Wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit beschränken sich die derzeitigen Veröffentlichungen auf Reissues, Best-of-Sammlungen, Live-Mitschnitte und sonstigen Schnickschnack. Ein guter Zeitpunkt für ein Gelber-Tango-Spezial:
Letzten Mittwoch traf sich der Gelbe Tango vor dem Wild Nothing-Konzert im Bremer Kulturzentrum Lagerhaus mit Jack Tatum und sprach mit ihm über Retromania und das Internet, Vorbilder und Jugendsünden, den
perfekten Bandnamen und Schubladen. Und natürlich über sein wundervolles
neues Video mit Hollywood-Star Michelle Williams, u.a. bekannt aus Brokeback Mountain und Blue Valentine. Wie es wohl dazu kam!?
Das große Wild-Nothing-Interview: Am 3. Dezember von 23 bis 24 Uhr auf radio leinehertz 106.5
1) Broadcast - Before we begin 2) Melody's Echo Chamber - Bisou Magique 3) Melody's Echo Chamber - Endless Shore
In Anspielung auf den Song 'Bisou Magique' bezeichnet SPIEGEL ONLINE das Debütalbum der Französin Melody Prochet alias Melody's Echo Chamber als "fürwahr magisches Küsschen". Prochet wird oftmit Trish Keenan verglichen, der letztes Jahr so tragisch verstorbenen Broadcast-Sängerin. So schreibt zum Beispiel Pitchfork: "The self-titled debut from Melody's Echo Chamber is a record of psych-tinged pop with just the right amount of thematic darkness and grime around the edges. Prochet has a way with melody and a voice that places her among the top-tier graduates of the Trish Keenan and Laetitia Sadier school of dream pop". MELODY'S ECHO CHAMBER, am 2. November bei Domino Records erschienen, ist das Album des Monats beim Gelben Tango.
4) Mac DeMarco - My kind of woman
Erinnert sich noch wer an die Teenie-Komödie Ferris macht blau?! In der Rezension von Mac DeMarcos Debütalbum namens 2, am 19. Oktober bei Captured Tracks veröffentlicht, resümiert das NME Magazine, der junge Kanadier mit der schelmischen Zahnlücke sei "Ferris Bueller with a guitar". Musikalisch wandelt DeMarco irgendwo zwischen Arctic Monkeys-Sänger Alex Turner, Jonathan Richman und Pavements Stephen Malkmus, wofür der 22-Jährige Bestnoten von NME und Pitchfork absahnte.
5) The Soft Moon - Lost Years
Ebenfalls bei Captured Tracks herausgekommen ist das neue Album von The Soft Moon, das einen in die düstere Sterilität der 80er Jahre eintauchen lässt. "Zurück zu Joy Division, Sonic Youth, Suicide und The Danse Society. Neo-Post-Punk wurde das schon getauft, inspiriert von Krautrock und ganz viel New Wave", schreibt ByteFM über ZEROS (VÖ: 9.11).
6) Black Marble - A different arrangement "There's no need to hide your limitations / You're wasting your time", brummt Black-Marble-Sänger Chris Stewart auf A DIFFERENT ARRANGEMENT (VÖ: 19.10./Hardly Art), das sicherlich keine Zeitverschwendung ist. Vielleicht sogar ein Kandidat für die Gelber-Tango-Jahrescharts am 17. Dezember!?
7) Clinic - You 8) Clinic - Sun and the Moon
FREE REIGN, so heißt das mittlerweile siebte Studioalbum von Clinic, das am 9. November bei Domino Records erschienen ist. Die Band aus Liverpool hat übrigens prominente Fans: Zum Beispiel Arcade Fire, Radiohead oder die Flaming Lips. Das psychedelisch-krautige, leicht jazzige neue Album ist von Daniel Lopatin alias Oneohtrix Point Never produziert und abgemischt worden.
9) The Emeralds - Just to feel anything "So schön kann kontemplative Nostalgie sein", schreibt Intro Magazin über die neue Platte des US-Synth-Kraut-Trios Emeralds. Ihr neues Album JUST TO FEEL ANYTHING, am 13. November bei dem Wiener Label Editions Mego erschienen, ist wieder eine kosmische Klangreise geworden.
10) Eno Moebius Roedelius - The Belldog
Brian Eno, der Vater des Ambient, hat ein neues Album: LUX (VÖ: 9.11./Warp Records). Vier Tracks, 75 Minuten und 21 Sekunden lang. "There's a reason Eno's name has become synonymous with ambient and why his thoughts on the music remain the gold standard", ist Pitchfork begeistert. Und im Musikexpress erntet Eno erstmalig Platte-des-Monats-Ehren, satte 39 Jahre nach seinem Solodebüt. "Die schönen Welten, die der 64-Jährige auf LUX errichtet, sie bestehen aus kargen aber klaren herbst-winterlichen Klanglandschaften, die an einem Stück und ohne Rast durchwandert werden wollen." Der Song 'The Belldog' stammt aus Enos bahnbrechende 1978er Zusammenarbeit mit Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius von Cluster.
11) Michael Mayer feat. Jeppe Kjellberg - Good Times "Ein großer Wurf, eine der schönsten und unterhaltsamsten Dance-Platten des Jahres", schreibt ZEIT ONLINE über Michael Mayers neues Album MANTASY (VÖ: 19.10./Kompakt Records). In der Anti-Smartphone-Hymne 'Good Times' singt Jeppe Kjellberg von den dänischen Labelkollegen WhoMadeWho: "No hesitation / no obligation / sweet temptation / let's just have a good time“.
12) Wild Nothing - Confirmation
Eine der Dreampop-Bands der Stunde (des Jahres!!) ist zweifellos Wild Nothing. Im August war NOCTURNE Album des Monats beim Gelben Tango. Letzte Woche traf sich der Gelbe Tango vor dem Konzert im Bremer Lagerhaus mit Wild-Nothing-Mastermind Jack Tatum und sprach mit ihm über Retromania und das Internet, Vorbilder und Jugendsünden, den perfekten Bandnamen und Schubladen. Und natürlich über sein wundervolles neues Video mit Hollywood-Star Michelle Williams. Das große Wild-Nothing-Interview: Am 3. Dezember beim Gelben Tango.
Nächste Sendung, mit großem Wild-Nothing-Interview, am 3. Dezember um 23 Uhr
1) Futurisk - Lonely Streets
Zum Auftakt der Sendung eine kleine futuriske Zeitreise ins Jahr 1982. Anlässlich aktueller Synthwave-Veröffentlichungen wie Fanta Dorado und Der Innere Kreis, Black Marble oder Emeralds
(deren neues Album nächste Woche erscheint).
2) Fanta Dorado & Der Innere Kreis - Pose 3) Fanta Dorado & Der Innere Kreis - Das Geister Floß "Bring mich dorthin übers offene Meer / 100 Tage / 200 Tage / Die Reise ist es wert."
Und was für ein fantastischer Trip, ein einziger Ohrwurm, das Debütalbum von Stabil Elites Nikolai Szymanski doch ist. FANTA DORADO UND DER INNERE KREIS ist am 26. Oktober bei dem Berliner Label italic erschienen - the sound of young Düsseldorf at its very best!!
4) Hans Unstern - Mit schwarzen Lippen sitzen wir hinten "Ich schäme mich, yeah", singt Hans Unstern auf seinem neuen Album THE GREAT HANS UNSTERN SWINDLE (VÖ: 26.10./Staatsakt). Dabei hat Unstern keinen Grund sich zu schämen. Die Spex feiert das zweite Album des Berliner Liedermachers gar als "die wichtigste Veröffentlichung deutschsprachiger Wort-Musik-Kunst" seit Blumfelds 1994er Meilenstein L'ETAT ET MOI. Yeah!
5) Sons of Noel and Adrian - The Yard
Wer in den letzten Jahren gelegentlich bei Feinkost Lampe vorbeigeschaut hat, dem dürften Sons of Noel and Adrian und verwandte Bands wie The Miserable Rich oder The Leisure Society nicht entgangen sein. Das Kollektiv aus Brighton gilt als folkiges Pendant zu Broken Social Scene. Das neue SONAA-Album heißt KNOTS und ist am 12. Oktober bei K&F Records erschienen.
