwater zwar international ein gutes Renommée, blieben aber in Deutschland doch eher unbekannt, so ist zumindest mein Eindruck. Hierzulande sind die beiden eher noch bekannt als Komponisten von Filmmusik. Schade eigentlich. "Nennt es weder Indietronics noch Krautrock", schreibt der Musikexpress über das neue Album 'Inside the Ships' (VÖ: 09.09.). "Lippok und Jestram positionieren sich mit konsequenten Grenzübertritten direkt neben The Notwist an der Spitze intelligenter deutscher Musik." Neben dem Deutsch-Amerikanische-Freundschaft-Song 'Sato Sato' (von DAFs 1981er Album 'Alles ist gut') befindet sich auf dem Album auch ein John-Lennon-Cover. Und beide Tarwater-Adaptionen, da lehne ich mich jetzt mal ein bisschen aus dem Fenster, sind besser als die Originale...
9) To Rococo Rot - Cars
Neben Tarwater gründete Lippok 1995 eine weitere Band: To Rococo Rot - zusammen mit seinem Bruder Robert Lippok sowie Kreidler-Aussteiger Stefan Schneider. Der Bandname ist im Übrigen ein so genanntes Palindrom: Er kann sowohl vorwärts als auch rückwärts gelesen werden. 'Cars' stammt vom einflussreichen 1999er Album 'The Amateur View', mit dem To Rococo Rot laut Pitchfork ein neues deutsches Subgenre von Ambient/Electronica prägten: "The artists blend analog effects with warm, electronic drones and mechanic percussion for a sound that's unmistakably digital, yet 100% human." Pitchfork taufte dieses neue Subgenre Squirm - zu deutsch: Verdrehung. Vielleicht auch in Anspielung auf To Rococo Rots verdrehten Bandnamen!?
10) Deptford Goth - No Man
Ein wenig irreführend ist der Name dieses Projekts. Daniel Woolhouse alias Deptford Goth kommt zwar aus Peckham, sein Projekt hat er jedoch nach Deptford benannt - einem anderen, benachbarten Südlondoner Stadtteil. Seine Musik ist auch nicht wirklich Goth(ic) wie der Name impliziert, trotzdem aber irgendwie dunkel und mysteriös. Und vor allem gut!! Seine erste Veröffentlichtung, die 'Youth II EP', ist für Oktober angekündigt.
11) St. Vincent - Year of the Tiger
St. Vincent ist nicht nur eine Insel in der Karibik, sondern auch das Pseudonym der gebürtigen Texanerin Annie Clark. Und die fast 29-Jährige ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Sie war Mitglied der Hippietruppe The Polyphonic Spree, unterstützte Sufjan Stevens auf Tour und steuerte zusammen mit Bon Iver einen Song zum Soundtrack des Films 'The Twilight Saga - New Moon' (dt: 'New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde') bei. Als Support von namhaften Bands wie Arcade Fire, Death Cab for Cutie oder Grizzly Bear wurde sie zudem einem größeren Publikum bekannt. Nun veröffentlichte Clark alias St. Vincent mit 'Strange Mercy' (VÖ: 09.09.) ihr drittes Soloalbum. Das einflussreiche Pitchfork überschlägt sich fast vor Begeisterung (und vergibt mit einer 9.0-Bewertung das begehrte 'Best New Music'-Prädikat) und nennt in der Rezension vielfältige Referenzen wie David Bowie, Talking Heads, Kate Bush, D'Angelo oder Peter Gabriel - was den Facettenreichtum des Albums unterstreicht. Auch der geschätzte Musikblog auftouren.de ist begeistert: "In Zeiten halbgarer Songskizzen, selbstzufriedener Schwammigkeit und gemütlicher Nostalgie ist es gerade dieser Reichtum an klinisch klar umrissenen Facetten und Spannungsfeldern, der St. Vincents drittes Werk zu so einem beunruhigendem Meisterstück macht. Emotional und innerlich zerrissen, doppelbödig und intelligent. 'Strange Mercy' mag dabei von Nervosität durchzogen sein, aber es ist immer eine erhabene Nervosität."
12) Kurt Vile - Blackberry Song
Bis 2008 war Kurt Vile Mitglied beim aktuellen Album-des-Monats-Titelträger The War on Drugs (siehe auch unten). Vile kam kurz darauf bei Matador Records unter und veröffentlichte dort 2009 'Childish Prodigy', auf dem der Blackberry Song zu finden ist. Nachdem im März das großartige 'Smoke Ringe for my Halo' erschien, folgt nun im November eine EP namens 'So outta Reach'. Einen Song davon kann man sich bei Pitchfork kostenlos herunterladen.
13) The War on Drugs - Baby Missiles
14) The War on Drugs - It's your destiny
'Slave Ambient' (VÖ: 26.08.) ist das Album des Monats beim Gelben Tango.
"Der Wind in den Haaren, die Sonne auf der Haut, das Tempo nicht zu hoch, Tankstellen, Wälder, kleine Städtchen und Leuchtreklamen ziehen an dir vorüber, du fährst immer dem grauen Band hinterher, der Weg ist das Ziel. Wahrhaftig versetzen The War On Drugs dich auf die Straße, und zwar ganz entschieden irgendwo in den USA, egal ob du schon mal da warst oder nicht. Da ist Bruce Springsteen. Da ist Bob Dylan. Tom Petty... Das ist dieser Sound, bei dem man unterwegs ist, egal wo man ihn hört, dieser Sound, den man nicht nur mit den Ohren wahrnehmen, sondern auch fühlen und riechen kann und der verdammt nochmal nach Freiheit schmeckt. Wer will schon ankommen? Mit diesem einfach immer weiter: Das muss das wahre Leben sein!"
...steht geschrieben auf der Webseite des Reeperbahn-Festivals, auf dem The War on Drugs am kommenden Freitag einen von nur drei Gigs in Deutschland spielen werden.
Nächste Sendung am 3. Oktober um 23 Uhr
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Donnerstag, 15. September 2011
Ganz viel spannende neue Musik...
...wird dieser Tage veröffentlicht - und hier in Hannover erwarten uns im September noch so einige tolle Konzerte. Einen kleinen Überblick darüber bekommt ihr kommenden Montag beim Gelben Tango. Das wird ein bunter Mix aus Blutorangen in Moskauer Hotelzimmern, tierischen Songs über die menschliche Seele, chinesischen Kalendern auf karibischen Inseln und ja, auch schicksalshaften Drogenkriegen in Philadelphia, eigentlich ja die "City of Brotherly Love". Und um die Geheimnistuerei nicht zu übertreiben und auch mal etwas konkreter zu werden: Ein fantastisches Cover eines dreißig Jahre alten DAF-Songs ist auch dabei...
Montag, 5. September 2011
PLAYLIST VOM 5. SEPTEMBER
1) Beach Fossils - What a Pleasure
Merkt euch diese Band!!! Leider sind die Veröffentlichungen der Beach Fossils in Deutschland bislang etwas untergegangen, aber in der »Indie»Metropole New York ist die Band um Sänger/Gitarrist Dustin Payseur der letzte Schrei. Bei dem Song 'Out in the Way', ebenfalls zu finden auf der tollen 'What a Pleasure EP' (VÖ: 22.07.), ist übrigens Jack Tatum von Wild Nothing mit am Werk.