6) Spring Offensive - Not drowning but waving
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Spring Offensive sind morgen Abend beim Ruby Tuesday zu Gast im Cafe Glocksee. "Eine Band aus Oxford, die spielend vertrackte Rhythmen, mehrstimmigen Gesang und tolle Harmonien zu einem komplexen Post-Indie-Rock vereint." Der epische und melodramatische Indie-Rock erinnert ein wenig an The Twilight Sad oder We Were Promised Jetpacks. Eintritt ist wie immer beim Ruby Tuesday frei.
7) Bat for Lashes - Lilies "Wer sich an Vorbildern wie Kate Bush und Björk abarbeitet, kann
eigentlich nur verlieren. Insofern darf man Natasha Khan alias Bat For
Lashes angesichts nunmehr drei gelungener Alben schonmal anerkennend auf
die Schultern klopfen", schreibt auftouren.de über THE HAUNTED MAN(VÖ: 12.10./Parlophone) und resümiert: "Ein Album voll Kunstwillen, Eigensinn und kühler musikalischer Anmut." Ihre Meriten verdiente sich die mittlerweile 33-jährige Engländerin übrigens einst als Vorband von Radiohead.
8) Melody's Echo Chamber - Mount Hopeless 9) Melody's Echo Chamber - You won't be missing that part of me 10) Tame Impala - Why won't they talk to me
Bei einem Konzert in Paris sprach Melody Prochet vor zwei Jahren Tame Impala-Mastermind Kevin Parker an. Die klassisch ausgebildete Multiinstrumentalistin wollte nicht mehr so blumig klingen wie mit ihren bisherigenen Projekten. "So I asked Kevin to destroy everything", erzählt Prochet, die mittlerweile auch mit Parker liiert ist. In Parkers Studio im australischen Perth entstand so das psychedelisch verwaschene Debüt von MELODY'S ECHO CHAMBER (VÖ: 2.11./Domino Records). Ein äußerst charmantes und zugleich wundervoll entrücktes Album, "hübsch schepprig und retroromantisch" (Musikexpress), das der jungen Französin bereits Vergleiche mit Broadcasts Trish Keenan und Stereolabs Laetitia Sadier bescherte. Und deshalb das Album des Monats November beim Gelber Tango.
Tame Impalas aktuelles Album LONERISM ist am 5. Oktober erschienen.
11) Tamaryn - Prizma 12) Slowdive - Souvlaki Space Station
Auf ihrem neuen Album TENDER NEW SIGNS (VÖ: 19.10./Cooperative Music) lassen Tamaryn wieder süße Erinnerungen an legendäre Dreampop-Bands wie Slowdive oder die Cocteau Twins aufkommen. "Nichts Weltbewegendes, aber trotzdem toll", vermerkt auftouren.de. Das mittlerweile in San Francisco ansässige Duo besteht aus der Neuseeländerin Tamaryn und dem New Yorker Rex John Shelverton. Als wichtige Referenz für ihr Schaffen geben die beiden SOUVLAKI an, das 1993 erschienene Meisterwerk der britischen Dreampop/Shoegaze-Legenden Slowdive. Nächste Sendung am 19. November um 23 Uhr
1) Tame Impala - Feels like we only go backwards
Psych-Rock, Psychedelic-Pop und Krautrock seien trotz Achtziger-Revival und beginnender Neunziger-Wiederkäuerei die derzeit dominantesten Einflüsse, referiert Andreas Borcholte auf Spiegel Online in seiner Rezension von Tama Impalas neuer Platte LONERISM (VÖ: 5.10./Modular) - "ob im avangardistischen Gitarrenrock der Brooklynites um Yeasayer, Grizzly Bear und Animal Collective oder im Post-HipHop der L.A.-Szene um Flying Lotus." Und deshalb steht die heutige Ausgabe des Gelben Tango im Zeichen von Psychedelik und Krautrock - das Motto dazu liefern Tame Impala selbst: 'Feels like we only go backwards'.
2) Tame Impala - Nothing that has happened so far
has been anything we could control
Auf dem zweiten Album der australischen Psych-Rocker um Mastermind Kevin Parker (übrigens Jahrgang 1986) versammeln sich "zwölf Beatlesken, Melodien für 21. Jahrhundert", schwärmt der neue Musikexpress vergibt eine astreine 5½-Sterne-Wertung. Beim Gelben Tango Zuhause läuft das Meisterwerk zur Zeit hoch und runter und erweist sich als heißer Anwärter für die Jahrescharts am 17. Dezember - am besten den Termin schonmal vormerken.
3) Ultraísta - Wash it over
"Electronic Kraut Pop" - so nennen ultraísta ihre Musik. Hinter Ultraísta stecken keine Unbekannten: Mit Nigel Godrich ("sechstes Radiohead-Mitglied") und Schlagzeuger Joey Waronker (The Smashing Pumpkins, Beck, Elliott Smith, R.E.M.) sind gar zwei namhafte Produzenten an dem Projekt beteiligt. Komplettiert wird das Trio von Sängerin Laura Bettinson. ULTRAÍSTAs Debütalbum ist hierzulande bislang lediglich als Download und Import zu haben.
4) Jason Lytle - Your final setting sun
Jason Lytle, Frontmann der kalifornischen Indie-Rocker Grandaddy, veröffentlichte letzten Freitag ein weiteres Soloalbum. Mit seinem Synthrock-Spacefolk auf DEPT. OF DISAPPEANCE (VÖ: 12.10/Anti Records) tüftele Lytle am perfekten Soundtrack für einen abendfüllenden Captain-Future-Film, meint Intro Magazin.
5) Moon Duo - Circles
Das Moon Duo dreht sich gerne im Kreis, immer und immer wieder, um sich irgendwann in der Musik zu verlieren. Wie passend also, dass ein Labyrinth das 2011er Debütalbum MAZES zierte. Die neue Platte, die am 5. Oktober bei dem tollen Berliner Label Souterrain Transmissions erschienen ist, hat einen ebenso treffenden Titel: CIRCLES. Das Psych-Rock-Duo aus San Francisco besticht darauf erneut mit hypnotisch-repetitiver Minimalistik und vernebeltem Spacerock in der Tradition von The Velvet Underground, Neu! und Spacemen 3.
6) Toy - Dead & Gone 7) Toy - Make it mine
Das Album des Monats beim Gelben Tango: Toy mit ihrem Debütalbum TOY (VÖ: 21.9.). Über Toy schrieb The Guardian vor einigen Monaten, sie sähen aus "wie eine Krautrockband aus dem Jahr 1972". Epigonentum ist dem Londoner Quintett jedoch fremd. Von einer reinen Retro-Band unterscheide Toy, betont ZEIT ONLINE, "dass sie geschickt den Bogen von den psychedelischen 60er Jahren über den Krautrock der frühen 70er und das Shoegazing der 80er und 90er bis in die vom ätherischen Dream Pop geprägte Jetztzeit schlagen. Wenn man so will, errechnen Toy den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Neu!, My Bloody Valentine und ein bisschen The xx." Zu den Krautrock-Vergleichen äußerten sich Toy übrigens im Musikexpress: "Wir mögen diesen Stil, die Art der Wiederholungen. Aber das macht es nicht zu Krautrock. Stereolab und Pulp nutzen dieselben Techniken."
8) Stereolab - Cybele's Reverie
Stereolab nutzten dieselben Techniken wie Toy, betont sei hier der Tempus, denn die Londoner Kraut-Postrocker sind leider Geschichte. Nach der Trennung von Tim Gane wandelt Laetitia Sadier nun auch musikalisch auf Solopfaden, zuletzt erschien im Juli ihr Album SILENCIO. Gegründet 1990, veröffentlichten Stereolab bis 2010 etwa ein Dutzend Alben und gelten mit ihrer sehr eigenen Auffassung von Krautrock als Pioniere. Als gemeinhin bestes Werk gilt das 1996er EMPEROR TOMATO KETCHUP (hieraus stammt auch 'Cybele's Reverie'). Im Vergleich zu den vorangegangenen Werken sei EMPEROR TOMATO KETCHUP irgendwie grooviger, jazziger, zugänglicher und soundorientierter, jedoch keinesfalls konventioneller geraten, schrieb der werte Leinehertz-Musikredakteur Jens Dreiser, selbst ein großer Fan von Stereolab, einst in einem Fanzine.