2) Pavement - Range Life
3) Stephen Malkmus & the Jicks - Stick figures in love
"Out on tour with the Smashing Pumpkins / Nature kids they don't have no function / I don't understand what they mean / and I could really give a fuck", singt Pavement-Frontmann Stephen Malkmus in 'Range Life'. Was die sensiblen Smashing Pumpkins als grobe Provokation empfanden und prompt Veto einlegten gegen einen Pavement-Auftritt beim Lollapalooza-Festival 1994, auf dem die Smashing Pumpkins Headliner waren. Auch die kalifornischen Hardrocker der Stone Temple Pilots bekamen in 'Range Life' ihr Fett weg: "The Stone Temple Pilots / they're elegant bachelors / they're foxy to me, are they foxy to you." Auch wenn Malkmus beteuert(e), diese Zeilen nicht beleidigend gemeint zu haben: Subtil ironische Texte sind seit jeher sein Markenzeichen. Und ein Grund dafür, dass Pavement (die letztes Jahr auf großer 'Reunion Tour' waren) zu einer der wichtigsten Indierockbands der 90er Jahre wurden. Bei Konzerten ersetzte Malkmus in 'Range Life' übrigens die Smashing Pumpkins und Stone Temple Pilots ab und zu durch andere Bands wie die Spice Girls oder Counting Crows. Der Song stammt vom 1994er Album 'Crooked Rain, Crooked Rain'. Die Single von jenem Album lief übrigens einst als Video beim MTV-Blödelduo Beavis & Butt-Head. Deren Urteil: "Buttwipe music" (die Übersetzung spar ich mir ;)
Das letzte Pavement-Album erschien 1999, seitdem hat Malkmus zusammen mit The Jicks fünf weitere Platten aufgenommen, zuletzt das von Beck produzierte 'Mirror Traffic' (VÖ: 19.08.), das laut Rolling Stone mit jedem Stück die Richtung wechselt: "Von psychedelischem Blues zu den späten Beatles, von Pavement zum in einem Slacker-Diss versteckten Classic Rock, von den Zombies zu Bob Dylan. Anstrengend ist das nie. (...) Stephen Malkmus & The Jicks lieben ihre musikalische Vergangenheit, sie wollen sie aber immer wieder neu erfinden."
4) Beirut - Santa Fe
5) Beirut - The Rip Tide
Zu Beirut, der Band von Mastermind Zach Condon, müsse man eigentlich nichts mehr sagen, schreibt Intro. Längst gehöre der von der Presse einst als Wunderkind gefeierte Musiker zu den Indie-Lieblingen, der alle vereine - so wie auch Belle & Sebastian im Indie-Pop oder Michael Jackson und die Beatles im Mainstream-Pop. Demzufolge gäbe es auf 'The Rip Tide' (VÖ: 26.08.) auch nur wenig Überraschungen: "Beirut machen das, was sie am besten können: schwelgerischen Pop in Folk-Tradition mit der tollsten Instrumentierung der Welt. (...) Ein bisschen moderner und aufwendiger im Sound ist das Album, ein bisschen mehr Pop als zuletzt - gleichzeitig aber auch intimer. Außerdem ist es, obwohl im Winter aufgenommen, sehr sonnig geworden und strahlt eine Wärme aus, der unmöglich zu entkommen ist." Weitere Infos zu Beirut findet ihr in der Playlist vom 16. Juni.
6) Future Islands - Balance
Der Song 'Balance' stammt vom neuen Album der Gelber-Tango-Lieblinge Future Islands, das den Titel 'On the Water' tragen und am 14. Oktober 2011 bei Thrill Jockey erscheinen wird. Selbstverständlich im Oktober zu hören beim Gelben Tango. Und von dem Song gibt's auch schon ein offizielles Video:
7) Other Lives - Tamer Animals
"Eingängig, ohne anbiedernd zu sein, verspielt, aber nie überladen und solide, ohne langweilig zu sein", steht in der aktuellen September-Ausgabe von Unclesally*s Magazine über 'Tamer Animals', das neueste Werk der Other Lives aus Oklahoma (VÖ: 26.08.). Diese Mischung aus "Winnetou-Soundtrack und Fleet Foxes" sei manchmal mehr, als man zu hoffen gewagt habe.
8) Peter Broderick - Not at home
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Am Mittwoch 15. September tritt Peter Broderick bei Feinkost Lampe auf. Aus dem poetisch angehauchten Feinkost-Newsletter:
"Wenn er nicht gerade als Inspirationsquelle für Nils Frahm in einem Flügel liegt oder mit der dänischen Band Efterklang durch die Weltgeschichte tourt, dann komponiert Peter Broderick Klangkostbarkeiten auf Klavier, Gitarre, Geige und vielen anderen akustischen Instrumentalkörpern. Minimalistische Arrangements, in denen sich zwischen den einzelnen Noten ganze Welten öffnen. Und seit Kurzem schreibt er auch Lieder, was ein Glück ist für die Bewohner des Liedlandes. Denn selten füllten so feinsinnige, berührende Melodiegeschichten den Himmel von Liedland. Jeder Song ein Moment berührten Innehaltens. Jedes Stück eine aquarellene Landschaft, die man nicht mehr verlassen mag."
9) Grizzly Bear - Shift (Alternate Version)
Die Grizzlybären aus dem New Yorker Szenestadtteil Brooklyn sind eine einflussreichsten und wichtigsten Indie-Bands der letzten Jahre. Die drei bisherigen Studioalben gelten allesamt als Meisterwerke. Bassist Chris Taylor hat sich darüberhinaus einen Ruf als Produzent gemacht. So war er verantwortlich für Alben von TV on the Radio, Twin Shadow, Miles Benjamin Anthony Robinson oder auch den Dirty Projectors. Am kommenden Freitag erscheint zudem das Debütalbum seines Soloprojekts CANT - zu hören beim nächsten Gelben Tango. Der Song 'Shift' stammt vom 2006er Grizzly-Bear-Debütalbum 'Horn of Plenty', die gespielte Version ist hingegen auf der 'Friend EP' zu finden und fand nun Verwendung im Soundtrack zu dem wunderbaren Kinofilm 'Blue Valentine', ein Beziehungsdrama mit Ryan Gosling und Michelle Williams, das seit 4. August in den deutschen Kinos läuft.
10) Apparat - Black Water
Das neue Album 'The Devil's Walk' von Apparat erscheint erst am 23. September, die aktuelle Intro macht einem aber schon den Mund wässrig: "The Devil's Walk setzt die Segel, um die Küste des heimischen Electrofrickellands weit hinter sich zu lassen und Kurs auf Befreiung zu nehmen: von Beats, Dance-Diktat, Computerfixiertheit und all dem Kram. Für dieses Abenteuer hat (Sascha) Ring mit Mute ein neues Label gefunden, und er hat eine neue vierköpfige Band gegründet, in der er, zumindest auf der Bühne, einfach nur mehr Sänger und Gitarrist sein muss. Seine Thom-Yorke'schen Heulerfrequenzen setzt er, der erst vor ein paar Jährchen zum ersten Mal vor ein Mikrofon genötigt wurde, auf fast allen Stücken ein, als einzige Gastsängerin lädt er Soap & Skin für ein Stück zum großen Gänsehautgipfel. Da schaudert's einen fast noch schöner als beim leisen Romantiker-Rezitieren."
11)The War on Drugs - Brothers
12) The War on Drugs - Your Love is calling my name
Das Album des Monats September beim Gelben Tango: 'Slave Ambient' (VÖ: 26.08.) von The War on Drugs!!!
Hier nochmal das byte.fm-Zitat aus der Sendung zum Nachlesen:
"The War On Drugs haben die Gabe, Country mit Elektronik, Blues und Stadionrock zu mischen, all das auf eine so unprätentiöse Weise, dass 'Slave Ambient' beim ersten Hören fast wie ein langer Song klingt. Aber wie ein langer guter Song. Dabei wird ganz unangestrengt mit dem Begriff Americana gespielt, das es fast schon frech erscheint, wie dieser in die Gegenwart transportiert wird. Das erinnert an mancher Stelle mehr an Tom Petty, dann glaubt man Bruce Springsteen zu hören, aber auch Bob Dylan und My Bloody Valentine schauen kurz vorbei. (Adam) Granduciels Stimme zieht den Hörer dabei so in seinen Bann, dass man am Ende des Albums einfach nur 'Repeat' drücken kann."
Die komplette Rezension findet ihr hier.
Weitere Songs vom Album des Monats hört ihr in der nächsten Sendung am 19. September.
13) Balam Acab - Expect
'Wander/Wonder' (VÖ: 26.08.) von Balam Acab ist die neueste Veröffentlichung auf Tri Angle Records - von dem ihr in den letzten Wochen schon andere Künstler wie How to dress well, Clams Casino und Holy Other hören konntet. Hinter Balam Acab steckt der 20-jährige New Yorker Soundtüftler Alex Koone, dessen Musik in rätselhafte Schubladen wie Witch House, Swrewgaze oder Post-Dubstep gesteckt wird, jedoch eigentlich in keine Schublade passt. "Es geht um die Idee der Schönheit im Unperfekten, getaucht in eine Atmosphäre des Unwirklichen", schreibt auftouren.de. "Seit letztem Jahr nennt man das bekanntermaßen Witch House, wobei 'Wander/Wonder' mehr in den dunklen Untiefen zu zerfließen scheint, nicht so monumental und intensiv wie Salem daherkommt oder so humpelnd und r’n’b-mäßig wie (...) How To Dress Well."
Nächste Sendung am 19. September um 23 Uhr.
Merkt euch diese Band!!! Leider sind die Veröffentlichungen der Beach Fossils in Deutschland bislang etwas untergegangen, aber in der »Indie»Metropole New York ist die Band um Sänger/Gitarrist Dustin Payseur der letzte Schrei. Bei dem Song 'Out in the Way', ebenfalls zu finden auf der tollen 'What a Pleasure EP' (VÖ: 22.07.), ist übrigens Jack Tatum von Wild Nothing mit am Werk.
2) Pavement - Range Life
3) Stephen Malkmus & the Jicks - Stick figures in love
"Out on tour with the Smashing Pumpkins / Nature kids they don't have no function / I don't understand what they mean / and I could really give a fuck", singt Pavement-Frontmann Stephen Malkmus in 'Range Life'. Was die sensiblen Smashing Pumpkins als grobe Provokation empfanden und prompt Veto einlegten gegen einen Pavement-Auftritt beim Lollapalooza-Festival 1994, auf dem die Smashing Pumpkins Headliner waren. Auch die kalifornischen Hardrocker der Stone Temple Pilots bekamen in 'Range Life' ihr Fett weg: "The Stone Temple Pilots / they're elegant bachelors / they're foxy to me, are they foxy to you." Auch wenn Malkmus beteuert(e), diese Zeilen nicht beleidigend gemeint zu haben: Subtil ironische Texte sind seit jeher sein Markenzeichen. Und ein Grund dafür, dass Pavement (die letztes Jahr auf großer 'Reunion Tour' waren) zu einer der wichtigsten Indierockbands der 90er Jahre wurden. Bei Konzerten ersetzte Malkmus in 'Range Life' übrigens die Smashing Pumpkins und Stone Temple Pilots ab und zu durch andere Bands wie die Spice Girls oder Counting Crows. Der Song stammt vom 1994er Album 'Crooked Rain, Crooked Rain'. Die Single von jenem Album lief übrigens einst als Video beim MTV-Blödelduo Beavis & Butt-Head. Deren Urteil: "Buttwipe music" (die Übersetzung spar ich mir ;)
Das letzte Pavement-Album erschien 1999, seitdem hat Malkmus zusammen mit The Jicks fünf weitere Platten aufgenommen, zuletzt das von Beck produzierte 'Mirror Traffic' (VÖ: 19.08.), das laut Rolling Stone mit jedem Stück die Richtung wechselt: "Von psychedelischem Blues zu den späten Beatles, von Pavement zum in einem Slacker-Diss versteckten Classic Rock, von den Zombies zu Bob Dylan. Anstrengend ist das nie. (...) Stephen Malkmus & The Jicks lieben ihre musikalische Vergangenheit, sie wollen sie aber immer wieder neu erfinden."
4) Beirut - Santa Fe
5) Beirut - The Rip Tide
Zu Beirut, der Band von Mastermind Zach Condon, müsse man eigentlich nichts mehr sagen, schreibt Intro. Längst gehöre der von der Presse einst als Wunderkind gefeierte Musiker zu den Indie-Lieblingen, der alle vereine - so wie auch Belle & Sebastian im Indie-Pop oder Michael Jackson und die Beatles im Mainstream-Pop. Demzufolge gäbe es auf 'The Rip Tide' (VÖ: 26.08.) auch nur wenig Überraschungen: "Beirut machen das, was sie am besten können: schwelgerischen Pop in Folk-Tradition mit der tollsten Instrumentierung der Welt. (...) Ein bisschen moderner und aufwendiger im Sound ist das Album, ein bisschen mehr Pop als zuletzt - gleichzeitig aber auch intimer. Außerdem ist es, obwohl im Winter aufgenommen, sehr sonnig geworden und strahlt eine Wärme aus, der unmöglich zu entkommen ist." Weitere Infos zu Beirut findet ihr in der Playlist vom 16. Juni.
6) Future Islands - Balance
Der Song 'Balance' stammt vom neuen Album der Gelber-Tango-Lieblinge Future Islands, das den Titel 'On the Water' tragen und am 14. Oktober 2011 bei Thrill Jockey erscheinen wird. Selbstverständlich im Oktober zu hören beim Gelben Tango. Und von dem Song gibt's auch schon ein offizielles Video:
7) Other Lives - Tamer Animals
"Eingängig, ohne anbiedernd zu sein, verspielt, aber nie überladen und solide, ohne langweilig zu sein", steht in der aktuellen September-Ausgabe von Unclesally*s Magazine über 'Tamer Animals', das neueste Werk der Other Lives aus Oklahoma (VÖ: 26.08.). Diese Mischung aus "Winnetou-Soundtrack und Fleet Foxes" sei manchmal mehr, als man zu hoffen gewagt habe.
8) Peter Broderick - Not at home
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Am Mittwoch 15. September tritt Peter Broderick bei Feinkost Lampe auf. Aus dem poetisch angehauchten Feinkost-Newsletter:
"Wenn er nicht gerade als Inspirationsquelle für Nils Frahm in einem Flügel liegt oder mit der dänischen Band Efterklang durch die Weltgeschichte tourt, dann komponiert Peter Broderick Klangkostbarkeiten auf Klavier, Gitarre, Geige und vielen anderen akustischen Instrumentalkörpern. Minimalistische Arrangements, in denen sich zwischen den einzelnen Noten ganze Welten öffnen. Und seit Kurzem schreibt er auch Lieder, was ein Glück ist für die Bewohner des Liedlandes. Denn selten füllten so feinsinnige, berührende Melodiegeschichten den Himmel von Liedland. Jeder Song ein Moment berührten Innehaltens. Jedes Stück eine aquarellene Landschaft, die man nicht mehr verlassen mag."
9) Grizzly Bear - Shift (Alternate Version)
Die Grizzlybären aus dem New Yorker Szenestadtteil Brooklyn sind eine einflussreichsten und wichtigsten Indie-Bands der letzten Jahre. Die drei bisherigen Studioalben gelten allesamt als Meisterwerke. Bassist Chris Taylor hat sich darüberhinaus einen Ruf als Produzent gemacht. So war er verantwortlich für Alben von TV on the Radio, Twin Shadow, Miles Benjamin Anthony Robinson oder auch den Dirty Projectors. Am kommenden Freitag erscheint zudem das Debütalbum seines Soloprojekts CANT - zu hören beim nächsten Gelben Tango. Der Song 'Shift' stammt vom 2006er Grizzly-Bear-Debütalbum 'Horn of Plenty', die gespielte Version ist hingegen auf der 'Friend EP' zu finden und fand nun Verwendung im Soundtrack zu dem wunderbaren Kinofilm 'Blue Valentine', ein Beziehungsdrama mit Ryan Gosling und Michelle Williams, das seit 4. August in den deutschen Kinos läuft.