9) Black Marble - Pretender
Kürzlich noch Vorband von etablierten Coldwave-Acts wie Light Asylum oder The Soft Moon, könnten Black Marble mit ihrem grandiosen Debütalbum A DIFFERENT ARRANGEMENT (VÖ: 12.10/Hardly Art) aus deren Schatten heraustreten. Nur leider verschiebt sich der VÖ-Termin von Woche zu Woche nach hinten, aktuell gibt Cargo Records den 19. Oktober an.
10) Sizarr - Lucky (Radiohead Cover) 11) Sizarr - Cat Mountaineer
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Am Dienstag 30. Oktober sind Sizarr zu Gast im Weidendamm. "Wann schillerte Pop aus D einmal in solchen Farben?", schwärmt der Musikexpress. Und die Spex meint, die drei Jungs aus der Pfalz besäßen "die Gabe, die Wunderwelt des Pop nach den besonders bunten Steinchen zu durchforsten und diese zu einem ureigen schimmernden Klangkaleidoskop zu verbauen". Ihr gefeiertes Debütalbum PSYCHO BOY HAPPY ist am 14. September bei Four Music erschienen.
12) Godspeed You! Black Emperor - Storm: Lift yr.
skinny fists, like antennas to heaven
Die kanadischen Postrock-Ikonen Godspeed You! Black Emperor sorgten Anfang Oktober für Schlagzeilen, als sie ihr erstes Album seit zehn Jahren ankündigten. Und 'ALLELUJAH! DON'T BEND! ASCEND! (VÖ: 19.10./Constellation) erscheint nun sogar schon diese Woche.
1) The Smiths - Still Ill 2) The Fresh & Onlys - Presence of Mind
The Fresh and Onlys aus San Francisco haben in den USA bereits mehrere Alben veröffentlicht, ihr neuestes Werk LONG SLOW DANCE (VÖ: 31.8.) ist nun via Souterrain Transmissions erstmals auch ganz regulär in Europa zu haben. "Eine Art moderne Smiths mit großem Herz und noch größeren Bierbäuchen", schreibt das VICE-Magazin. 3) The Sea and Cake - Harps "Meer und Kuchen. Weit und süß", sinniert der aktuelle Musikexpress über The Sea and Cake. Und genau diese Eigenschaften hat auch ihr mittlerweile zehntes Album RUNNER (VÖ: 21.9./Thrill Jockey Records). Die Chicagoer Band klingt nach fast 20 Jahren im Geschäft noch immer so seltsam frisch und vertraut "wie sonst nur Muttis Weichspüler riecht" (motor.de Redaktion).
4) Black Marble - A Great Design
Ich sag's ganz offen: A DIFFERENT ARRANGEMENT (VÖ: 12.10/Hardly Art) von dem Coldwave-Duo Black Marble aus Brooklyn sollte hier das Album des Monats werden. Leider wurde der VÖ-Termin kurzfristig eine Woche nach hinten verschoben, so dass die Promo-CD hier nicht mehr rechtzeitig ankam. "The old, warm melodies of New Wave and the rigid post-punk spines are all there, but they've been pixelated and slushed around into a new product--a different arrangement, if you will.
The result is a quietly infectious record (...) whose textural complexities and depths sink in further, quietly addictive, play after play", schwärmt Prefixmag. Black Marble spielten übrigens bereits als Support von bekannteren Coldwave-Bands wie Light Asylum oder The Soft Moon (die auch 2012 noch ein neues Album veröffentlichen), haben aber ungleich mehr Pop-Appeal. Quasi Future Islands in düster.
5) The Raveonettes - Observations
Das neue Album OBSERVATOR (VÖ:
14.9.) des dänischen Duos klingt weitaus fröhlicher als das letztes Jahr erschienene RAVEN IN THE GRAVE. Wie immer mit schön viel Hall. Darunter zuckersüße Popperlen wie 'She owns the streets':
6) Menomena - Don't mess with Latexas
MINES von Menomena war eine der herausragenden Platten des Jahres 2010. Kurz darauf verließ Mastermind Brent Knopf die zerkrachte Band, um sich auf sein Soloprojekt Ramona Falls zu konzentrieren. Vom Trio zum Duo geschrumpft, erscheint in zweieinhalb Wochen das erste Knopf-lose Album. Experimentell, vielschichtig, subtil, zugleich offensiv und vor allem bunt - so wird MOMS (VÖ: 19.10./Barsuk Records) in der Presseinfo beschrieben. Pitchfork spricht gar von "the most aggressive record Menomena have ever made".
7) Amanda Palmer feat. The Grand Theft Orchestra - Grown Man Cry
Die ehemalige Frontfrau der Dresden Dolls ging für die Produktion ihres neues Albums völlig neue Wege. Am 1. Mai startete Palmer eine Kampagne bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter und sammelte dort innerhalb weniger Wochen von etwa 25.000 Unterstützern knapp 1,2 Millionen Dollar ein. So könnte sie unabhängig von einer Plattenfirma ihr neues Album THEATRE IS EVIL herausbringen, das seit 14. September in den Plattenläden steht.
8) Divine Fits - Civilian Stripes
Divine Fits bestehen u.a. aus Dan Boeckner (Wolf Parade/Handsome Furs) und Britt Daniel von Spoon. Das Album heißt konsequenterweise A THING CALLED DIVINE FITS und ist am 24. August erschienen. "Da steckt alles drin, was man von der gemeinsamen Band der beiden Typen (...) so erwartet hätte", ist auf dem geschätzten Indie-Blog auftouren.de zu lesen. "Räudige Synthesizer
treffen auf unrockistisch sich im Zaum haltende Gitarren, ab und zu weht
etwas Bowie der Low-Phase durch die stickige Luft."
9) Toy - My Heart skips a Beat 10) Toy - Lose my Way
Der neueste Hype aus England: TOY mit ihrem gleichnamigen Debütalbum (VÖ: 21.9.), das die fünf Londoner vorletztes Wochenende ganz frisch beim Reeperbahn Festival präsentierten. "Music for people with beards. And Germans, of course", verklausuliert das renommierte NME Magazine seine Begeisterung. SPIEGEL ONLINE macht's besser und schwärmt: "Genial gestrig." Und deshalb Album des Monats Oktober beim Gelben Tango.
11) Dinosaur Jr. - Almost Fare
"Wir sind die Beach Boys in laut", behauptet Dinosaur Jr.-Frontmann J Mascis im aktuellen Musikexpress. Die neue Platte der Indierock-Dinosaurier heißt I BET ON SKY (VÖ: 14.9./PIAS) und "dass J Mascis niemals Präsident wurde, wie Sonic Youth es 1988 forderten in 'Teen Age Riot', dass er niemals Trommler bei Nirvana wurde wie von Kurt Cobain gewünscht, sondern im Herzen immer Dinosaur blieb, zahlt sich wieder einmal aus", begründet der Musikexpress seine 5-Sterne-Wertung.
12) The Gaslamp Killer feat. Amir Yaghmai - Nissim 13) Flying Lotus feat. Erykah Badu - See thru to u 14) Flying Lotus - Me Yesterday / Corded "Was als abstrakter Instrumental-HipHop begonnen hat, wird immer mehr zu einer psychedelischen Multi-Musik", schreibt der werte Albert Koch über das neue Flying Lotus-Album UNTIL THE QUIET COMES, das am 28. September auf Warp Records erschienen ist und im Musikexpress als Platte des Monats gefeiert wird. Auch Intro Magazin ist hellauf begeistert: Selbst illustre Gäste wie Radioheads Thom Yorke oder R'n'B-Ikone Erykah Badu blieben in den spirituellen Fieberträumen eher Randnotizen, so dass die verwegenen Collagen aus zeitgemäßen Bass-Experimenten und Sun Ra’schem Afrofuturismus auch in der jüngsten Ausprägung nichts von ihrer Faszination einbüßten.
2008 gründete Steven Ellison alias Flying Lotus in seiner Heimat Los Angeles sein eigenes Label Brainfeeder. Der wohl bekannteste Brainfeeder-Schützling ist The Gaslamp Killer, der am 14. September sein neues Album BREAKTHROUGH veröffentlichte. "Grandioses Gruselkino", schwärmt der Musikexpress. Teilweise sogar mit einer kräftigen Prise Weltmusik wie in dem großartigen Song mit Amir Yaghmai. Nächste Sendung am 15. Oktober um 23 Uhr.