10) Apparat - Black Water
Das neue Album 'The Devil's Walk' von Apparat erscheint erst am 23. September, die aktuelle Intro macht einem aber schon den Mund wässrig: "The Devil's Walk setzt die Segel, um die Küste des heimischen Electrofrickellands weit hinter sich zu lassen und Kurs auf Befreiung zu nehmen: von Beats, Dance-Diktat, Computerfixiertheit und all dem Kram. Für dieses Abenteuer hat (Sascha) Ring mit Mute ein neues Label gefunden, und er hat eine neue vierköpfige Band gegründet, in der er, zumindest auf der Bühne, einfach nur mehr Sänger und Gitarrist sein muss. Seine Thom-Yorke'schen Heulerfrequenzen setzt er, der erst vor ein paar Jährchen zum ersten Mal vor ein Mikrofon genötigt wurde, auf fast allen Stücken ein, als einzige Gastsängerin lädt er Soap & Skin für ein Stück zum großen Gänsehautgipfel. Da schaudert's einen fast noch schöner als beim leisen Romantiker-Rezitieren."
11)The War on Drugs - Brothers
12) The War on Drugs - Your Love is calling my name
Das Album des Monats September beim Gelben Tango: 'Slave Ambient' (VÖ: 26.08.) von The War on Drugs!!!
Hier nochmal das byte.fm-Zitat aus der Sendung zum Nachlesen:
"The War On Drugs haben die Gabe, Country mit Elektronik, Blues und Stadionrock zu mischen, all das auf eine so unprätentiöse Weise, dass 'Slave Ambient' beim ersten Hören fast wie ein langer Song klingt. Aber wie ein langer guter Song. Dabei wird ganz unangestrengt mit dem Begriff Americana gespielt, das es fast schon frech erscheint, wie dieser in die Gegenwart transportiert wird. Das erinnert an mancher Stelle mehr an Tom Petty, dann glaubt man Bruce Springsteen zu hören, aber auch Bob Dylan und My Bloody Valentine schauen kurz vorbei. (Adam) Granduciels Stimme zieht den Hörer dabei so in seinen Bann, dass man am Ende des Albums einfach nur 'Repeat' drücken kann."
Die komplette Rezension findet ihr hier.
Weitere Songs vom Album des Monats hört ihr in der nächsten Sendung am 19. September.
13) Balam Acab - Expect
'Wander/Wonder' (VÖ: 26.08.) von Balam Acab ist die neueste Veröffentlichung auf Tri Angle Records - von dem ihr in den letzten Wochen schon andere Künstler wie How to dress well, Clams Casino und Holy Other hören konntet. Hinter Balam Acab steckt der 20-jährige New Yorker Soundtüftler Alex Koone, dessen Musik in rätselhafte Schubladen wie Witch House, Swrewgaze oder Post-Dubstep gesteckt wird, jedoch eigentlich in keine Schublade passt. "Es geht um die Idee der Schönheit im Unperfekten, getaucht in eine Atmosphäre des Unwirklichen", schreibt auftouren.de. "Seit letztem Jahr nennt man das bekanntermaßen Witch House, wobei 'Wander/Wonder' mehr in den dunklen Untiefen zu zerfließen scheint, nicht so monumental und intensiv wie Salem daherkommt oder so humpelnd und r’n’b-mäßig wie (...) How To Dress Well."
Nächste Sendung am 19. September um 23 Uhr.
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Donnerstag, 1. September 2011
Das Sommerloch ist überstanden...
...und zur Zeit erscheinen wieder unglaublich viele aufregende Platten. Kommenden Montag beim Gelben Tango bekommt ihr einen Überblick/Vorgeschmack über/auf die schönsten Veröffentlichungen der letzten/nächsten Zeit - u.a. dabei sein werden die Balkanromantiker Beirut, das Kammerfolkquintett Other Lives und das Berliner Frickelgenie Apparat. Ganz zu schweigen vom großartigen neuen Album des Monats - eine berauschende Mischung aus Country, Elektronik, Blues und ja, Stadionrock. Abgerundet wird der Gelbe Tango »Indie» Nacht wie immer von einem Konzerttipp sowie ausgewählten »Indie»Klassikern. Darunter ein Song, der die großen Smashing Pumpkins einst zur Weißglut brachte. Los geht's Montag nach dem Heimspiel LeineHertz. Einschalten lohnt sich.
Labels:
Apparat,
Beirut,
Other Lives,
Smashing Pumpkins
Montag, 15. August 2011
PLAYLIST VOM 15. AUGUST
1) The Antlers - French Exit
Den Auftakt zu dieser kleinen New-York-Spezialsendung machen The Antlers aus dem Szenestadtteil Brooklyn. Auch wenn die Band von Peter Silberman eher die Gegenthese zum Brooklynschen Hipstertum ist. "Es ist, als schiebe man sich mit der Band durch das beklemmende Gefühl der Einsamkeit inmitten einer Metropole", schreibt Plattentests über das aktuelle Album 'Burst apart', das am 24. Juni erschienen ist.
2) Beach Fossils - Adversity
3) Beach Fossils - Golden Age
Ein treuer Hörer dieser Sendung war kürzlich in New York und berichtete, dass die Beach Fossils dort zur Zeit ein ganz heißer Feger seien. Seit Ende Juli sind die beiden bisherigen Veröffentlichungen der Beach Fossils über Cargo Records nun auch in Deutschland zu haben: Das unbetitelte Debütalbum, das in den USA bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde, sowie die 'What a Pleasure EP' aus dem Frühjahr 2011. Fazit: Der Hype ist berechtigt, toller 60s-Surfpop irgendwo zwischen Crystal Stilts und The Drums, um an dieser Stelle zwei weitere Brooklyner Bands als Referenz zu nennen. Danke Axel.
4) Twin Shadow - I can't wait
"Immer wieder Brooklyn: In Sachen koketter Pop- und großzügig sprudelnder Rockmusik ist der New Yorker Bezirk ein gottverdammtes Nest famoser Künstler", konstatierte Plattentests Ende letzten Jahres. "Neu im erlesenen Zirkel sind Twin Shadow, die mit ihrem 80s-infizierten Besserwisser-Electro sogar schon Produzenten-Grizzly Chris Taylor mit ins Boot holen konnten. Das Debüt-Album 'Forget' bietet zeit- und zügellosen Synthie-Pop, der weitsichtiger und raffinierter kaum sein könnte. Eine Tatsache, die zweifelsfrei die Vermutung stützt, dass irgendwo in Brooklyn ein obdachloser Hobby-Miraculix für ein paar Zigaretten und eine Handvoll Cents Nachwuchskünstler in einen Kessel mit Zaubertrank hüpfen lässt. Newcomer mit Hang zum Hokuspokus, völlig kitschfrei, aber mit einer schönen Retro-Patina. (...) Dieses Debütalbum ist mehr als nur die nächste schillernde Seifenblase, die einem als 'Big thing' angepriesen wird: Hier regieren Abstraktionswut, Tapferkeit, bewusst inszenierte und unbewusst zur Schau gestellte Coolness. Die große Qualität der Platte ist gerade ihre wehmütige Unentschlossenheit, das wilde Oszillieren zwischen Kopf-, Bauch- und Beinmusik. Oder - um es anders auszudrücken: Wem die kontroversen Hurts zu affektiert und aufgedunsen sind, der könnte hier seinen wohlverdienten 80er-Segen finden. It's such a wonderful life."