1) King Creosote - Ankle Shackles
Mit ihrem gemeinsamen Werk DIAMOND MINE waren King Creosote & Jon Hopkins 2011 für den begehrten Mercury Prize nominiert. Nun wieder solo und fleißig wie eh und je, hat der schottische Singer/Songwriter Kenny Anderson alias King Creosote seine zweite Vinyl-Single des Jahres veröffentlicht: TO DEAL WITH THINGS (VÖ: 27.8./Domino Records). Zauberhaft und fesselnd zugleich.
2) Grizzly Bear - Speak in Rounds 3) Grizzly Bear - Sun in your Eyes
Mit ihrem neuen Album SHIELDS (VÖ: 14.9./Warp Records) streben Grizzly Bear laut Spex nicht weniger als das Opus Magnum des Pop an. "Das Changieren zwischen Obskurem und Gefälligem, zwischen Festivaltauglichkeit und Verschrobenheit, zwischen Indie-Rock und Folk, zwischen unberechenbarem Noise und Phil Spector'schem Zuckerguss macht sie ganz einfach zu einer der besten Bands der Gegenwart."Pitchfork sieht das ganz genauso und verpasste SHIELDS heute mit einer herausragenden 9.1-Wertung das begehrte best new music-Label.
4) xrFarflight - Triangle "Es lohnt sich, mal wieder nach Hamburg zu schauen", schrieb SPIEGEL ONLINE vor eineinhalb Jahren anlässlich der Veröffentlichung der zweiten xrFarflight-Platte namens UNDER THE SPELL OF THE CYCLOP'S VIEW. Zum zweiten Mal falle bei xrFarflight all das zusammen, "was man einmal anbetungswürdig fand: Gebremste, mathematisch genau gesetzte Sonic-Youth-Gitarren, um die Ecke gedachte Deerhoof-Schnittmuster, gebrochene Blüten und der psychedelische Zauber von Camel oder Caravan".
Vor allem live ist das Duo - das auf der Bühne von der wunderbaren Nadja Rüdebusch alias Binoculers ergänzt wird - ein echtes Erlebnis: Nächsten Dienstag 25. September spielen xrFarflight im Café Glocksee. Eintritt ist wie immer am Ruby Tuesday frei. Und nach dem Konzert geht es in die retro:perspektive mit DJRENEGUTT & Gelber Tango »Indie» Nacht.
5) Die Heiterkeit - Die Liebe eines Volkes
Über die Hamburger Band Die Heiterkeit ist zur Zeit viel zu lesen. So schreibt So was von da-Autor und Uebel & Gefährlich-Mitbegründer Tino Hanekamp im aktuellen Kulturspiegel über deren Debütalbum HERZ AUS GOLD (VÖ: 24.8./Staatsakt): "Drei Damen singen elegant abgehangen von den großen Themen des Lebens, also Liebe, Größenwahn und Weggehen. Jedes Lied ein heimlicher Hit und jede zweite Zeile zum Klauen gut." Auch SPIEGEL ONLINE ist begeistert: "Zum Glück ist die Platte so gut wie Bandname und Bandlogo, denn Stella Sommer, Stephanie Hochmuth und Rabea Erradi (ausgedachte Namen: immer geil!) zocken eine ausreichend gelangweilte, beiläufig-trotzige Mischung aus entlärmten Tocotronic (Frühwerk), mittleren Pavement, akustischen Sonic Youth, The Velvet Underground und dem Gesamtwerk von Christiane Rösinger."
6) The Dropout Patrol - The unwanted Gift "Schroffer Indie mit betörenden Melodien und unverhofften Brüchen, beinahe ein bisschen aus der Zeit gefallen." Die Rede ist vom Debütalbum der Berliner Band The Dropout Patrol (VÖ: 31.8.) - eine weitere sympathische Veröffentlichung des sympathischen Dresdner Labels K&F Records. Ganz bezaubernd, à la Kraków loves Adana.
7) Mount Eerie - Ocean Roar
Aus Folk, ominöser Kammermusik und ambienten Metalklängen bastelt Phil Elverum die Musik seines Soloprojekts Mount Eerie zusammen. Erst im Mai brachte Elverum das von Pitchfork hochgelobte CLEAR MOON heraus. Das am 4. September veröffentlichte, erneut selbst verlegte Nachfolgewerk heißt OCEAN ROAR - laut Elverum "more challenging and weird and darker and heavier".
8) Efterklang - Monument 9) Efterklang - Between the Walls
Auf unzähligen Field-Recordings aus einer verlassenen Spitzbergener Bergarbeitersiedlung basiert das neue Efterklang-Album PIRAMIDA, das kommenden Freitag auf dem Traditionslabel 4AD erscheinen wird. Herausgekommen ist "schlicht das wunderbarste Album des Jahres" (Intro Magazin). Opulent uraufgeführt im Opernhaus von Sydney, wird die dänische Ausnahmeband auf ihrer Konzertreise auch wieder in Hannover Halt machen, und zwar am Samstag 15. Dezember im Café Glocksee.
10) The xx - Reunion 11) The xx - Sunset
Am vorletzten Freitag veröffentlichten The xx ihr neues Album COEXIST. Wie vor drei Jahren auf dem ausgezeichneten Debütalbum gelingt dem schüchternen Trio damit der Spagat zwischen Abgekehrtkeit und Dancefloor, zwischen Schwarz und Weiß, minimalistisch und doch voller Energie. Ein Kunststück, das so eindrucksvoll keine andere Band beherrscht. Und deshalb zieren The xx völlig zurecht die aktuellen Ausgaben von Intro, Spex und Musikexpress.
12) Animal Collective - Applesauce
Das Album des Monats September beim Gelben Tango: CENTIPEDE HZ von Animal Collective (VÖ: 31.8.). Ein Centipede ist zu deutsch ein Tausendfüßler, Hz bekanntlich die Frequenzeinheit - und dieser Titel ist bei der Band aus Baltimore Programm: "Alles ist Gezappel und Gewusel wie von Hunderten kribbeligen Frequenzbeinchen", umschreibt Spex sehr passend. Nirgendwo wird dies so deutlich wie in der abgefahrenen ersten Single 'Today's Supernatural', die leider nicht mehr in die Sendezeit passte - aber vielleicht dann ja im Dezember in den Gelber-Tango-Jahrescharts seinen Platz finden wird:
1) Cat Power - Could we 2) Cat Power - Sun "We've lived in bars / And danced on tables / Hotels, trains and ships that sail / We swim with sharks / And fly with aeroplanes out of here / Out of here", reflektierte Cat Power auf ihrem 2006er Meisterwerk THE GREATEST ihren damals ausschweifenden Lebensstil. Nach schweren Jahren, immer wieder gezeichnet von Suchtproblematik und Depression, ist die "Ikone des Indiepoprock" (NDR-Kulturjournal) zurück. Letzten Freitag erschien ihr recht heiteres neues Album SUN, das eine neue Phase ihres musikalischen Schaffens einläutet.
3) Touchy Mob - Crooked Lust
Der Konzerttipp beim Gelben Tango: Am Freitag ist im Café Glocksee Jimmy Tamborello alias Dntel zu Gast, als Support spielt Touchy Mob. "Jimmy Tamborello ist einer der kreativsten Köpfe der elektronischen Musik, und muss als einer der Erfinder von Indietronics, Glitch und später Chillwave gesehen werden. Zusammen mit Ben Gibbard von Death Cab for Cutie erschuf er als The Postal Servive eines der erfolgreichsten und schönsten Indietronic-Alben ever, das genauso wie Dntels THIS IS THE DREAM OF EVAN AND CHAN im Cafe Glocksee für vollste Tanzflächen und glückliche Gesichter sorgte. Mit seinem neuen Album AIMLESSNESS hat er ein wunderschönes Album zwischen Bedroom, Songs und Dancefloor geschaffen, das Ambient, House und Minimal ins Chillwave-Universum transportiert.
Genau wie Dntel packt auch Touchy Mob eine große Wärme in elektronisch generierte Musik, die zwischen Tanzboden und spooky Folk auf der Klang-Welle von Four Tet schwingt."
4) Twin Shadow - Five Seconds
Noch ein Veranstaltungstipp: Nach Touchy Mob + Dntel schaut doch Freitagnacht mal im Chez Heinz vorbei bei der Clubpremiere des Gelben Tango:
5) Ariel Pink's Haunted Graffiti - Farewell American Primitive
Ariel Pink wurde einst entdeckt und gefördert von Animal Collective. Mittlerweile hat sich Pink zum Oberweirdo der kalifornischen Freakfolk-Szene gemausert. Die neue Platte von Ariel Pink's Haunted Graffiti heißt MATURE THEMES (VÖ: 17.8./4AD) - ein etwas missverständlicher Titel, dreht es auf dem Album sich doch um Klaumauk-Themen wie den "Schnitzel Boogie", Nymphomanie und G-Punkte. Typisch Pink.
6) Teengirl Fantasy feat. Panda Bear - Pyjama
Das Elektronik-Duo Teengirl Fantasy hat für seinen "farben-, schichten- und texturenreichen Pop-Entwurf des House" (Spex) zahlreiche prominente Gäste gewinnen können. Auf dem neuen Album tummeln sich Panda Bear, Laurel Halo und Romanthony (der einst 'One More Time' für Daft Punk sang).
7) Animal Collective - Amanita 8) Animal Collective - New Town Burnout
Das Album des Monats September beim Gelben Tango: CENTIPEDE HZ von Animal Collective, erschienen am Freitag auf Domino Records. "Der schrillste Psych-Trip des Jahrzehnts", schwärmt Auftouren.de vom neuen Animal-Collective-Album, das so viele Ideen habe, dass es für fünf Alben gereicht hätte. Die Reizüberflutung wirke als Strategie, den Informationsüberfluss unseres Alltags mit seinen eigenen Mitteln zu kanalisieren - und ihn dabei in etwas aufregend Schillerndes zu verwandeln, ergänzt die Spex. "Ich frage mich, ob die Dichte dieser Songs ein Spiegelbild davon ist, wie sich die Welt heute tagtäglich anfühlt", reflektiert Noah Lennox alias Panda Bear, das wohl prominenteste Mitglied des Quartetts.
9) Yeasayer - Glass of the Microscope 10) Yeasayer - Folk Hero Shtick "Indie-Rock, der eigentlich viel lieber R'n'B wäre", so beschreibt Plattentests.de das neue, dritte Album der Brooklyner Psych-Weltmusikanten Yeasayer. Mal klinge FRAGRANT WORLD (VÖ: 17.8./Mute Records) wie die Electro-Streber Junior Boys, nur um kurz darauf den kürzesten Weg zwischen Michael Jackson und Animal Collective abzustecken. Auch Prince und Peter Gabriel lassen grüßen.
11) How To Dress Well - Set it right
Indie-R'n'B - manchmal auch verschrien als Hipster-R'n'B - ist ein Thema, das sich in den einschlägigen Blogs großer Beliebtheit erfreut. Frank Oceans Debüt wird allseits bereits zur Platte des Jahres erklärt, The Weeknd vermarktet sich weiter fleißig selbst und Yeasayer wären ja auch "eigentlich viel lieber R'n'B". Ein weiterer Blogger-Darling ist Tom Krell alias How To Dress Well. Sein neues Album heißt TOTAL LOSS und erscheint am 14.9. auf Domino Records.
12) Rudi Zygadlo - The Domino Quivers
Sein für den 21. September angekündigte neue Album hat der Glasgower Produzent Rudi Zygadlo aus einer Vielzahl verschiedenster Einflüsse zusammengebastelt. "Dass man diese Bastelei mit Vergnügen anhören kann, liegt daran, dass die große Klammer, die TRAGICOMEDIES zusammenhält, sich P-O-P buchstabiert", schreibt die aktuelle Spex, in der TRAGICOMEDIES das Album der Ausgabe ist.
13) Holy Other - In Difference
Mit Künstlern wie Holy Other, Clams Casino oder How To Dress Well war Tri Angle Records 2011 immer wieder Thema beim Gelben Tango. Im schauderhaften Dunkel zwischen Mainstream und Underground wabere der Sound des Labels umher, schrieb damals ZEIT ONLINE. Der enigmatische Holy Other, der sein Gesicht bei Auftritten mit einem schwarzen Tuch verhüllt, hat am 24. August sein langerwartetes Debütalbum HELD vorgelegt. Wie Dubstep-Ikone Burial verkörpere auch Holy Other "eine Idee von Modernität, die sich deutlich abhebt vom gegenwärrigen Überfluss trauriger Elektronik. Und so ist HELD auch (...) der Kulminationspunkt der Tri-Angle-Ästhetik", schreibt Spex.
1) Bloc Party - Lean
Dass Bloc Party nochmal zueiander finden würden, war nach dem ewigen Egotrip von Sänger Kele Okereke kaum mehr zu erwarten. Vier Jahre nach INTIMACY erscheint nun das vierte Album der Londoner Indierocker. Folgerichtiger Titel: FOUR (VÖ: 24.8.). Der Song 'Lean' stammt von der FOUR MORE EP, welche dem aktuellen Musikexpress beiliegt. Hier sei endlich wieder eine Band am Werk, "die, ohne eine Kopie ihres Frühwerks zu erstellen, ihren Nutzen aus dem Input der einzelnen Mitglieder zieht", resümiert der Musikexpress.
2) Wild Nothing - Nocturne 3) Wild Nothing - Paradise
Das Album des Monats August beim Gelben Tango: NOCTURNE von Jack Tatum alias Wild Nothing, das am kommenden Freitag erscheinen wird. Hierzulande auf Bella Union, in Amerika wie gehabt auf Captured Tracks. Der nostalgische 80s-Pop des Ein-Mann-Projekts lässt einen schweben "zwischen Melancholie und Glückseligkeit" (Plattentests.de). Eine wunderschöne Sommerplatte!!
4) Angus Stone - Bird on the Buffalos
Der nach wie vor aktuelle Indie-Folk-Boom hat so einige Bands hervorgebracht, die eigentlich kein Mensch braucht. Da passt's ins Bild, dass Angus Stone nun auch mit einem Album daherkommt - zum ersten Mal ohne Schwesterherz Julia Stone (selbst unterwegs auf Solopfaden). Gähn, war der erste Gedanke. Doch auf BROKEN BRIGHTS (VÖ: 13.7.) überrascht uns der australische Barde "mit trägen Tönen, hinreißender Nostalgie und unbeschwerter Volkstanz-Attitüde", so die motor.de-Redaktion.
5) Daughter - Youth
Zu einer eher ungünstigen Nachmittagszeit mussten Daughter beim Dockville Festival auf die Bühne - und wurden trotzdem bejubelt wie kaum eine andere Band am vorletzten Wochenende. Denn Sängerin Elena Tonra weiß ähnlich zu bezaubern wie Florence and the Machine
oder The xx. Das heiß erwartete Debütalbum wird hoffentlich noch dieses Jahr erscheinen.
BootBooHook-Tipps: 6) Gravenhurst - I found the F (Broadcast-Cover)
Samstag 25. August / 18.30 Uhr / Tent Stage "Wäre der Begriff 'wall of sound' nicht bereits zur Marke erstarrt, könnte man ihn gut auf die Musik von Nick Talbot aus Bristol alias Gravenhurst anwenden. Der Mann mit der Knabenstimme begann seinen Weg Ende der Neunziger alleine mit Zupfgitarre in den Fußstapfen von Nick Drake und Bert Jansch. Er produzierte und veröffentlichte die ersten zwei Platten selbst, bis er von Warp entdeckt wurde, die bis dato nur mit Künstlern der elektronischen Musik gearbeitet hatten. Gravenhursts erste Platte beim Major-Indie erregte Aufsehen. Die Medien priesen den liebevollen Umgang mit dem Erbe von My Bloody Valentine, The Cure und The Smiths. Tatsächlich erinnert Nick Talbots Gesang aus der Ferne an den jungen Morrissey, und das Zurückgenommene der Musik hat etwas vom Shoegaze der frühen Neunziger; doch trifft man bei Gravenhurst auf mehr Eigenes als Angeeignetes. Wirklich faszinierend (nicht Beckmann-faszinierend) ist, wie Nick Talbot es schafft, in seinen fragilen Popsongs mit ihren soften Melodiebögen und Harmoniegesängen den allerschönsten Gitarrenkrach aufleben zu lassen. Auch die Lieder vom aktuellen Album "Ghost in Daylight" sind voll von überraschenden Wendungen und laut/leise-Achterbahnen, die aber nie zu Stadionatmo oder Sounddesign verkommen. Nick Talbot hat den Mut, den es braucht, um aus schöner Musik gute Musik zu machen und live mit der Band Gravenhurst hat er das Zeug dazu, eine Abendstunde im August zum Ereignis werden zu lassen."