Kein Zweifel: 'Forget' war eine der überragenden Platten des Jahres 2010. Die jüngste Veröffentlichtung von Twin Shadow ist übrigens ein Remix des Songs 'Heart in your Heartbreak' seiner New Yorker Kollegen The Pains of being pure at Heart, mit denen er zusammen auf Tour war.
5) Austra - Alone, together
6) Owen Pallett - Hard to explain
"Im Indierock begannen die Nuller am 30. Juli 2001. An diesem Tag ließen die Strokes ihr erstes Album Is This It auf die Welt los", rekapitulierte der Musikexpress kürzlich anlässlich des neuesten Strokes-Albums. "Is This It war die Synthese aus 30 Jahren New Yorker Garagenbands - von The Velvet Underground über Suicide bis hin zu Television." The Strokes wurden damals zu den neuen Heilbringern des Gitarrenrock und darüberhinaus mit ihrem Retro-Kleidungsstil zum soziokulturellen Phänomen. Zehn Jahre ist das her, anlässlich des Jubiläums wurde nun das Is This It-Tributalbum 'Stroked' veröffentlicht, das man sich bei Stereogum kostenlos herunterladen kann. Zwei sehr tolle Coverversionen stammen von Austra sowie Owen Pallett. Weder Austra noch Pallett stammen im Übrigen aus New York, sondern aus der nicht minder bunten kanadischen »Indie»Szene. Das Debütalbum von Austra ('Feel it break', VÖ: 16.05.) ist übrigens sehr zu empfehlen - sowie alle Veröffentlichungen von Owen Palett/Final Fantasy, der ja bereits einige Male beim Gelben Tango zu hören war.
7) DM Stith - Braid of voices (brass version)
Über sein 2009 veröffentlichtes Debütalbum 'Heavy Ghost' sagte DM Stith einst, es sei wie das wahre Leben: Manchmal herausfordernd, manchmal verwirrend, aber letztendlich doch lohnenswert. "Alles ist und bleibt mysteriös auf Heavy ghost", schrieb auch Plattentests. "Nicht nur die Instrumentierung, sondern auch die Texte", wobei der New Yorker Multiinstrumentalist noch jenseitiger klinge als Thom Yorke. Und mit seinem Sirenengesang irgendwo zwischen Antony Hegarty, Tom Petty und Thom Yorke ist Stith nun auch auf dem aktuellen Album des Monats zu hören...
8) Son Lux - Rising
9) Son Lux - Let go
...und dieses Album des Monats August beim Gelben Tango heißt 'We are rising' und ist vergangenen Freitag erschienen.
Ein Album mit einer ungewöhnlichen Herangehensweise an das Songwriting, welches verschiedene Elemente von neuartiger Elektronik und klassichem Pop miteinander vermische, schreibt byte.fm auf seiner Webseite. Dies mache Son Lux einzigartig, wenn nicht sogar zu einem Exoten oder einem Kleinkind in einem Wald der musikalischen Vielfältigkeit. "Grenzenlos und faszinierend, wie es sonst nur ein Peter Gabriel vermochte, allerdings mit einfacheren Mitteln. An der Produktion dieses erhabenen Werkes beteiligt waren unter anderem auch DM Stith, Peter Silberman (The Antlers), Shara Worden (My Brightest Diamond) und Midlake. Diese stechen aber niemals hervor, sondern halten sich gewollt im Hintergrund, um das Atmen von 'We Are Rising' nicht zu blockieren."
10) Other Lives - Dark Horse
Eines der heimlichen Highlights auf dem Haldern Pop Festival am vergangenen Wochenende war das Kammerfolk-Quintett Other Lives aus Oklahoma. Ein bisschen Fleet-Foxes-Hippietum, noch ein bisschen mehr Lost in the Trees (eine großartige Band, die auch längst überfällig ist für einen Auftritt beim Gelben Tango). Dass Other-Lives-Drahtzieher Jesse Tabish zu High-School-Zeiten einst Sänger der populären Emopopper The All-America Rejects war, ist eigentlich kaum zu glauben. Zu den größten Fans von Other Lives zählen übrigens prominente Namen wie Radiohead-Mastermind Thom Yorke und Flaming-Lips-Chef Wayne Coyne. Sowie die Macher so einiger TV-Serien wie Grey's Anatomy, in denen Other Lives bereits zu hören waren. Das neue Album 'Tamer Animals' erscheint am 26. August.
11) The War on Drugs - Taking the Farm
"The War on Drugs make excellent road-trip music", schrieb Pitchfork über das vor drei Jahren erschienene Debütalbum, das die Psych-Rock-Band aus Philadelphia einst auch im Café Glocksee vorstellte. "As its title implies, the Philly quintet's debut, 'Wagonwheel Blues', is Americana reimagined as blacktop and yellow lines, rubber tires, and overpriced gasoline. The album urges you along the interstate, but never burdens you with the stigma of roots music or reached-for authenticity." Kurz: Eine wundervolle Mischung aus Dylan, Springsteen und den Waterboys - gefiltert "through the noise of early Yo La Tengo and Sonic Youth". Das neue Album 'Slave ambient' erscheint Ende August und könnt ihr in der nächsten Sendung am 5. September hören.
12) How to dress well - Suicide Dream 2 (orchestral version)
"Tom Krell war mal Brooklyn-Hipster und ist jetzt Philosophie-Student in Köln. Vor allen Dingen ist Tom Krell aber How To Dress Well", war auf der Webseite von byte.fm zu Beginn des Jahres zu lesen. "Was die Musik ausmacht, ist der matschige, diffushallige R'n'B-Sound (...) wie vom feuchten Grund eines Brunnen. Zum R'n'B gehört es heute, möglichst "glossy", möglichst glatt zu klingen. In Krells Brunnen reflektiert nichts ungebrochen, der Sound stößt sich an den vielen Samples, an der Übersteuerung und wird dumpf und steigt geheimnisvoll empor." Der 'Suicide Dream 2' stammt von der jüngst auf Tri Angle Records erschienenen 'Just Once EP' (VÖ: 12.07.).
13) EF - Ett
Sorry schonmal für den nun folgenden etwas reißerischen Satz, mir ist einfach kein besserer Aufhänger eingefallen: Als EF im April letzten Jahres in Hannover auftraten, war das Publikum im gut gefüllten Cafe Glocksee hellauf begeistert, einzig "Unser Star für Oslo" Lena Meyer-Landrut schien gelangweilt von den Jungs aus Göteborg. Vielleicht lag's am Abi- oder ESC-Stress - es sei ihr jedenfalls verziehen. "Live immer wieder ein Erlebnis, zwar in ständig wechselnder Besetzung, aber stets nicht nur für die eine oder andere Überraschung, sondern auch für wahre Übersongs gut", schreibt Plattentests in der Rezension des aktuellen, 2010 erschienenen Albums 'Mourning golden morning'. Der Song Ett stammt vom 2006er Album 'Give me beauty or give me death'.
Beim Bootboohook spielen EF am Freitag 19. August um 21:00 Uhr auf der Green Stage, besser bekannt als 60er-Jahre-Halle. Große Vorfreude!
14) Tomte - Eine sonnige Nacht
Den Auftakt zu dieser kleinen New-York-Spezialsendung machen The Antlers aus dem Szenestadtteil Brooklyn. Auch wenn die Band von Peter Silberman eher die Gegenthese zum Brooklynschen Hipstertum ist. "Es ist, als schiebe man sich mit der Band durch das beklemmende Gefühl der Einsamkeit inmitten einer Metropole", schreibt Plattentests über das aktuelle Album 'Burst apart', das am 24. Juni erschienen ist.
2) Beach Fossils - Adversity
3) Beach Fossils - Golden Age
Ein treuer Hörer dieser Sendung war kürzlich in New York und berichtete, dass die Beach Fossils dort zur Zeit ein ganz heißer Feger seien. Seit Ende Juli sind die beiden bisherigen Veröffentlichungen der Beach Fossils über Cargo Records nun auch in Deutschland zu haben: Das unbetitelte Debütalbum, das in den USA bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde, sowie die 'What a Pleasure EP' aus dem Frühjahr 2011. Fazit: Der Hype ist berechtigt, toller 60s-Surfpop irgendwo zwischen Crystal Stilts und The Drums, um an dieser Stelle zwei weitere Brooklyner Bands als Referenz zu nennen. Danke Axel.
4) Twin Shadow - I can't wait
"Immer wieder Brooklyn: In Sachen koketter Pop- und großzügig sprudelnder Rockmusik ist der New Yorker Bezirk ein gottverdammtes Nest famoser Künstler", konstatierte Plattentests Ende letzten Jahres. "Neu im erlesenen Zirkel sind Twin Shadow, die mit ihrem 80s-infizierten Besserwisser-Electro sogar schon Produzenten-Grizzly Chris Taylor mit ins Boot holen konnten. Das Debüt-Album 'Forget' bietet zeit- und zügellosen Synthie-Pop, der weitsichtiger und raffinierter kaum sein könnte. Eine Tatsache, die zweifelsfrei die Vermutung stützt, dass irgendwo in Brooklyn ein obdachloser Hobby-Miraculix für ein paar Zigaretten und eine Handvoll Cents Nachwuchskünstler in einen Kessel mit Zaubertrank hüpfen lässt. Newcomer mit Hang zum Hokuspokus, völlig kitschfrei, aber mit einer schönen Retro-Patina. (...) Dieses Debütalbum ist mehr als nur die nächste schillernde Seifenblase, die einem als 'Big thing' angepriesen wird: Hier regieren Abstraktionswut, Tapferkeit, bewusst inszenierte und unbewusst zur Schau gestellte Coolness. Die große Qualität der Platte ist gerade ihre wehmütige Unentschlossenheit, das wilde Oszillieren zwischen Kopf-, Bauch- und Beinmusik. Oder - um es anders auszudrücken: Wem die kontroversen Hurts zu affektiert und aufgedunsen sind, der könnte hier seinen wohlverdienten 80er-Segen finden. It's such a wonderful life."
Kein Zweifel: 'Forget' war eine der überragenden Platten des Jahres 2010. Die jüngste Veröffentlichtung von Twin Shadow ist übrigens ein Remix des Songs 'Heart in your Heartbreak' seiner New Yorker Kollegen The Pains of being pure at Heart, mit denen er zusammen auf Tour war.
5) Austra - Alone, together
6) Owen Pallett - Hard to explain
"Im Indierock begannen die Nuller am 30. Juli 2001. An diesem Tag ließen die Strokes ihr erstes Album Is This It auf die Welt los", rekapitulierte der Musikexpress kürzlich anlässlich des neuesten Strokes-Albums. "Is This It war die Synthese aus 30 Jahren New Yorker Garagenbands - von The Velvet Underground über Suicide bis hin zu Television." The Strokes wurden damals zu den neuen Heilbringern des Gitarrenrock und darüberhinaus mit ihrem Retro-Kleidungsstil zum soziokulturellen Phänomen. Zehn Jahre ist das her, anlässlich des Jubiläums wurde nun das Is This It-Tributalbum 'Stroked' veröffentlicht, das man sich bei Stereogum kostenlos herunterladen kann. Zwei sehr tolle Coverversionen stammen von Austra sowie Owen Pallett. Weder Austra noch Pallett stammen im Übrigen aus New York, sondern aus der nicht minder bunten kanadischen »Indie»Szene. Das Debütalbum von Austra ('Feel it break', VÖ: 16.05.) ist übrigens sehr zu empfehlen - sowie alle Veröffentlichungen von Owen Palett/Final Fantasy, der ja bereits einige Male beim Gelben Tango zu hören war.
7) DM Stith - Braid of voices (brass version)
Über sein 2009 veröffentlichtes Debütalbum 'Heavy Ghost' sagte DM Stith einst, es sei wie das wahre Leben: Manchmal herausfordernd, manchmal verwirrend, aber letztendlich doch lohnenswert. "Alles ist und bleibt mysteriös auf Heavy ghost", schrieb auch Plattentests. "Nicht nur die Instrumentierung, sondern auch die Texte", wobei der New Yorker Multiinstrumentalist noch jenseitiger klinge als Thom Yorke. Und mit seinem Sirenengesang irgendwo zwischen Antony Hegarty, Tom Petty und Thom Yorke ist Stith nun auch auf dem aktuellen Album des Monats zu hören...
8) Son Lux - Rising
9) Son Lux - Let go
...und dieses Album des Monats August beim Gelben Tango heißt 'We are rising' und ist vergangenen Freitag erschienen.
Ein Album mit einer ungewöhnlichen Herangehensweise an das Songwriting, welches verschiedene Elemente von neuartiger Elektronik und klassichem Pop miteinander vermische, schreibt byte.fm auf seiner Webseite. Dies mache Son Lux einzigartig, wenn nicht sogar zu einem Exoten oder einem Kleinkind in einem Wald der musikalischen Vielfältigkeit. "Grenzenlos und faszinierend, wie es sonst nur ein Peter Gabriel vermochte, allerdings mit einfacheren Mitteln. An der Produktion dieses erhabenen Werkes beteiligt waren unter anderem auch DM Stith, Peter Silberman (The Antlers), Shara Worden (My Brightest Diamond) und Midlake. Diese stechen aber niemals hervor, sondern halten sich gewollt im Hintergrund, um das Atmen von 'We Are Rising' nicht zu blockieren."
10) Other Lives - Dark Horse
Eines der heimlichen Highlights auf dem Haldern Pop Festival am vergangenen Wochenende war das Kammerfolk-Quintett Other Lives aus Oklahoma. Ein bisschen Fleet-Foxes-Hippietum, noch ein bisschen mehr Lost in the Trees (eine großartige Band, die auch längst überfällig ist für einen Auftritt beim Gelben Tango). Dass Other-Lives-Drahtzieher Jesse Tabish zu High-School-Zeiten einst Sänger der populären Emopopper The All-America Rejects war, ist eigentlich kaum zu glauben. Zu den größten Fans von Other Lives zählen übrigens prominente Namen wie Radiohead-Mastermind Thom Yorke und Flaming-Lips-Chef Wayne Coyne. Sowie die Macher so einiger TV-Serien wie Grey's Anatomy, in denen Other Lives bereits zu hören waren. Das neue Album 'Tamer Animals' erscheint am 26. August.
11) The War on Drugs - Taking the Farm
"The War on Drugs make excellent road-trip music", schrieb Pitchfork über das vor drei Jahren erschienene Debütalbum, das die Psych-Rock-Band aus Philadelphia einst auch im Café Glocksee vorstellte. "As its title implies, the Philly quintet's debut, 'Wagonwheel Blues', is Americana reimagined as blacktop and yellow lines, rubber tires, and overpriced gasoline. The album urges you along the interstate, but never burdens you with the stigma of roots music or reached-for authenticity." Kurz: Eine wundervolle Mischung aus Dylan, Springsteen und den Waterboys - gefiltert "through the noise of early Yo La Tengo and Sonic Youth". Das neue Album 'Slave ambient' erscheint Ende August und könnt ihr in der nächsten Sendung am 5. September hören.