7) Camera - Utopia is
Freitag 24. August / 18.30 Uhr / Tent Stage (Achtung: Von Samstag auf Freitag verschoben!!) "Wenn der Pop – mal wieder – im Sterben liegt: das hier ist der Soundtrack zum Untergang", schreibt die motor.de Redaktion über das Debütalbum von Camera. Das Berliner Trio hat sich durch spontane Gigs in U-Bahnhöfen oder auf dem Herrenklo bei der Echo-Verleihung einen Ruf als "Krautrock-Guerilla" gemacht.
Mit RADIATE! (VÖ: 3.8./Bureau B) positionieren sich Camera neben Stabil Elite als hoffnungsvollste Erben legendärer westdeutscher Bands wie Neu! oder CAN. Krautrock lebt!!
8) Can - Millionenspiel
Die Kölner Krautrock-Legenden Can, eine der wichtigesten und einflussreichsten deutschen Bands überhaupt, hat letzten Monat auf Mute Records ein 3-CD-Box-Set namens THE LOST TAPES mit bisher unveröffentlichten Material veröffentlicht. "Ein Fest für CAN-Freunde und Liebhaber experimenteller Rockmusik", schwärmt ein Amazon.de-Rezensent. Der Song 'Millionenspiel' ist 1969 für den gleichnamigen Fernsehfilm entstanden. Ein sehr empfehlenswerter Film, spannend und unglaublich visionär. Denn das Millionenspiel nimmt
die Entwicklung zum quotengeilen Privatfernsehen und voyeuristischen
Reality-TV vorweg. Mit Didi Hallervorden als Auftragskiller und der
paradoxen Kombi Dieter Thomas Heck + Can.
9) Laetitia Sadier - Auscultation to the Nation
Die Stereolab-Frontfrau ist auf ihrem neuen Soloalbum SILENCIO (VÄ: 27.7./Drag City) politisch wie eh und je: "Rating agencies / financial market / and the G20's / were not elected by the people / in the name of what are we letting them govern our lives? / they are politically illegitimate / enough already with the dictatorship / tyranny of money / we want a real, a real democracy / democracy", fordert die gebürtige Französin in 'Auscultation to the Nation'.
10) Holograms - Monolith "One of the finest stabs of proto-punk brilliance to come out in ages", preist der NME das selbstbetitelte Debütalbum der Stockholmer Holograms, das Ende Juli bei Captured Tracks erschienen ist. Eine ungewohnt punkige Veröffentlich
ung des Brooklyner Labels, das sonst eher bekannt ist für den nostalgiegetränkten Lo-Fi-Pop von Bands wie Beach Fossils, Craft Spells oder Widowspeak.
11) Unwinding Hours - Knut
Sommerloch ade: Letzten Freitag kamen neue Platten von Ariel Pink's Haunted Graffiti und Yeasayer, es folgen diesen Monat u.a. noch Wild Nothing, Cat Power, Animal Collective, Bloc Party oder auch The Unwinding Hours. Letztere sind die Nachfolgeband der schottischen Postrock-Helden Aereogramme und bringen jetzt am Freitag ihr zweites Album AFTERLIVES heraus.
12) John Maus - Castles in the Grave
Ausgefallen und einzigartig sei das Schema, nach der John Maus seine Musik stricke, schreibt der Indie-Blog auftouren.de über A COLLECTION OF RARITIES AND PREVIOUSLY UNRELEASED MATERIAL (VÖ: 16.7./Domino Records). Und das obwohl oft Jahre zwischen den Aufnahmen liegen. "Dazu gibt es mit 'Castles in the Grave' aus dem Jahr 2010 einen Song, der nicht nur in einer gerechten Welt, sondern auch in der real existierenden ein Überhit sein müsste", ergänzt der Musikexpress. Im aktuellen Musikexpress ist Maus übrigens der Coverboy.
13) Delicate Steve - Two Lovers "Between this album and the last one, I was really turned on by the guitar music of Delicate Steve. It made me excited about the guitar again", verrät Anand Wilder von Yeasayer über deren neues Album FRAGRANT WORLD (VÖ: 17.8./Mute Records), das ihr nächstes Mal beim Gelben Tango hören werdet. Das aktuelle Album des Multiinstrumentalisten Steve Marion alias Delicate Steve heißt POSITIVE FORCE und ist am 13. Juli erschienen.
1) John Maus - No Title (Molly)
Kaum zu glauben, dass John Maus das Cover des aktuellen Musikexpress ziert. "Der Mann, der Pop ins 22. Jahrhundert führt", lautet der etwas reißerische Titel. 'No Title (Molly)' stammt von Maus' neuestem Werk, eine ausgezeichnete, albumhaft anmutende Raritätensammlung namens A COLLECTION OF RARITIES AND UNRELEASED MATERIAL (VÖ: 13.7./Domino Records). Call me a Believer.
2) Chromatics - Back from the Grave 3) Chromatics - These Streets will never look the same
Die Veröffentlichung der allseits so hochgelobten neuen Chromatics-Platte hatte schon fast Guns N' Roses'sche Züge, damals, CHINESE DEMOCRACY und so. Kürzlich im Plattenladen, kaum zu fassen, lag sie dann auf einmal da, so ganz unschuldig: KILL FOR LOVE. "Ein wirklich großartiges Album zum Verlieben, Verführen, Sonnenbrille tragen und von mir aus auch zum schluchzend auf dem Balkon stehen", schreibt der Musikexpress.
4) Cooly G - He said I said
"Das Sommeralbum dieses Jahres", schreibt De:bug über PLAYIN' ME von Cooly G. Ihr elektronisches Singer/Songwritertum sei eine der wenigen wirklich modernen Dub-Interpretationen, meint das Elektronikmagazin. Das Debütalbum der zweifachen Mutter, die bürgerlich Merissa Campbell heißt, ist am 20. Juli bei dem Londoner Vorzeige-Dubstep-Label Hyperdub Records erschienen.
5) The XX - Angels
Drei Jahre haben uns The XX warten lassen, im September erscheint nun endlich ihr zweites Album COEXIST. "So düster wie die Euro-Krise", beschreibt der KulturSPIEGEL die atmosphärischen Songs des schüchternen Trios. 'Angels' ist die erste Single vom neuen Album.
6) Arrange - Caves
Zarte 19 Jahre alt ist Malcom Lacey, der mit seinem Schlafzimmer-Projekt Arrange auf den Spuren des jungen Conor Oberst wandelt. Sein neues Album NEW MEMORY (VÖ: 10.7.) hat der Portlander wieder selbst verlegt und klingt wie eine reduzierte Version des Bright Eyes-Meisterwerks DIGITAL ASH IN A DIGITAL URN - und das nicht nur weil Laceys Stimme verblüffend an Oberst erinnert. Auf seiner Bandcamp-Seite kann man sich New Memory herunterladen - den Preis kann jeder selbst bestimmen.
7) John Maus - Fish with broken Dreams 8) Gary War - World After
Vor einigen Monaten twitterte John Maus: GARY WAR IS THE FUTURE. Ende Juli ist Gary Wars neues Album JARED'S LOT erschienen. Darin durchstreife War als Kosmonaut, Höhlenforscher und Tiefseetaucher seine psychedelischen Klangterrains, sinniert Auftouren.de. Maus und War sind übrigens beides ehemalige Mitglieder von Ariel Pink's Haunted Graffiti, von denen uns diesen Monat ebenfalls ein neues Album erwarte.
9) Kate Bush - Cloudbusting 10) Wild Nothing - Disappear always 11) Wild Nothing - Only Heather 12) Wild Nothing - This Chain won't break
Das Album des Monats August beim Gelben Tango: NOCTURNE von Wild Nothing, das am 24. August erscheinen wird. Vor zwei Jahren erschien mit GEMINI das Debütalbum des Ein-Mann-Projekts, dieses war jedoch lange Zeit hierzulande nur als Import zu haben und kam deshalb nie über den Status eines Geheimtipps hinweg. NOCTURNE hat hingegen bessere Voraussetzungen: Es erscheint ohne Verspätung auf Bella Union, das Label von u.a. Beach House und den Fleet Foxes. NOCTURNE ist jedenfalls ein ganz wundervolles Sommerpopalbum. "I don't think it's going to be a secret that I care about pop music," kommentiert Jack Tatum alias Wild Nothing sein neuestes Werk, "but it's definitely more my sense of what pop music used to be or even what pop music would be in my ideal world." Erstmals auf sich aufmerksam machte Tatum übrigens im Frühjahr 2010 mit seiner Version des Kate-Bush-Songs 'Cloudbusting':
BootBooHook-Tipps: 13) Japandroids - The House that Heaven built
Freitag 24. August / 19.30 Uhr / Main Stage "Ich habe gelesen, die JAPANDROIDS aus Vancouver werden mit Achtziger/Frühneunziger-Legenden wie The Minutemen, Sonic Youth, Dinosaur Jr., Black Flag und Hüsker Dü verglichen, alles Bands, die ich wohl respektieren sollte, aber kaum oder gar nicht gehört habe. Dennoch kann ich mehr als mir lieb ist (zu laut!) mit der Musik der JAPANDROIDS anfangen.
Vielleicht, weil man hört, dass sie wissen, es geht um Wut, nicht um Eier. Weil sie wissen, wie man taumelt und sich überschlägt und dennoch die Spannung eines Songs bis zum letzten Ton hält. Weil sie singen und schreien können, ohne zu hassen oder heulen. Und zuletzt, weil sie nur zwei sind und klingen wie (hier beliebiges vielköpfiges dampfbetriebenes Monstrum einsetzen).
Ja richtig, zwei! Brian King (Gitarre/Gesang) und David Prowse (Schlagzeug/Gesang) haben drüben mit ihrem Erstling POST-NOTHING viel Kritikergold geerntet und mit ihrer Live-Energie so ziemlich jede amerikanische Stadt geknackt. Und jetzt kommen sie nach Europa, Deutschland, Hannover, zum BootBooHook, um mich von meiner Rockallergie zu heilen. Wie nett sie einen vom Cover ihres neuen Albums CELEBRATION ROCK anlachen. Ich glaube, die sind nicht mal tätowiert. Ich liebe sie."
14) Tarwater - Inside the Ships
Samstag 25. August / 16.45 Uhr / Tent Stage "Eine der international renommiertesten deutschen Bands.
Mit ihrem neuesten Album INSIDE THE SHIPS loten sie die Möglichkeiten elektronischer Musik aus.
Für Tarwaters gewagte Soundlandschaften schuf das britische Mojo Magazine eigens
das Genre "Euro Cool".
Das Berliner Elektronik-Duo Tarwater (Ronald Lippok und Bernd Jestram) gibt es seit 1995. Bislang zehn reguläre Studioalben und diverse Kollaborationen (u. a. mit Piano Magic, Tuxedomoon, B. Fleischmann). Zahlreiche Film- und Theatermusiken. Lippok spielt außerdem seit 1995 in der Band To Rococo Rot.
Tarwater haben die Ordnungsfanatiker unter den Pop-Analysten schon immer irritiert. Die beim Hören des neuen Albums erzeugte Synästhesie - das Sehen fremder Welten mittels akustischer Reize - kreieren Jestram und Lippok geschickt auf ihre eigene, spezielle Art und Weise: Sie verzichten auf kühle und vordergründig technoide Klänge. Science-Fiction-Folklore bleibt außen vor. Das »Andere« entsteht beispielsweise durch den Einsatz von Bläsern (Tuba, Saxophon, Horn, Trompete und Posaune) und anderen Instrumenten, die meist fern des Pop-Kontexts Einsatz finden, zum Beispiel ein Zymbal. Man muss schon zweimal hinhören, um die jeweiligen Instrumente herauszuhören: Tarwaters Klangkosmos bleibt auch mit ungewöhnlichen Elementen ein organisches Ganzes, das bereits beim ersten Hören gefangen nimmt. Tarwaters Ästhetik entzieht sich der Kategorisierung. Während die deutsche Presse in der Vergangenheit gern mit dem bewusst schwammigen Begriff »Indietronics« arbeitete, assoziierten die englischen Kollegen das Duo gern mit einer Tradition, die direkt zum Krautrock führt."
Nächste Sendung - mit weiteren BootBooHook-Tipps - am 20. August um 23 Uhr
1) Portishead - Sour Times 2) Beak> - Yatton
Während eine neue Portishead-Platte weiter auf sich warten lässt, hat Geoff Barrow letzte Woche ein zweites Album mit seiner Zweitband Beak> veröffentlicht: >>
"Der symbolisch-minimalistische Titel (...) sieht nach Fast Forward aus, die musikalischen Signale weisen allerdings in eine zeitlose Vergangenheit", schreibt Spex. "Die Pink Floyd-Orgel aus der Syd Barrett-Phase reimt sich auf Kraftwerk-Elektronik, das Versmaß klopft der ewige Klaus Dinger'sche Mensch-Maschinen-Beat, dazu nölt Barrow ab und an tendenziell Unverständliches ins Mikrofon."
3) Laurel Halo - Thaw "Klingt wie'n verrutschter Kanon", sagt der achtjährige Sohn des Spex-Rezensenten über die Science-Fiction-Klangcollagen von Laurel Halo. Der Musikexpress bezeichnet QUARANTINE, das Debütalbum der New Yorkerin (VÖ: 25.5./Hyperdub Records), hingegen als "zickiges Biest, an das man sich vielleicht erst gewöhnen muss. Sehr strange, sehr faszinierend, sehr sehr gut."
4) Dntel & Nite Jewel - Santa Ana Winds
Traumhaft: Jimmy Tamborello alias Dntel (unvergessen als die eine Hälfte von The Postal Service) wurde just vom Café Glocksee für den 7. September angekündigt. Im Gepäck haben wird die kalifornische Indietronic-Koryphäe ihr neues Album AIMLESSNESS (VÖ: 1.6./Pampa Records), an dem u.a. auch Baths und Nite Jewel beteiligt waren.
5) Light Asylum- Shallow Tears "Ein eisiges Bad der Gefühle lässt das Duo aus Brooklyn dem Hörer ein", schreibt Intro über Light Asylum. "Kühle Wogen aus Wave und scharfkantigen Beats unterstützen die Stimme der aufregenden Shannon Funchess. Die singt mal aggressiv, mal freundschaftlich tröstend. Dann heizt sich das frostige Klanggemisch für einen kurzen Moment auf, um blitzschnell wieder zu gefrieren." Ihr selbstbetiteltes Debütalbum ist 4. Mai erschienen.
6) Barbara Morgenstern - The Minimum Says
Süßer als die Stille sei SWEET SILENCE, das sechste Album von Barbara Morgenstern (VÖ: 1.6.) - schreibt das Rolling Stone Magazin. "Mit Stimme, Old-Skool-Keyboard und ein paar Beats hat sie ein melancholisches, minimalistisches Meisterwerk aus mit Sade-Eleganz dahingleitenden Melodien geschaffen. Jeder Song ein Hit natürlich." Schonmal vormerken: Am 1. Oktober ist die Berlinerin zu Gast im Sing Sing am Küchengarten.
7) Twin Shadow - Beg for the night 8) Twin Shadow - Be mine tonight
Das Album des Monats Juli beim Gelben Tango: CONFESS von Twin Shadow (VÖ: 6.7.). "Mädchen-Aufreißen am Autoscooter, mit XXL-Zuckerwatte-Refrains", umschreibt laut.de sehr passend die 80er Referenzen des New Yorkers, der u.a. auch von Pitchfork und vom Musikexpress Bestnoten bekommen hat - oder auch von Spiegel Online: "Der harte, einsame Herzensbrecher. Ist das Ironie? Wer weiß. Auf jeden Fall bringt Twin Shadow Schwung in Brooklyns dauerbetrübte Selbsthilfegruppen-Szene - und könnte mitten im immer noch nachhaltigen Achtziger-Retro-Trend locker jeden der CONFESS-Songs als Single auskoppeln. Alles ganz schön cheesy, aber alles Hits. Hat da jemand gerade was von Prince gemurmelt? Nä, so weit sind wir noch nicht."
9) The Antlers - Drift Dive "Brooklyns dauerbetrübte Selbsthilfegruppen-Szene" - vielleichteine dezente Anspielung auf The Antlers, deren Musik sich oft um schwere Themen wie Abschied und Tod dreht!? Wie auch immer: Mit ihrem letzten Album BURST APART belegten The Antlers den 11. Platz der Gelber-Tango-Jahrescharts 2011. Am 24. Juli erscheint ihre neue EP mit dem Titel UNDERSEA - wie immer ganz wundervoll.