12) How to dress well - Suicide Dream 2 (orchestral version)
"Tom Krell war mal Brooklyn-Hipster und ist jetzt Philosophie-Student in Köln. Vor allen Dingen ist Tom Krell aber How To Dress Well", war auf der Webseite von byte.fm zu Beginn des Jahres zu lesen. "Was die Musik ausmacht, ist der matschige, diffushallige R'n'B-Sound (...) wie vom feuchten Grund eines Brunnen. Zum R'n'B gehört es heute, möglichst "glossy", möglichst glatt zu klingen. In Krells Brunnen reflektiert nichts ungebrochen, der Sound stößt sich an den vielen Samples, an der Übersteuerung und wird dumpf und steigt geheimnisvoll empor." Der 'Suicide Dream 2' stammt von der jüngst auf Tri Angle Records erschienenen 'Just Once EP' (VÖ: 12.07.).
13) EF - Ett
Sorry schonmal für den nun folgenden etwas reißerischen Satz, mir ist einfach kein besserer Aufhänger eingefallen: Als EF im April letzten Jahres in Hannover auftraten, war das Publikum im gut gefüllten Cafe Glocksee hellauf begeistert, einzig "Unser Star für Oslo" Lena Meyer-Landrut schien gelangweilt von den Jungs aus Göteborg. Vielleicht lag's am Abi- oder ESC-Stress - es sei ihr jedenfalls verziehen. "Live immer wieder ein Erlebnis, zwar in ständig wechselnder Besetzung, aber stets nicht nur für die eine oder andere Überraschung, sondern auch für wahre Übersongs gut", schreibt Plattentests in der Rezension des aktuellen, 2010 erschienenen Albums 'Mourning golden morning'. Der Song Ett stammt vom 2006er Album 'Give me beauty or give me death'.
Beim Bootboohook spielen EF am Freitag 19. August um 21:00 Uhr auf der Green Stage, besser bekannt als 60er-Jahre-Halle. Große Vorfreude!
14) Tomte - Eine sonnige Nacht
"Niemand weiß genau, was kommen wird, wenn der große Uhlo zum Solo-Schlag ausholt", ist auf der Bootboohook-Webseite zu lesen. "Es gibt keine Snippets, aktuellen Fotos oder Statusmeldungen und gerade Mal ein einziges verwackeltes Konzertvideo im Netz. Es heißt, er hat eine Band (nicht Tomte!), von Bläsern und Klavieren (Mehrzahl!) ist die Rede. Das Tuscheln schwillt an zum vielstimmigen Mutmaßungs-Chor. Und Thees selber? An der Bühnenkante mit riesigen Engelsflügeln wie Sufjan Stevens? Oder im Glitzeroverall kopfstehend auf einem der Klaviere wie der junge Elton John? Einzige Sicherheit: Er wird die Bühne und die umliegenden Grünflächen (am Ende wohl ganz Hannover) mit seiner ausufernden Seele füllen. Ein paar neue Zeilen hat er sich selbst schon vorausgeschickt: »Wenn es eine Lektion gibt, habe ich sie gelernt: Das Leben ist wie Feuer, es brennt und es wärmt, das Leben ist hart, aber das nehme ich in Kauf; zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf!« Willkommen zurück auf der Bühne, Herr Uhlmann!" Schöner hätte man es nicht schreiben können... Thees Uhlmann betritt Sonntag um 17:45 Uhr als vorletzter Act die BBH-Hauptbühne. Wir sehen uns!
Nächste Sendung am 5. September 23 Uhr
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Mittwoch, 10. August 2011
Eine musikalische Reise nach New York...
...erwartet euch nächsten Montag beim Gelben Tango. Anlass ist das 10-jährige Jubiläum der (zumindest popkulturell betrachtet) wichtigsten »Indie»platte der Nullerjahre: 'Is This It', das im Sommer 2001 veröffentlichte Debütalbum der New Yorker Vorzeige»indie»boys The Strokes. Während Casablancas & Co. im Big Apple langsam zum alten Eisen gehören, rücken unglaublich viele junge Bands nach. Einige dieser New Yorker Shooting Stars bekommt ihr Montag zu hören.
Außerdem im Programm wie immer viel Neues - darunter eine Band, die sogar Radiohead-Mastermind Thom Yorke ins Schwärmen bringt. Von »cheesy» 80er-Synthieklängen und orchestralem Darkwave über Kammermusik und Folk, Kunstpop mit HipHop-Beats bis hin zu Surfpop und klassischem Postrock. Sowie ein Countdown zum Bootboohook-Festival, das endlich wieder vor der Tür steht. Eine sonnige Nacht ist da garantiert.
Außerdem im Programm wie immer viel Neues - darunter eine Band, die sogar Radiohead-Mastermind Thom Yorke ins Schwärmen bringt. Von »cheesy» 80er-Synthieklängen und orchestralem Darkwave über Kammermusik und Folk, Kunstpop mit HipHop-Beats bis hin zu Surfpop und klassischem Postrock. Sowie ein Countdown zum Bootboohook-Festival, das endlich wieder vor der Tür steht. Eine sonnige Nacht ist da garantiert.
Montag, 1. August 2011
PLAYLIST VOM 1. AUGUST
1) WU LYF - L Y F
'Go tell Fire to the Mountain' von WU LYF war das Album des Monats Juli beim Gelben Tango - und ist ein heißer Anwärter aufs Album des Jahres. WU LYF - Love You Forever.
2) Gardens & Villa - Star Fire Power
Das Quintett aus Kalifornien macht sommerliche Musik irgendwo zwischen Beach Boys, Grizzly Bear und Chillwave. Der Bandname ergibt sich aus der Lage des Bandquartiers, das in der Villa Street steht - ganz offensichtlich eine Gegend mit schönen (Vor)gärten. Das Debütalbum ist am 8. Juli bei dem US-amerikanischen Indie-Label 'Secretly Canadian' erschienen, zu deren bekanntesten Künstlern Antony & the Johnsons, Yeasayer und The War on Drugs zählen. The War on Drugs bringen übrigens diesen Monat ein neues Album heraus, bald zu hören beim Gelben Tango.
3) Washed Out - Amor Fati
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle das neue Album von Memory Tapes vorstellen, aber der Chillwave-Sound von Washed Out ist einfach nicht zu toppen zur Zeit. Die Musik von Washed Out klinge neu und alt zugleich, schreibt Plattentests. Mit ihrem entspannten 80er-Jahre-Feeling erzeugten die Songs gute Laune und beweisten, dass es auch in einem größtenteils verregneten Sommer nur die richtige Musik brauche, um sich gut zu fühlen.
Bootboohook-Tipps:
4) Wire - Outdoor Miner (aus 'Chairs Missing', 1978) / Samstag 20. August / Hauptbühne / 15:30 Uhr
5) Wire - Bad Worn Thing (aus 'Red Barked Tree', 01/2011)
6) Timbre Timbre - Woman (aus 'Creep on, creepin' on, 04/2011) / Sonntag 21. August / Hauptbühne / 16:15 Uhr
7) Junip - Tide (aus 'Fields', 09/2010) / Freitag 19. August / Hauptbühne / 19:45 Uhr
8) Shabazz Palaces - Blastit... (Daytrotter Session)
Der zweite Gelbe Tango in Folge mit HipHop, unglaublich oder!? Aber nicht Standard-HipHop, sondern Indie-Post-HipHop oder so. Immer diese Schubladen. Die am 13. Juli aufgenommene Daytrotter Session von Shabazz Palaces kann man sich hier kostenlos herunterladen. Das Album 'Black up' ist am 1. Juli auf 'Sub Pop' erschienen.
9) Clams Casino - Drowning
Hinter Clams Casino steckt der 23-jährige New Yorker (HipHop-)Produzent Mike Volpe. Eine erste EP von Clams Casino ist am 24. Juni auf Tri Angle Records erschienen. "Ultimately the EP is tough to categorize, since it has a clear hip-hop undercurrent but feels more in line with mixed-genre experimental electronic work", schreibt Pitchfork. "But it's an impressive, colorful set of tunes that is arguably the best thing this label has put out, next to How to Dress Well's debut LP." Und das will schon was heißen bei diesem großartigen Label.