10) Echo Lake - Another Day
No Pain In Pop heißt das Label der Londoner Band Echo Lake. Vor einer Woche ist dort ihr Debütalbum WILD PEACE erschienen. "Ein sehr schönes, stets außergewöhnlich gut produziertes Popalbum", meint Spex, moniert jedoch auch die mangelnde Innovationsfreude im Shoegaze-Genre: "Vor drei Jahren hätten wir es vermutlich ungeniert geliebt."
11) DIIV - Follow
Dem New Yorker Label Captured Tracks eilt ein Ruf voraus für seine fantastischen Releases im Bereich Lo-Fi-Pop/Shoegaze, von denen einige bereits beim Gelben Tango zu hören waren (Beach Fossils, Craft Spells, Widowspeak, Wild Nothing). Die aktuellste Veröffentlichung am 29. Juni war OSHIN, das Debütalbum der New Yorker Band DIIV - "stilistisch sehr nah an dem, was die Labelkollegen so machen, aber bedeutend hymnischer ausgefallen", schreibt der Musikexpress. "Und das soll etwas heißen, wenn man bedenkt, wie vergraben der Pop unter diesen kleinen LoFi-Songs doch ist."
12) JJ - Big Hearts, Big Dreams
Die neue HIGH SUMMER EP vom schwedischen Dream-Pop-Duo JJ gibt es als kostenlosen Download, u.a. beim renommierte Musikblog Gorilla vs. Bear.
13) Dirty Projectors - Swing Lo Magellan
Für "eine der wunderbarsten Streberplatten, die es dieses Jahr zu hören geben wird" hält Auftouren.de SWING LO MAGELLAN, das am 6. Juli erschienene neue Album der Dirty Projectors. Auftouren.de attestiert dem sechsten Album der New Yorker "bei aller inneren Verkopftheit immer auch ein riesengroßes Herz und genügend Intuition, um gleichermaßen zu fesseln und zu überraschen."Auch der Musikexpress ist begeistert: "Mit SWING LO MAGELLAN ist den Dirty Projectors der nächste Quantensprung gelungen: Liebesbrief, Kammermusik, auf links gedrehter Soul, Exkursionen ins noch unbekannte Innenleben der Musik - alles auf einmal, kreuz und quer miteinander verbunden, Nahaufnahme und Fernsicht. Wir jubeln."
14) Ariel Pink's Haunted Graffiti - Round and Round
Avant-Retropop-Ikone Ariel Pink bringt am 24. August auf 4AD sein neues Album MATURE THEMES heraus. Der Song 'Round and Round' stammt vom 2010er Album BEFORE TODAY, an dem auch John Maus beteiligt war. Pink und Maus haben sich am California Institute of The Arts in Los Angeles kennengerlernt. "Zwei Brüder im Weird-Americana-Geiste", wie der aktuelle Musikexpress feststellt, auf dessen Cover John Maus zu sehen ist und dort - etwas reißerisch - als "Der Mann, der Pop ins 22. Jahrhundert führt" angepriesen wird. Maus' brandneue Rarirätensammlung A COLLECTION OF RARITIES AND UNRELEASED MATERIAL hört ihr nächstes Mal beim Gelben Tango. Nächste Sendung am 6. August um 23 Uhr
1) Hot Chip - Motion Sickness
"Die beste Elektro-Pop-Band bleibt die beste Elektro-Pop-Band, weil sie es ohne Mühe schafft, Clubmusik und persönliche Momente unter einen Hut zu bringen", schreibt der Musikexpress über Hot Chips neues Album IN OUR HEADS (VÖ: 8.6./Domino Records).
2) DIIV - Past Lives 3) DIIV - Wait
Am 29. Juni erschien auf dem New Yorker Label Captured Tracks OSHIN, das heiß erwartetete Debüt von DIIV (ehemals Dive). Die Band um Beach Fossils-Tourmitglied Zachary Cole Smith macht impressionistischen Gitarrenpop zum Träumen, der stets den nächsten Moment finde, während man noch gedankenvoll zurückblicke - meint ByteFM. "Eine spontane Liebe" - und deshalb nächstes Mal garantiert nochmal beim Gelben Tango.
4) Radiohead - Let Down 5) Emika - Exit Music (For A Film)
OK COMPUTER, Radioheads wichtigste Platte, wird dieser Tage 15 Jahre alt. Die aktuelles Ausgabe des Musikexpress würdigt dies mit der Titelgeschichte: "15 Jahre nach OK Computer - Nerdige Freigeister? Oder die letzte Supermacht des Pop?"
Im Heft befindet sich zudem eine CD mit Coverversionen u.a. von Diagrams, Austra, Locas in Love, Tu Fawning, Gravenhurst oder auch Emika. Für ihr Cover von 'Exit Music (For A Film)' sampelte Emika eine bei ein paar Gläsern Wein entstandene Aufnahme und baute einen klassischen Emika-Groove drumherum. Das Ergebnis: "Ein Beat, der gleichermaßen Dubstep, TripHop ud den elektronischen Radiohead Tribut zollt", schreibt der ME.
6) Christian Löffler feat. Mohna - Eleven "Der neue Trentemøller?" fragt sich laut.de in der Review von Christian Löfflers Debütalbum A FOREST (VÖ: 15.6./Ki Records). Auch Spex ist begeistert: "Der Entwurf einer naturverbundenen elektronischen Musik voll von Sentiment, frei von Kitsch." Gastsängerin Mohna spielt übrigens auch bei der Hamburger Band Me Succeeds.
7) Dirty Projectors - Dance For You
Am kommenden Freitag erscheint SWING LO MAGELLAN, das neue Album der Dirty Projectors. "Das Album ist eine Sammlung von Momentaufnahmen, die Songs klingen zufällig, spontan, unperfekt", schreibt Domino Records. "Es entstand ein warmer und fast intimer Sound, der neu für die Band ist."
8) Twin Shadow - Golden Light 9) Twin Shadow - Run My Heart 10) Twin Shadow - The One
Das Album des Monats Juli, exklusiv vorab beim Gelben Tango: CONFESS von George Lewis Jr. alias Twin Shadow, das am kommenden Freitag beim Londoner Label 4AD erscheinen wird. Das 80s-infizierte Debüt des New Yorkers war eine der Platten des Jahres 2010. Auch CONFESS ist wieder eine große 80er-Hommage geworden - kitschig und catchy zugleich. Teilweise lässt sogar Boy Georges Culture Club grüßen. "Ein enthusiastischer Trip aus großer Geste und Euphorie", steht im Promotext. Jau!!
11) Totally Enormous Extinct Dinosaurs - You need me on my own
Schon vor anderthalb Jahren war Orlando Higginbottom alias Totally Enormous Extinct Dinosaurs zusammen mit den Crystal Fighters zu Gast beim Introducing in Berlin. "Der gern maskiert auftretende (...) Sohn eines Musik-Professors aus Oxford weiß mit seiner intelligenten Retro-Version des Digitalism-Sounds die Trüffelnasen Englands hinter sich", kündigte Intro Magazin damals weitsichtig an. Erst jetzt folgte mit TROUBLE (VÖ: 8.6.) das Debütalbum, womit sich der junge Britte als "einer der buntesten und außergewöhnlichsten Soundtüftler der Jetztzeit" etabliert und sich auch in hiesigen Indie-Discos einen Namen machen wird.
12) The Invisible - The Wall "Sakrale Stimmung, atmosphärische Songs, kenianische Gesänge, ungewöhnliche Songstrukturen: The Invisible wecken große Vergleiche. Radiohead etwa, oder auch The Antlers", schreibt Plattentests.de über RISPAH (VÖ: 22.6./Ninja Tune). Mit ihrem Debütalbum war die Londoner Band vor drei Jahren übrigens für den renommierten Mercury Prize nominiert.
13) Fiona Apple - Left Alone
THE IDLER WHEEL IS WISER THAN THE DRIVER OF THE SCREW AND WHIPPING CORDS WILL SERVE YOU MORE THAN ROPES WILL EVER DO - so heißt Fiona Apples neues Album (VÖ: 15.6.), ihr erstes seit sieben Jahren. Nicht nur der Titel ist ein wahres Meisterwerk!!