10) Son Lux - All the right things
11) Son Lux - Rebuild
Das Album des Monats August beim Gelben Tango: 'We are rising' von Son Lux, das am 12. August in Deutschland erscheint. "Der wahrscheinlich beste Songzyklus, den Sufjan Stevens nie veröffentlicht hat", schreibt der Musikexpress in seiner aktuellen Ausgabe. "Ein Geniestreich, der Stevens mindestens drei Jahre und 100 'Mitarbeiter' gekostet hätte." Ryan Lott alias Son Lux gelang dieser Geniestreich im Februar innerhalb von 28 Tagen.
12) Amanda Palmer - Polly (Nirvana Cover)
Wie die Zeit vergeht: Vor zwanzig Jahren haben Nirvana 'Nevermind' herausgebracht. Auf der Webseite vom Spin Magazine wurde nun ein Tributalbum mit dem Titel 'Newermind' veröffentlicht, das man sich kostenlos herunterladen kann. Indie-Künstler wie Titus Andronicus, EMA, The Vaselines, Telekinesis oder Surfer Blood haben sich dort an die alten Nirvana-Klassiker gewagt. Die beste Coverversion stammt jedoch von der ehemaligen Dresden-Dolls-Frontfrau Amanda Palmer.
13) Dresden Dolls - Sex changes
Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Dark Cabaret und Punk sowie tollen Live-Shows haben sich die Dresden Dolls eine große Anhängerschaft erspielt. Das aus Amanda Palmer und Brian Viglione bestehende Duo aus Boston hat insgesamt vier Alben veröffentlicht, das letzte im Jahr 2008. Seitdem befinden sich die Dresden Dolls in einer Schaffenspause, welche Palmer dazu nutzte, um zwei Soloalben herauszubringen. 'Sex changes' ist der Eröffnungstrack vom 2006 erschienenen Album 'Yes, Virginia...'.
14) Ja, Panik - The Evening Sun
Was für eine tolle Überraschung: Ja, Panik , deren aktuelles Album 'DMD KIU LIDT' das April-Album-des-Monats beim Gelben Tango war, spielen am Freitag 21. Oktober 2011 im Café Glocksee.
Nächste Sendung am Montag 15. August um 23 Uhr.
'Go tell Fire to the Mountain' von WU LYF war das Album des Monats Juli beim Gelben Tango - und ist ein heißer Anwärter aufs Album des Jahres. WU LYF - Love You Forever.
2) Gardens & Villa - Star Fire Power
Das Quintett aus Kalifornien macht sommerliche Musik irgendwo zwischen Beach Boys, Grizzly Bear und Chillwave. Der Bandname ergibt sich aus der Lage des Bandquartiers, das in der Villa Street steht - ganz offensichtlich eine Gegend mit schönen (Vor)gärten. Das Debütalbum ist am 8. Juli bei dem US-amerikanischen Indie-Label 'Secretly Canadian' erschienen, zu deren bekanntesten Künstlern Antony & the Johnsons, Yeasayer und The War on Drugs zählen. The War on Drugs bringen übrigens diesen Monat ein neues Album heraus, bald zu hören beim Gelben Tango.
3) Washed Out - Amor Fati
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle das neue Album von Memory Tapes vorstellen, aber der Chillwave-Sound von Washed Out ist einfach nicht zu toppen zur Zeit. Die Musik von Washed Out klinge neu und alt zugleich, schreibt Plattentests. Mit ihrem entspannten 80er-Jahre-Feeling erzeugten die Songs gute Laune und beweisten, dass es auch in einem größtenteils verregneten Sommer nur die richtige Musik brauche, um sich gut zu fühlen.
Bootboohook-Tipps:
4) Wire - Outdoor Miner (aus 'Chairs Missing', 1978) / Samstag 20. August / Hauptbühne / 15:30 Uhr
5) Wire - Bad Worn Thing (aus 'Red Barked Tree', 01/2011)
6) Timbre Timbre - Woman (aus 'Creep on, creepin' on, 04/2011) / Sonntag 21. August / Hauptbühne / 16:15 Uhr
7) Junip - Tide (aus 'Fields', 09/2010) / Freitag 19. August / Hauptbühne / 19:45 Uhr
8) Shabazz Palaces - Blastit... (Daytrotter Session)
Der zweite Gelbe Tango in Folge mit HipHop, unglaublich oder!? Aber nicht Standard-HipHop, sondern Indie-Post-HipHop oder so. Immer diese Schubladen. Die am 13. Juli aufgenommene Daytrotter Session von Shabazz Palaces kann man sich hier kostenlos herunterladen. Das Album 'Black up' ist am 1. Juli auf 'Sub Pop' erschienen.
9) Clams Casino - Drowning
Hinter Clams Casino steckt der 23-jährige New Yorker (HipHop-)Produzent Mike Volpe. Eine erste EP von Clams Casino ist am 24. Juni auf Tri Angle Records erschienen. "Ultimately the EP is tough to categorize, since it has a clear hip-hop undercurrent but feels more in line with mixed-genre experimental electronic work", schreibt Pitchfork. "But it's an impressive, colorful set of tunes that is arguably the best thing this label has put out, next to How to Dress Well's debut LP." Und das will schon was heißen bei diesem großartigen Label.
10) Son Lux - All the right things
11) Son Lux - Rebuild
Das Album des Monats August beim Gelben Tango: 'We are rising' von Son Lux, das am 12. August in Deutschland erscheint. "Der wahrscheinlich beste Songzyklus, den Sufjan Stevens nie veröffentlicht hat", schreibt der Musikexpress in seiner aktuellen Ausgabe. "Ein Geniestreich, der Stevens mindestens drei Jahre und 100 'Mitarbeiter' gekostet hätte." Ryan Lott alias Son Lux gelang dieser Geniestreich im Februar innerhalb von 28 Tagen.
12) Amanda Palmer - Polly (Nirvana Cover)
Wie die Zeit vergeht: Vor zwanzig Jahren haben Nirvana 'Nevermind' herausgebracht. Auf der Webseite vom Spin Magazine wurde nun ein Tributalbum mit dem Titel 'Newermind' veröffentlicht, das man sich kostenlos herunterladen kann. Indie-Künstler wie Titus Andronicus, EMA, The Vaselines, Telekinesis oder Surfer Blood haben sich dort an die alten Nirvana-Klassiker gewagt. Die beste Coverversion stammt jedoch von der ehemaligen Dresden-Dolls-Frontfrau Amanda Palmer.
13) Dresden Dolls - Sex changes
Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Dark Cabaret und Punk sowie tollen Live-Shows haben sich die Dresden Dolls eine große Anhängerschaft erspielt. Das aus Amanda Palmer und Brian Viglione bestehende Duo aus Boston hat insgesamt vier Alben veröffentlicht, das letzte im Jahr 2008. Seitdem befinden sich die Dresden Dolls in einer Schaffenspause, welche Palmer dazu nutzte, um zwei Soloalben herauszubringen. 'Sex changes' ist der Eröffnungstrack vom 2006 erschienenen Album 'Yes, Virginia...'.
14) Ja, Panik - The Evening Sun
Was für eine tolle Überraschung: Ja, Panik , deren aktuelles Album 'DMD KIU LIDT' das April-Album-des-Monats beim Gelben Tango war, spielen am Freitag 21. Oktober 2011 im Café Glocksee.
Nächste Sendung am Montag 15. August um 23 Uhr.
Labels:
Amanda Palmer,
Bootboohook,
Clams Casino,
Dresden Dolls,
Gardens and Villa,
Ja Panik,
Junip,
Nirvana,
Shabazz Palaces,
Son Lux,
Sufjan Stevens,
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Washed Out,
Wire,
WU LYF
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